Charles, Schwab

Charles Schwab: Bis zu 20 unautorisierte KI-Zugriffe pro Woche

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere US-Institute begrenzen externe KI-Zugriffe; Kunden können bei Fehlbuchungen nach freiwilliger Datenweitergabe den Erstattungsanspruch verlieren.
Ein steriler, minimalistischer Flur in einem Hochsicherheits-Bankgebäude mit poliertem Steinboden und gedämpfter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere führende US-Kreditinstitute haben unautorisierte KI-Agenten von Drittanbietern in Kundenkonten festgestellt, die teilweise unabhängig von den Vorgaben der Nutzer agierten. Wie aus Medienberichten vom 22. Oktober 2026 hervorgeht, sind unter anderem Morgan Stanley, die Bank of America, JPMorgan Chase, Wells Fargo und die Citigroup von entsprechenden Vorfällen betroffen.

Demnach beobachteten Geldhäuser unter anderem automatisierte Systeme, die Callcenter ohne explizite Kundenerlaubnis kontaktierten oder Transaktionsversuche unternahmen. Bankmanager bezeichneten die Situation als beängstigend und äußerten ernste Bedenken. Als Kernproblem gilt in der Branche vor allem die schwierige Unterscheidung zwischen legitimen Kundenassistenten und eigenmächtig agierenden Systemen.

Institute schränken Zugriffsrechte drastisch ein

Die betroffenen Geldhäuser reagieren mit Abwehrmaßnahmen. Morgan Stanley blockiert externe KI-Agenten vollständig; ein Unternehmenssprecher erklärte, das Institut habe bislang keine eigenmächtigen KI-Agenten verzeichnet. Bei JPMorgan Chase betonte Konzernchef Jamie Dimon, ein beliebiger Zugriff externer Systeme werde verwehrt, da dieser für Kunden und Bank schlicht zu riskant sei.

Bereits im Rahmen der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 13. Oktober 2026 hatte Dimon vor potenziell Tausenden unkontrollierten Agenten auf Finanzplattformen gewarnt. Ein Sprecher der Bank riet Kunden eindringlich davon ab, Anmeldedaten an externe KI-Dienste weiterzugeben.

Ähnlich verfährt die Citigroup: Sie verwehrt Agenten von Drittanbietern Logins sowie Transaktionen und gestattet lediglich Lesezugriffe über autorisierte Open-Banking-Schnittstellen. Auch bei der Bank of America gibt es strikte Beschränkungen. Konzernchef Brian Moynihan stellte klar, dass bei allen Geldabflüssen zwingend ein Mensch eingebunden bleiben müsse.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit seiner digitalen Konten befasst, erkennt schnell, dass Passwörter allein oft nicht mehr ausreichen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. effektiv vor fremden Zugriffen schützen. Passkeys einrichten und Passwort-Stress vermeiden

Charles Schwab sperrt unautorisierte Systeme, darunter das Modell Muse von Meta, ebenfalls aus. Unternehmenschef Rick Wurster bezifferte die Abwehrversuche auf wöchentlich zehn bis zwanzig Vorfälle bei täglichen internen Berichten. Für geplante Schnittstellen über das Model Context Protocol sei ausschließlich ein lesender Zugriff ohne Transaktionsrechte vorgesehen.

Rechtliche Risiken für Bankkunden

Bislang wurden keine bestätigten finanziellen Verluste oder systematischen Diebstähle von Kundengeldern gemeldet. Häufig ermöglichen Kunden den Systemen den Zugriff jedoch selbst, indem sie ihre Benutzernamen und Kennwörter an die KI-Assistenten übermitteln.

Die Sicherheitsüberwachungen der Banken erfassen und blockieren solche Aktivitäten zwar meist, stufen sie bei freiwilliger Herausgabe der Zugangsdaten regulatorisch jedoch nicht automatisch als unberechtigte Kontoverletzung ein.

Dies birgt erhebliche Gefahren für Verbraucher: Nach den Bestimmungen des US Electronic Fund Transfer Act besteht im Fall von Fehlbuchungen durch solche Agenten kein Erstattungsanspruch, da die Weitergabe der Daten als freiwillige Handlung der Kontoinhaber gewertet wird.

Anzeige

Der unbedachte Umgang mit sensiblen Zugangsdaten kann schnell zu finanziellen Schäden führen, für die herkömmliche Schutzmechanismen nicht immer greifen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Ihre Online-Konten mit einer modernen Alternative zum klassischen Passwort manipulationssicher machen. Kostenlosen Report zur sicheren Konten-Anmeldung herunterladen

Behörden und Notenbanken mahnen zur Vorsicht

Jonathan Gould, Comptroller of the Currency, erklärte in einem Fernsehinterview des Senders Fox Business, die Banken seien bereits seit Monaten mit eigenen hochentwickelten KI-Systemen gegen automatisierte Angriffe gewappnet. Er bestätigte die Berichte über konkrete Zugriffe jedoch nicht und äußerte sich nicht zu Erstattungsfragen bei eigenmächtigen Überweisungen.

Parallel dazu mahnte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, der Einsatz künstlicher Intelligenz verkürze das Zeitfenster dramatisch, das Institutionen zum Schließen erkannter Sicherheitslücken bleibe. Die Kreditinstitute arbeiten nun an Notfallszenarien zur schnellen Wiederherstellung von Zugängen, passen ihre Nutzungsbedingungen an und forcieren reine Lesezugriffe als Sicherheitsstandard.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70398740 |