ChatGPT: OpenAI führt Elternkontrolle und Study Mode ein
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 07:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI hat am Donnerstag umfassende Sicherheitsfunktionen für jugendliche ChatGPT-Nutzer vorgestellt. Im Zentrum stehen erweiterte elterliche Kontrollmöglichkeiten und ein spezieller Lernmodus.
Mehr Kontrolle für Eltern
Mit dem Update erhalten Eltern deutlich mehr Einfluss darauf, wie Teenager mit der KI interagieren. Sie können künftig „Ruhezeiten" festlegen, die Sprachfunktion deaktivieren und die Bildgenerierung einschränken. Ein neues Benachrichtigungssystem informiert Eltern zudem, wenn das Konto ihres Kindes wegen Verstößen gegen die Sicherheitsrichtlinien – etwa bei Gewaltandrohungen – gesperrt wurde.
Die Privatsphäre der Jugendlichen bleibt dabei gewahrt: OpenAI betont, dass Eltern keinen Zugriff auf die konkreten Chat-Inhalte erhalten. Die Neuerungen bauen auf einem ersten Ausbau der elterlichen Kontrollfunktionen vom 13. Juli auf.
Automatische Alterserkennung
Um jüngere Nutzer zu identifizieren, setzt OpenAI auf ein Verhaltensanalyse-System zur Altersvorhersage. Die Technologie, die seit Ende 2025 schrittweise ausgerollt wird, sorgt dafür, dass die Plattform automatisch strengere Inhaltsfilter und Sicherheitsprotokolle anwendet – sobald ein Nutzer als unter 18 Jahren erkannt wird.
„Study Mode" als Lernbegleiter
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Herzstück der Ankündigung ist der neue „Study Mode". Eltern können ihn als Standardeinstellung festlegen. Der Modus zwingt die KI dazu, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Problemlösung zu geben – statt einfach nur die Antwort zu verraten. Zusätzlich schlägt die Plattform lernorientierte Fragen vor, um Schüler etwa in Mathe oder Naturwissenschaften zu fördern.
Die Zahlen zeigen, wie wichtig dieser Bereich ist: Rund 90 Prozent der jugendlichen Nutzer verwenden ChatGPT wöchentlich für Bildungszwecke. Allein die interaktiven Mathe- und Wissenschaftstools verzeichnen 18 Millionen wöchentliche Nutzer. Um gesündere Nutzungsgewohnheiten zu fördern, blendet ChatGPT künftig häufigere Erinnerungen an Bildschirmpausen ein – speziell für Teenager.
Regulatorischer Druck wächst
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist kein Zufall. KI-Entwickler stehen zunehmend unter Druck von Regulierungsbehörden und der Öffentlichkeit. In Kanada erhöhen der geplante Digital Safety Act sowie mögliche regionale Verbote von Chatbots für unter 16-Jährige in Manitoba den Handlungsdruck auf die Tech-Konzerne. OpenAI betont, dass der Schutz von Minderheiten – einschließlich eines Verbots von gezielter Werbung für Kinder – zu den obersten Prioritäten zählt.
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Auch Meta zieht nach
OpenAI ist nicht der einzige Konzern, der diese Woche nachschärft. Meta startete am Donnerstag ebenfalls „Parent Alerts" für seine KI-Dienste – zunächst in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada. Das System benachrichtigt Eltern, wenn ein Gespräch ihres Teenagers mit der KI auf Selbstmord- oder Selbstverletzungsrisiken hindeutet. Jeder solche Fall wird vor der Benachrichtigung von einem Menschen überprüft.
Hintergrund sind Berichte über ernste Sicherheitsprobleme: Vor den Modelländerungen Ende 2025 führten schätzungsweise 1,2 Millionen wöchentliche Nutzer Gespräche über Selbstverletzung mit ChatGPT. OpenAI arbeitet unter anderem mit dem Family Online Safety Institute und der Organisation Moonshot zusammen, um den „Teen Safety Blueprint" zu entwickeln und die Schutzmaßnahmen weiter zu verfeinern.
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