ChatGPT, WhatsApp

ChatGPT auf WhatsApp: EU zwingt Meta zur Öffnung nach 6 Monaten

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nach EU-Anordnung ist ChatGPT in WhatsApp wieder nutzbar. Meta muss Drittanbieter-KI zulassen oder hohe Strafen fürchten.

EU erzwingt Rückkehr: ChatGPT wieder auf WhatsApp verfügbar
Ein stilisiertes, leuchtendes KI-Chatbot-Symbol, das aus einem Smartphone-Bildschirm in einer WhatsApp-Sprechblase erscheint, mit einem verschwommenen europäischen Stadtbild im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit dem 13. Juli 2026 können Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum wieder über WhatsApp auf ChatGPT zugreifen. Der US-Konzern Meta hatte den Dienst für externe KI-Chatbots sechs Monate lang blockiert.

Kartellverfahren beendet Sperre

Die Wiederinbetriebnahme ist das direkte Ergebnis einer einstweiligen Anordnung der EU-Kommission vom 9. Juni 2026. Die Brüsseler Behörde verpflichtete Meta, Drittanbieter zu gleichen Bedingungen wie eigene Dienste zuzulassen. Bei fortgesetzter Blockade drohten Zwangsgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Meta hatte den Zugang am 15. Januar 2026 gesperrt und dies unter anderem mit der Systemlast begründet. Der hauseigene Dienst „Meta AI“ blieb dagegen weiter verfügbar. Im Frühjahr versuchte der Konzern, den Zugang für externe KI-Dienste kostenpflichtig zu gestalten – die Kommission stufte dies als faktisches Verbot ein und lehnte ab. Meta kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Anordnung prüfen zu wollen.

So nutzt du ChatGPT auf WhatsApp

Der KI-Dienst ist über einen speziellen Kontakt mit der Nummer +1-800-242-8478 erreichbar. ChatGPT verarbeitet Texte, Bilder und Sprachnachrichten. Ein dediziertes OpenAI-Konto ist nicht nötig, wer aber eines verknüpft, erhält höhere Nutzungslimits. In der Basisversion gibt es Einschränkungen: Nach dem Versenden eines Bildes oder einer Sprachnachricht folgt eine kurze Wartezeit.

Datenschutzexperten warnen: OpenAI speichert die Konversationen und verknüpft sie mit der WhatsApp-Nummer. Vor der Übermittlung sensibler Informationen wird ausdrücklich abgeraten. Parallel zur Rückkehr auf WhatsApp weitete OpenAI seine Präsenz auf andere Messenger wie Kakao in Südkorea und Viber aus.

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Regulatorischer Druck wächst

Die erzwungene Öffnung von WhatsApp ist Teil eines größeren Trends. Erst am 11. Juli 2026 erhob die EU-Kommission Vorwürfe gegen Meta wegen des Einsatzes sogenannter „Dark Patterns“. Bei einer Verurteilung drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes. Anfang Juli bestätigte das Gericht der Europäischen Union (EuG) zudem die Einstufung anderer Tech-Konzerne als „Torwächter“ – mit weitreichenden Verpflichtungen zur Interoperabilität.

Meta rüstet parallel massiv auf: Zeitgleich mit der ChatGPT-Rückkehr startete das KI-Modell „Muse Image“ zur Bildgenerierung in Instagram und WhatsApp. Für 2026 plant der Konzern Investitionsausgaben von rund 145 Milliarden Euro, um seine Position im KI-Bereich zu festigen.

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Ein weiteres heißes Eisen: die Sicherheit privater Chats. Am 13. Juli 2026 stimmte das EU-Parlament für eine befristete Ausnahme von Datenschutzregeln. Sie erlaubt die automatisierte Suche nach Material über Kindesmissbrauch in privaten Nachrichten bis April 2028 – allerdings nur mit anschließender menschlicher Prüfung vor einer Weitergabe an Behörden.

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