ChatGPT-Missbrauch, LLMShare-Malware

ChatGPT-Missbrauch: LLMShare-Malware seit 29. Mai im Umlauf

Veröffentlicht am: 30.05.2026 um 15:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle nutzen manipulierte Handelsplattformen und KI, um Anleger um hohe Summen zu bringen. Behörden schlagen international zu.

ChatGPT-Missbrauch: LLMShare-Malware seit 29. Mai im Umlauf Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de
ChatGPT-Missbrauch: LLMShare-Malware seit 29. Mai im Umlauf Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Unter dem Namen UniShadowTrade verbreiten Kriminelle manipulierte Handelsplattformen. Die Apps locken Anleger mit hohen Renditen – und leiten ihr Geld auf betrĂŒgerische Konten um.

Die TĂ€ter kombinieren technische Tricks mit psychologischer Manipulation. Experten bezeichnen das Vorgehen als „Pig-Butchering“: Opfer werden langsam aufgebaut, bis sie Vertrauen fassen und große Summen einzahlen.

Anzeige

Millionen Deutsche nutzen tĂ€glich Online-Banking per Smartphone – ohne diesen Schutz ist das gefĂ€hrlich. Experten warnen: Wer diese 5 Maßnahmen nicht kennt, riskiert Datenverlust und finanzielle SchĂ€den. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

KI-gestĂŒtzte Angriffe auf dem Vormarsch

Die aktuelle Welle nutzt das UniApp-Framework aus. Damit verteilen Angreifer gefĂ€lschte Apps sowohl in offiziellen Stores als auch ĂŒber Phishing-Seiten. Zu den bekannten Domains zĂ€hlen yupstocks.com, upstoxcalculator.com und api.fxbrokers.cc.

Das FBI meldet fĂŒr 2025 einen rasanten Anstieg KI-gestĂŒtzter Betrugsmaschen. Die SchĂ€den in den USA liegen bei umgerechnet rund 893 Millionen Euro. Besonders perfide: TĂ€ter setzen auf Deepfakes und manipulierte Stimmen.

Erfolg gegen die Masche meldet die Ukraine: Am 29. Mai 2026 zerschlugen Ermittler ein Callcenter-Netzwerk in Odessa und Charkiw. Die BetrĂŒger gaben sich mit KI-Stimmen als kasachische SicherheitskrĂ€fte oder Investmentfirmen aus. Allein in MĂŒnchen verlor eine Seniorin auf diese Weise 500.000 Euro an falsche Polizisten.

ChatGPT und Microsoft als Einfallstore

Eine weitere aktuelle Gefahr heißt LLMShare. Seit dem 29. Mai 2026 dokumentieren Sicherheitsforscher, wie Angreifer die offizielle Sharing-Funktion von ChatGPT missbrauchen. Über Google-Anzeigen landen Nutzer auf legitimen OpenAI-Seiten. Dort erscheint eine gefĂ€lschte Fehlermeldung – der angebotene Download-Link installiert Infostealer.

Ähnliche Muster gibt es bei Anthropics Claude Artifacts. Und auch Microsofts offizielle Kommunikationswege sind betroffen: Die TĂ€ter verschicken Phishing-Mails ĂŒber das Konto msonlineserviceteam@microsoftonline.com. Die Nachrichten tauchen in echten E-Mail-VerlĂ€ufen auf – und wirken dadurch vertrauenswĂŒrdig.

Anzeige

4,7 Millionen gehackte Konten pro Quartal in Deutschland – sind Sie der NĂ€chste? Experten warnen: Wer noch Passwörter nutzt, geht ein unnötiges Risiko ein. So schĂŒtzen Sie sich jetzt kostenlos. Kostenlosen Passkey-Report jetzt nachlesen

Google rĂŒstet gegen Cookie-Diebstahl auf

Besonders Krypto-Trader leiden unter gestohlenen Sitzungscookies. Google reagiert: Im Mai 2026 fĂŒhrt der Chrome-Browser Device Bound Session Credentials (DBSC) ein. Die Funktion bindet Cookies an den Hardware-Sicherheitschip des GerĂ€ts – etwa das Trusted Platform Module (TPM). Selbst gestohlene Cookies werden damit wertlos. Betroffen sind Plattformen wie Binance, Coinbase oder MetaMask.

Internationale SchlÀge gegen CyberkriminalitÀt

Die Behörden erhöhen den Druck. In den Niederlanden zerschlugen Polizei und das Nationale Zentrum fĂŒr Cybersicherheit (NCSC) Ende Mai ein Botnet mit rund 17 Millionen infizierten GerĂ€ten. Über 200 Server wurden beschlagnahmt – sie dienten DDoS-Angriffen und anderen illegalen AktivitĂ€ten.

In den USA reichte die Börsenaufsicht SEC am 30. Mai Klage gegen einen Texaner ein. Seine Firma Privvy Investments sammelte rund 12,3 Millionen Dollar von 150 Anlegern ein. Versprochen waren Renditen von bis zu 50 Prozent binnen Wochen – angeblich durch einen KI-Handelsroboter. Der existierte nie. Ein Großteil der Gelder floss in ein Schneeballsystem.

Lokale Welle in Hamm

Auch auf lokaler Ebene schlagen BetrĂŒger zu. In Hamm kam es zwischen dem 22. und 26. Mai zu einer Smishing-Welle. Mehrere Bankkunden verloren durch gefĂ€lschte SMS und Anrufe angeblicher Bankmitarbeiter fĂŒnfstellige BetrĂ€ge.

Die Polizei rĂ€t: Bei verdĂ€chtigen Nachrichten sofort die Hausbank ĂŒber offizielle KanĂ€le kontaktieren. Im Ernstfall das Konto unter der zentralen Notrufnummer 116 116 sperren lassen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69448873 |