ChatGPT-Chaos: Apples Xprotect löscht offizielle App als Malware
29.05.2026 - 00:40:13 | boerse-global.deEin fehlerhafter Sicherheitszertifikat-Wechsel bei OpenAI sorgte fĂŒr Chaos: Apples Xprotect-System stufte die offizielle ChatGPT-App als Schadsoftware ein und löschte sie bei manchen Nutzern sogar automatisch.
Am 28. Mai begannen macOS-Sicherheitssysteme, die offizielle ChatGPT-Desktopanwendung als Malware zu markieren. Betroffen waren vor allem Ă€ltere Versionen der App, die vor dem 8. Mai 2026 veröffentlicht wurden. Apples integrierter Schutzmechanismus Xprotect blockierte die Software und warf sie in einigen FĂ€llen sogar in den Papierkorb â mit der Warnung, die Anwendung könne den Computer beschĂ€digen.
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OpenAI reagierte umgehend und informierte die Nutzer ĂŒber eine manuelle Lösung. Das Problem: ein False Positive, also ein Fehlalarm des Sicherheitssystems.
Zertifikats-Chaos nach Sicherheitsvorfall
Die Ursache lag in einer Entscheidung von OpenAI, die eigenen Notarisierungszertifikate auszutauschen. Hintergrund war ein Sicherheitsvorfall bei Axios, einem Drittanbieter-Tool, das die Entwickler nutzen. Zudem stand der Schritt im Zusammenhang mit der Reaktion auf den TanStack-npm-Lieferkettenangriff.
Durch den Zertifikatswechsel erkennt Apples Betriebssystem Ă€ltere Builds der ChatGPT-App nicht mehr als notariert an. Kann macOS die Notarisierung einer Anwendung nicht verifizieren, greifen automatisch die Sicherheitsprotokolle â und blockieren die Software.
So lösen Nutzer das Problem
OpenAI empfiehlt betroffenen Anwendern, die als Schadsoftware markierte Version vollstĂ€ndig zu löschen und eine Neuinstallation durchzufĂŒhren. Der Download der aktuellsten Version direkt von der offiziellen ChatGPT-Seite stellt den korrekten Notarisierungsstatus wieder her. Danach lĂ€uft die App ohne Eingriffe von Xprotect.
Das Unternehmen stellte klar: Die offizielle Software selbst enthĂ€lt keinen schĂ€dlichen Code. Die Malware-Warnungen waren eine direkte Folge der widerrufenen Sicherheitszertifikate â nicht einer Kompromittierung der ChatGPT-Anwendung.
Echte Gefahr: Parallel laufende Malware-Kampagne
WĂ€hrend die Probleme der offiziellen App technischer Natur waren, entdeckten Sicherheitsforscher eine echte Bedrohung fĂŒr ChatGPT-Nutzer. Bereits Anfang der Woche tauchte eine betrĂŒgerische Website namens openew[.]app auf, die das OpenAI-Branding imitiert und tatsĂ€chliche Schadsoftware verbreitet.
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Windows-Nutzer, die die gefĂ€lschte Seite besuchen, werden mit einem Credential-Stealer infiziert. Mac-Anwender hingegen sollen eine Variante des Odyssey Stealer herunterladen, der auch als Atomic Stealer (AMOS) bekannt ist. Branchenweite Sicherheitsdaten zeigen, dass AMOS hĂ€ufig als Malware-as-a-Service fĂŒr umgerechnet rund 2.800 Euro pro Monat vermietet wird.
Die Schadsoftware zielt auf eine breite Palette sensibler Daten ab:
- Browser-Passwörter und Cookies
- Telegram-Sitzungsdaten
- KryptowÀhrungs-Wallet-Informationen
- Trojanisierte Versionen von Hardware-Wallet-Anwendungen wie Ledger und Trezor
Sicherheitsexperten betonen: Nutzer sollten den ChatGPT-Desktop-Client ausschlieĂlich von den offiziellen OpenAI-Domains herunterladen, um diese bösartigen Abkömmlinge zu vermeiden.
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