Cerebras: Cloud-Umsatz explodiert um 281%, Aktienkurs fällt 17%
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 07:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Hardware-Spezialist Cerebras Systems hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Trotz einer Anhebung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr und eines optimistischeren Ausblicks auf das kommende Geschäftsjahr reagierten Anleger mit deutlichen Verkäufen. In der nachbörslichen Handelsphase verlor das Wertpapier je nach Handelsplatz zwischen 11,5 % und mehr als 17 % an Wert.
Gemischte Bilanz zum zweiten Quartal
Die Marktreaktion folgte auf einen Quartalsbericht, der ein widersprüchliches Bild der finanziellen Lage zeichnete. Cerebras meldete für das am 30. Juni 2026 abgeschlossene zweite Quartal einen Umsatz nach GAAP-Rechnungslegung von 180,1 Millionen US-Dollar. Dies entsprach zwar einer Steigerung von 74 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, verfehlte jedoch die Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit 194 Millionen US-Dollar gerechnet hatten.
Demgegenüber stand ein sogenannter Core-Umsatz von 209,9 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 103 % im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Mit diesem Wert übertraf das Unternehmen die eigene Schätzung, die zuvor in einer Spanne von 194 bis 201 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Beim Ergebnis je Aktie konnte Cerebras ebenfalls die Erwartungen schlagen: Der bereinigte Verlust pro Aktie belief sich auf 0,05 US-Dollar, während Beobachter mit einem Minus von 0,17 US-Dollar kalkuliert hatten. Der Nettoverlust nach GAAP betrug insgesamt 450,5 Millionen US-Dollar, worin Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen in Höhe von 386,6 Millionen US-Dollar enthalten waren.
Cloud-Wachstum kompensiert rückläufiges Hardware-Geschäft
Ein wesentlicher Treiber des Quartalsergebnisses war das Cloud-Segment. Der Cloud-Umsatz nach GAAP stieg um 281 % auf 126,0 Millionen US-Dollar. Auf Core-Ebene verzeichnete dieser Bereich sogar ein Plus von 287 % auf 127,7 Millionen US-Dollar. Im Gegensatz dazu schwächelte das klassische Hardware-Geschäft: Der Umsatz in diesem Segment sank im Jahresvergleich von 70,3 Millionen US-Dollar auf 54,1 Millionen US-Dollar.
Die Core-Bruttomarge lag im zweiten Quartal bei 40,6 %. Dies stellt zwar eine signifikante Verbesserung um 940 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr dar, markiert jedoch einen Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal 2026, in dem noch eine Marge von 46,5 % erzielt wurde.
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Optimistischer Ausblick und Kapazitätsausbau
Trotz der kurzfristigen Kursverluste blickt die Unternehmensführung positiv in die Zukunft. CEO Feldman betonte, dass die Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz massiv angestiegen sei. Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Core-Umsatz zwischen 214 und 216 Millionen US-Dollar.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hob Cerebras die Prognose für den Core-Umsatz auf eine Spanne von 880 bis 890 Millionen US-Dollar an, nachdem zuvor 855 bis 865 Millionen US-Dollar erwartet worden waren. Die Zielmarke für die Bruttomarge wurde auf 41 % bis 43 % festgelegt. Zudem gab das Management bekannt, dass man für das nächste Geschäftsjahr mit einer Verdreifachung des Umsatzes rechne.
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Die finanzielle Basis des Unternehmens bleibt mit Barbeständen in Höhe von 8,6 Milliarden US-Dollar solide. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) bezifferte das Unternehmen auf 25,4 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus verfügt Cerebras über Rechenzentrumskapazitäten im Umfang von 600 Megawatt, um die wachsende Nachfrage nach KI-Rechenleistung zu bedienen.
