CDU, Heilbronn

CDU Heilbronn: Hacker verschicken knapp 5000 Phishing-Mails über Parteikonto

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Angriff auf ein CDU-Postfach ermitteln Behörden; Umfang des Datenabflusses und möglicher Schaden sind noch offen.
Ein dunkler, industriell gestalteter Flur mit Server-Racks in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Unbekannte Hacker sind in ein E-Mail-Konto des CDU-Kreisverbands Heilbronn eingedrungen und haben darüber massenhaft Phishing-Nachrichten verschickt. Der Angriff ereignete sich am 17. Oktober 2026. Zu den Empfängern zählten neben zahlreichen Kontakten aus sicherheitsrelevanten Bereichen auch Bundeskanzler Friedrich Merz sowie die Redaktion der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Landeskriminalamts Baden-Württemberg verschafften sich die Angreifer über eine vorherige Phishing-Mail unbefugten Zugriff auf das Konto eines Mitglieds des Kreisverbands. Berichten zufolge handelte es sich dabei um den Account des CDU-Lokalchefs Bernd Zepbach.

Die Partei meldete den Vorfall der regionalen Kriminalpolizei. Bereits am Freitagmittag, dem 16. Oktober 2026, war die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime des Landeskriminalamts darüber informiert worden, dass über ein E-Mail-Konto des Kreisverbands verdächtige Nachrichten im Umlauf waren.

Tausende Empfänger und prominente Adressaten

Über das kompromittierte Postfach wurden laut dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg knapp 5000 E-Mails an unterschiedliche Adressaten versendet. Andere Angaben beziffern den Kreis der Empfänger auf rund 6500 Kontakte.

Die versandten Nachrichten waren als Einladungslinks zu einer Veranstaltung mit prominenten Gästen getarnt. Über manipulierte Verknüpfungen sollten offenbar vertrauliche Informationen wie Zugangsdaten, Passwörter und Bankinformationen abgegriffen werden.

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Sowohl der Kreisverband der CDU Heilbronn als auch der IT-Dienstleister der Partei warnten die Empfänger umgehend vor den betrügerischen Nachrichten. Der Dienstleister riet dazu, keinesfalls Links oder Anhänge zu öffnen. Personen, die bereits auf die Links geklickt hatten, wurden aufgefordert, Passwörter unverzüglich zu ändern, aktive Sitzungen zu beenden und die Weiterleitungseinstellungen ihrer E-Mail-Konten zu kontrollieren.

Ermittlungen zu Tätern und Hintergründen laufen

Die Polizei Heilbronn vermutet hinter der Attacke einen gezielten Phishing-Angriff zum Diebstahl vertraulicher Daten. Bislang ist unklar, wie das Konto im Detail übernommen wurde, welche Daten den Tätern tatsächlich in die Hände fielen und ob ein konkreter Schaden entstanden ist.

Nach Bekanntwerden der Attacke übernahmen das Cybercrime-Zentrum und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg die weiteren Nachforschungen. Gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe wird zum Umfang und den Verantwortlichen ermittelt. Nach Angaben der Ermittler gibt es bislang keine Hinweise auf ein politisches Motiv für den Cyberangriff; die Urheber sind weiterhin unbekannt.

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Der Vorfall reiht sich in frühere Sicherheitsvorfälle im politischen Raum ein. Bereits im Frühjahr 2026 hatte es einen umfangreichen Phishing-Angriff über den Messenger-Dienst Signal gegeben, der sich gegen Politiker, Diplomaten, Angehörige des Militärs sowie Investigativjournalisten richtete.

Im Jahr 2015 war zudem das Computernetzwerk des Deutschen Bundestages Ziel einer Cyberattacke geworden, die damals der russischen Hackergruppe APT28 zugeschrieben wurde.

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