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Cash App: Block zahlt 45 Millionen Euro Vergleich wegen Betrugsmängel

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 14:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Block Inc. einigt sich mit 46 US-Bundesstaaten auf 45 Millionen Euro Vergleich wegen Sicherheitsmängeln bei Cash App.

Block Inc. zahlt 45 Millionen Euro im Cash-App-Vergleich
Kreditkarte mit digitalem Schlosssymbol für Sicherheit und Betrugsschutz bei Cyberbedrohungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

hat sich mit 46 US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt. Das Unternehmen zahlt umgerechnet rund 45 Millionen Euro, um Ermittlungen zu Betrug und Sicherheitsmängeln bei seiner beliebten Bezahl-App Cash App beizulegen.

Die Einigung vom 9. Juli 2026 beendet vorerst eine Untersuchung, die schwerwiegende Vorwürfe gegen die Tochterfirma des Square-Gründers Jack Dorsey erhoben hatte. Im Zentrum der Kritik: unzureichender Kundenschutz und mangelhafte Betrugsprävention.

Massive Mängel bei Sicherheit und Kundenservice

Die von Oregon und Texas angeführte Untersuchung wirft Cash App vor, Betrügern Tür und Tor geöffnet zu haben. Konkret monieren die Behörden:

  • Eine minimale Identitätsprüfung bei der Kontoeröffnung
  • Das Fehlen eines telefonischen Kundendienstes in Echtzeit
  • Die Ausnutzung der Aktion "Cash App Fridays" durch organisierte Betrüger

Block weist die Vorwürfe zwar zurück, verpflichtet sich aber zu weitreichenden Änderungen. Künftig muss Cash App rund um die Uhr Live-Support bieten – telefonisch 13,5 Stunden täglich, per Chat sogar 18 Stunden. Die Einigung folgt auf einen noch härteren Schlag: Erst Anfang des Jahres hatte Block 175 Millionen Euro an die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB zahlen müssen.

Europäische Gerichte erhöhen Druck auf Banken

Parallel zu den US-Ermittlungen zeichnet sich in Europa ein klarer Trend ab: Gerichte weisen Finanzinstituten eine immer größere Mitverantwortung für Betrugsschäden zu.

Das Oberlandesgericht Brandenburg entschied am 27. Mai 2026: Eine Bank muss haften, wenn sie einen Kunden nicht warnt, obwohl ein Betrugsversuch offensichtlich ist. Konkret verlor ein Kunde rund 20.500 Euro durch eine manipulierte "Demo-Überweisung". Ein Bankmitarbeiter war informiert, griff aber nicht ein. Das Gericht erhöhte die Haftung der Bank auf ein Drittel des Schadens.

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Noch weiter ging das OLG Frankfurt Ende April. Es urteilte, dass Banken das Risiko tragen, wenn sie Kreditkarten und PINs per Post verschicken. Eine Bank muss über 66.000 Euro an einen Kunden erstatten, dessen Post während des Urlaubs abgefangen wurde. Das Gericht sah keine grobe Fahrlässigkeit – der Kunde müsse seinen Briefkasten nicht während der Abwesenheit leeren.

Harte Strafen für Phishing-Bande in Dortmund

Das Landgericht Dortmund verurteilte am 9. Juli drei Männer zu Haftstrafen zwischen zwei und knapp fünf Jahren. Die Bande hatte seit Anfang 2024 mit einer perfiden Masche aus gefälschten Banknachrichten und Telefonanrufen fast 500.000 Euro erbeutet.

KI-gesteuerte Phishing-Welle erreicht dramatisches Ausmaß

Die rechtlichen Entwicklungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Kriminelle nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz für ihre Angriffe. Google reichte am 12. Juni 2026 Zivilklage gegen ein chinesisches Unternehmen namens Outsider Enterprise ein.

Die Vorwürfe sind atemberaubend: Die Gruppe soll mit Gemini AI über 9.000 gefälschte Websites und mehr als eine Million URLs massenhaft produziert haben. Seit Juli 2023 sollen so 3,87 Millionen Kreditkarten gestohlen und Schäden von umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro entstanden sein. Allein im Mai 2026 verschickte die Gruppe 2,5 Millionen betrügerische SMS. Die Phishing-Kits wurden auf Telegram für umgerechnet etwa 80 Euro pro Woche verkauft.

Asien verschärft Regeln gegen Geldwäsche und Betrug

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Auch in Asien reagieren die Behörden mit neuen Regelungen. In Singapur führten die Zentralbank und die Medienbehörde Ende 2024 einen gemeinsamen Verantwortungsrahmen für Phishing-Betrug ein. Er weist sowohl Banken als auch Telekommunikationsunternehmen klare Pflichten zu.

Malaysia plant eine Verschärfung des Strafgesetzbuchs, die sogenannte "Mule-Konten" – also Konten, die Betrüger für ihre Transaktionen nutzen – gezielt bekämpft. Wer anderen die Kontrolle über seine Zahlungsinstrumente überlässt, soll künftig bestraft werden. Besonders bemerkenswert: Die Regierung stellte klar, dass die Beweislast für nicht autorisierte Transaktionen bei den Banken liegen muss, nicht bei den Opfern. In den letzten drei Jahren entstand in Malaysia ein Online-Betrugsschaden von umgerechnet rund 570 Millionen Euro.

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