ChatGPT-Phishing: Neue Kampagne stiehlt OpenAI-Passwörter
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben eine neue, spezialisierte Phishing-Kampagne identifiziert, die gezielt auf die Passwörter von OpenAI-Anwendern abzielt. Wie aus Untersuchungen des Experten Josh Varden vom Sicherheitsdienstleister Cofense hervorgeht, nutzen die Angreifer dabei gefĂ€lschte Rechnungs-E-Mails im Namen des KI-Dienstes ChatGPT, um Nutzer zur Preisgabe ihrer sensiblen Zugangsdaten zu bewegen. Die Kampagne zeichnet sich durch eine psychologische DruckausĂŒbung und die Ausnutzung legitimer Web-Infrastrukturen aus.
Dringlichkeit als Werkzeug der TĂ€uschung
In den untersuchten FĂ€llen werden die betrĂŒgerischen Nachrichten unter dem Absendernamen âChatGPTâ versendet. Die Betreffzeilen sind darauf ausgelegt, sofortige Aufmerksamkeit zu erregen; sie lauten unter anderem âUrgent: Update Your Payment Method...â (Dringend: Aktualisieren Sie Ihre Zahlungsmethode).
In der Nachricht selbst wird behauptet, dass eine offene Rechnung ĂŒber einen Betrag von 23,80 US-Dollar vorliege, die noch nicht beglichen worden sei.
Um den Druck auf die EmpfĂ€nger weiter zu erhöhen, setzen die TĂ€ter eine strikte Frist von 48 Stunden. Innerhalb dieses Zeitraums mĂŒsse die Zahlung erfolgen, um eine Sperrung des Kontos oder eine Unterbrechung des Dienstes zu verhindern. Diese Methode der kĂŒnstlichen Verknappung der Reaktionszeit ist ein klassisches Element des Social Engineering, um Opfer zu unĂŒberlegten Handlungen zu verleiten.
Technologische Verschleierung ĂŒber Google-Dienste
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Ein besonderes technisches Merkmal dieser Kampagne ist die Nutzung seriöser Dienste, um Sicherheitsbarrieren zu umgehen. Wie Sicherheitsberichte mitteilen, enthĂ€lt die E-Mail einen Link, der nicht direkt auf die schadhafte Seite fĂŒhrt, sondern einen Google-Redirect nutzt.
Konkret wird hierfĂŒr die Adresse notifications[.]googleapis[.]com verwendet. Durch die Einbindung einer legitimen Domain von Google gelingt es den Angreifern hĂ€ufiger, automatisierte E-Mail-Scanner und Sicherheitsfilter zu tĂ€uschen, die bekannte bösartige URLs blockieren wĂŒrden.
Klicken die EmpfÀnger auf den Link, werden sie auf eine gefÀlschte Anmeldeseite weitergeleitet, die das Design der offiziellen OpenAI-Plattform prÀzise imitiert.
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WĂ€hrend die legitime Login-Seite des Unternehmens ausschlieĂlich ĂŒber die Adresse auth.openai.com zu erreichen ist, operieren die BetrĂŒger mit einer tĂ€uschend echt wirkenden Kopie. Sobald ein Nutzer dort seine E-Mail-Adresse und sein Passwort eingibt, werden diese Informationen direkt an die HintermĂ€nner der Kampagne ĂŒbermittelt.
Identifizierung der Angriffsmuster
FĂŒr IT-Sicherheitsteams und Administratoren wurden spezifische Merkmale der Kampagne dokumentiert. Ein deutlicher Hinweis auf den Betrugsversuch findet sich in der tatsĂ€chlichen Absenderadresse. Obwohl der Anzeigename âChatGPTâ lautet, werden die Mails von der Adresse support@9527db6e1a[.]nxcli[.]io verschickt, die in keiner Verbindung zu OpenAI steht.
ZusĂ€tzlich identifizierten die Forscher von Cofense technische Indikatoren auf den Zielseiten der Kampagne. Dazu gehören unter anderem Dateipfade wie login.php und key.php, die fĂŒr den Prozess des Datendiebstahls auf den manipulierten Servern verantwortlich sind.
Experten raten dazu, bei unerwarteten Zahlungsaufforderungen stets die URL im Browser zu prĂŒfen und sich im Zweifelsfall direkt ĂŒber die offiziell bekannten Webseiten beim jeweiligen Dienst anzumelden, anstatt Links aus E-Mails zu folgen.
Da ChatGPT zunehmend in professionellen Arbeitsumfeldern eingesetzt wird, stellt der Diebstahl von Zugangsdaten ein erhebliches Risiko fĂŒr die Sicherheit von Unternehmensdaten dar.
