Charité-KI Clé: Dokumentbearbeitung von 30 auf 2 Minuten
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 07:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Berliner Charité hat mit der Einführung einer neuen, zentralen Plattform für Künstliche Intelligenz (KI) begonnen, die weitreichende Unterstützung in verschiedenen Kernbereichen der Universitätsmedizin bieten soll.
Unter dem Namen „Clé“ wird das System sukzessive für alle Mitarbeitenden des Klinikums ausgerollt. Die Anwendung ist dabei für den Einsatz in der Patientenversorgung, der medizinischen Forschung, der akademischen Lehre sowie in der allgemeinen Verwaltung konzipiert.
Wie aus Berichten vom 18. September 2026 hervorgeht, setzt das Universitätsklinikum bei der technischen Umsetzung auf ein hohes Maß an Datensouveränität. Die Plattform wird vollständig auf institutseigenen Servern betrieben.
Durch diesen Ansatz verbleiben sämtliche verarbeiteten Daten innerhalb der internen Infrastruktur der Charité, was insbesondere vor dem Hintergrund der sensiblen Informationen im Gesundheitswesen eine zentrale Rolle für die Informationssicherheit spielt.
Entwicklung und Einsatzgrenzen im klinischen Alltag
Die technologische Grundlage der Plattform wurde von der Ascléa GmbH entwickelt. Trotz der breiten Ausrichtung auf verschiedene Arbeitsbereiche gibt es klare Definitionen für den Funktionsumfang im klinischen Kontext. So ist das System ausdrücklich nicht für die Erstellung von medizinischen Diagnosen oder die Festlegung von Therapiemaßnahmen vorgesehen.
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Die KI dient demnach primär als unterstützendes Werkzeug für organisatorische und administrative Prozesse sowie für die Aufbereitung von Informationen, während die medizinische Letztentscheidung beim Fachpersonal verbleibt.
Der Rollout der Anwendung erfolgt schrittweise, um eine kontrollierte Integration in die bestehenden Arbeitsabläufe der verschiedenen Abteilungen zu gewährleisten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Belegschaft in der Breite von den neuen digitalen Werkzeugen profitieren kann, während gleichzeitig die Stabilität der Systeme gewahrt bleibt.
Signifikante Effizienzsteigerung in der Dokumentenverwaltung
Welches Potenzial die neue Plattform für die Entlastung des Personals bietet, verdeutlichten erste Ergebnisse aus einem Pilotprojekt zur Dokumentenumwandlung. Laut Angaben des Klinikums konnte die durchschnittliche Bearbeitungszeit pro Dokument durch den Einsatz der KI-gestützten Automatisierung von zuvor 30 Minuten auf lediglich 2 Minuten reduziert werden.
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In der Pilotphase wurden insgesamt 1.800 Dokumente über das System verarbeitet. Diese Beschleunigung der Prozesse führte rechnerisch zu einer Einsparung von insgesamt 105 Arbeitstagen. Diese Zahlen unterstreichen den angestrebten Nutzen der Plattform, bürokratische Hürden in der Klinikverwaltung zu senken und Ressourcen für die Arbeit in Forschung und Patientenbetreuung freizusetzen.
Mit der Einführung von „Clé“ positioniert sich die Charité als Vorreiter bei der Nutzung interner KI-Infrastrukturen im deutschen Krankenhaussektor. Das Projekt zeigt, wie große Organisationen im Gesundheitswesen eigene technologische Lösungen implementieren können, um Effizienzgewinne zu realisieren und gleichzeitig die Kontrolle über sensible Datenbestände zu behalten.
