Chemotherapie-Nebenwirkungen: Neuer Wirkstoff gegen Nervenschäden
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 23:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen MIRA Pharmaceuticals hat das Protokoll für eine Phase-2a-Studie zu seinem Wirkstoffkandidaten Ketamir-2 eingereicht. Die Studie soll die Wirksamkeit des Präparats bei chemotherapieinduzierter peripherer Neuropathie (CIPN) untersuchen – einer Nervenschädigung, die bei vielen Krebspatienten als Folge einer Chemotherapie auftritt und mit chronischen Schmerzen, Taubheitsgefühlen und Empfindlichkeitsstörungen einhergeht.
Die Einreichung erfolgte nach Rückmeldung der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Prüfung durch ein Institutional Review Board (IRB) an einem führenden Krebsforschungsinstitut. MIRA Pharmaceuticals meldete den Vorgang in einer 8-K-Einreichung.
Studiendesign mit Crossover-Ansatz
Die geplante Untersuchung ist als randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit drei Perioden im Crossover-Design angelegt. Getestet werden zwei Dosierungen von Ketamir-2 – 300 mg und 600 mg – im Vergleich zu Placebo.
Jede der drei Behandlungsperioden dauert sieben Tage, dazwischen liegt jeweils eine Auswaschphase von 13 Tagen, in der der Wirkstoff aus dem Körper der Studienteilnehmer wieder abgebaut werden soll, bevor die nächste Behandlungsperiode beginnt.
Dieses Design erlaubt es, dass jeder Teilnehmer im Studienverlauf sowohl die Verum- als auch die Placebo-Behandlung durchläuft, was Vergleiche innerhalb der Patientengruppe ermöglicht.
Grundlage in Phase-1-Daten
Die Phase-2a-Studie baut auf einer bereits abgeschlossenen Phase-1-Untersuchung auf. Dabei waren laut MIRA Pharmaceuticals weder schwere Nebenwirkungen (SAEs) noch dosislimitierende Toxizitäten (DLTs) aufgetreten. Diese Sicherheitsdaten aus der ersten Studienphase bilden die Grundlage für den nun angestrebten Schritt in eine Wirksamkeitsprüfung an einer größeren Patientengruppe.
Zeitplan und nächste Schritte
Taubheitsgefühle in Händen und Füßen, die nach der Chemotherapie nicht verschwinden — für viele Betroffene ist das der belastendste Teil der Behandlung. Ein neuer Wirkstoffkandidat durchläuft jetzt die nächste Prüfstufe gegen genau diese Nervenschäden. Unser kostenloser Leitfaden erklärt verständlich, was die Studienphasen bedeuten und welche Fragen Sie Ihrem Behandlungsteam stellen sollten. Kostenlosen Leitfaden zu Nervenschäden anfordern
Der eigentliche Studienstart beziehungsweise die sogenannte Site-Initiation ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen – vorausgesetzt, das IRB erteilt die notwendige Freigabe. Bis dahin steht die Prüfung des eingereichten Protokolls durch das Institutional Review Board des beteiligten Krebsforschungsinstituts aus.
Diese Prüfung ist ein üblicher Zwischenschritt, bevor eine klinische Studie an Patienten tatsächlich beginnen kann, und dient dazu, ethische und methodische Standards sicherzustellen.
Ă–ffentlicher Auftritt in Tokio
Parallel zur Studienvorbereitung wird MIRA Pharmaceuticals im Oktober 2026 auf der International Conference on Addiction and Psychiatry in Tokio vertreten sein, die vom 5. bis 6. Oktober 2026 stattfindet.
Solche Fachkonferenzen dienen Unternehmen in der Regel dazu, Forschungsergebnisse und Studienpläne einem internationalen Fachpublikum vorzustellen und den Austausch mit Klinikern und Wissenschaftlern aus dem Bereich Sucht- und Schmerzmedizin zu suchen.
Einordnung fĂĽr Betroffene
Für viele Krebsbehandlungen gibt es bislang nur begrenzte Optionen gegen bleibende Nervenschäden — doch die Forschung bewegt sich. Ein Wirkstoffkandidat gegen chemotherapieinduzierte Neuropathie steht vor der nächsten Studienphase, erste Sicherheitsdaten liegen vor. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie die Studienlage einordnen und was Sie heute für sich tun können. Jetzt Studienlage verständlich einordnen
Chemotherapieinduzierte periphere Neuropathie gilt als eine der belastendsten Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung, fĂĽr die es bislang nur begrenzte therapeutische Optionen gibt.
Sollte sich Ketamir-2 in der geplanten Phase-2a-Studie als wirksam und sicher erweisen, könnte dies mittelfristig eine zusätzliche Behandlungsoption für Patienten eröffnen, die unter den Folgen einer Chemotherapie leiden. Bis dahin steht jedoch zunächst die formale Freigabe durch das IRB aus, bevor die eigentliche Patientenrekrutierung und Behandlung beginnen kann.
