Carnival-Hack, Millionen

Carnival-Hack: Sechs Millionen Reisende verlieren Passdaten

01.06.2026 - 10:29:21 | boerse-global.de

Kreuzfahrtriese meldet Diebstahl sensibler Daten von sechs Millionen Reisenden. Hacker erbeuteten Passnummern und Ausweiskopien.

Carnival-Hack: Sechs Millionen Reisende verlieren Passdaten - Foto: über boerse-global.de
Carnival-Hack: Sechs Millionen Reisende verlieren Passdaten - Foto: über boerse-global.de

Rund sechs Millionen Reisende weltweit sind Opfer eines Hackerangriffs auf den Kreuzfahrtriesen Carnival Corporation geworden. Die Täter erbeuteten höchst sensible Daten – darunter Passnummern und Ausweiskopien.

Der Vorfall ereignete sich bereits Mitte April, wie aus einer Meldung des Unternehmens an die US-Aufsichtsbehörden hervorgeht. Demnach verschafften sich Unbekannte über eine sogenannte Social-Engineering-Attacke Zugang zu den internen Systemen des Konzerns. Ziel war ein Mitarbeiterkonto, über das die Angreifer auf die Daten von knapp sechs Millionen Passagieren zugreifen konnten.

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Hochsensible Daten in fremden Händen

Die gestohlenen Informationen variieren je nach betroffener Person. Neben Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern erbeuteten die Hacker auch Geburtsdaten sowie staatliche Ausweisnummern – darunter Führerschein- und Passnummern. Besonders brisant: Letztere lassen sich nur schwer sperren oder ersetzen.

Carnival Corporation betreibt rund 90 Schiffe und beförderte im Jahr 2025 etwa 13,5 Millionen Passagiere. Die Dimension des Angriffs ist damit enorm – rein rechnerisch ist fast jeder zweite Fahrgast betroffen.

Wer steckt dahinter?

Die Hackergruppe ShinyHunters hat die Verantwortung für den Angriff übernommen. Branchenkreisen zufolge soll die Gruppe ein Lösegeld gefordert haben, das Carnival jedoch nicht gezahlt habe. Offiziell bestätigt hat der Konzern weder die Identität der Täter noch den Stand möglicher Verhandlungen. Unbestätigten Berichten zufolge sollen Teile der gestohlenen Daten bereits im Darknet aufgetaucht sein.

Weltweite Auswirkungen

Die Folgen des Angriffs sind global spürbar. Allein im US-Bundesstaat Texas sind über 800.000 Einwohner betroffen. Auch internationale Reisende – etwa aus Neuseeland – haben bereits Benachrichtigungen erhalten, dass ihre Passdaten kompromittiert wurden.

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Schutzmaßnahmen für Betroffene

Carnival hat Ende Mai damit begonnen, betroffene Kunden zu informieren. Für US-Kunden bietet der Konzern einen zweijährigen kostenlosen Kreditüberwachungsdienst über TransUnion an. Zudem wurde eine Hotline eingerichtet.

Cybersicherheitsexperten raten Betroffenen zu folgenden Sofortmaßnahmen:

  • Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle wichtigen Konten
  • Verwendung einzigartiger, komplexer Passwörter
  • Erhöhte Wachsamkeit bei Phishing-Versuchen – die gestohlenen Kontaktdaten könnten für gezielte Angriffe genutzt werden

Der Fall zeigt einmal mehr: Selbst milliardenschwere Konzerne sind gegen ausgeklügelte Social-Engineering-Attacken nicht gefeit. Für die betroffenen Passagiere beginnt nun eine Zeit erhöhter Vorsicht – denn die gestohlenen Daten könnten noch Jahre später für Identitätsdiebstahl missbraucht werden.

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