China-Boom: 57.000 Bestellungen für autonome Lieferwagen im H1 2026
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 21:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der chinesische Autonomie-Spezialist MINIEYE und DiDis Lieferdienst bringen fahrerlose Transporter auf die Straße.
MINIEYE Technology und DiDi Delivery haben am Montag eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel ist der beschleunigte Einsatz von Level-4-Autonomie (L4) in der städtischen Logistik. Die Kooperation kombiniert MINIEYEs Fahrzeugtechnologie mit DiDis etablierter Lieferplattform für den innerstädtischen Verkehr.
Erste Station: Foshan
MINIEYE liefert seine „Bamboo"-Serie – L4-Fahrzeuge, die ohne hochauflösende Karten auskommen und auf spezielle Fahrsoftware setzen. DiDi Delivery, betrieben von Beijing Kuaiju Anyun Technology, steuert die Plattform bei: App-Bestellung, Mini-Programme und intelligente Disposition.
Die erste Phase startet in Foshan in der Provinz Guangdong. Das System bildet einen geschlossenen Kreislauf für fahrerlose Lieferungen – vom Wareneingang bis zur Zustellung. Die Unternehmen planen, das Modell auf weitere Städte auszuweiten, um die Logistikkosten insgesamt zu senken.
Wachstumsmarkt Niedriggeschwindigkeitsfahrzeuge
Die Partnerschaft kommt in einer Phase rasanten Wachstums. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in China über 57.000 öffentlich nachvollziehbare Bestellungen für langsame autonome Fahrzeuge registriert. MINIEYE belegt mit 8.300 Bestellungen den dritten Platz – hinter Geely Farizon (26.000) und Go Further.AI (15.000).
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Internationale Expansion und kartenlose Navigation
Auf der LEAP East 2026 in Hongkong (8. bis 10. Juli) zeigten Branchenvertreter, wie autonome Logistik global skaliert. Neolix hat bereits über 25.000 RoboVans in 15 Ländern und 300 Städten im Einsatz. Das Unternehmen setzt auf ein Robot-as-a-Service-Modell (RaaS) und kartenlose Navigation. Mit 200 Millionen autonom gefahrenen Kilometern sieht Neolix den Nahen Osten als primären Wachstumsmarkt.
Der südkoreanische Anbieter Neubility meldete, dass sein Lieferroboter „Neubi" bereits 146.721 Kilometer im realen Einsatz zurückgelegt hat. Das Unternehmen produziert monatlich 50 Einheiten in seinem Seongsu Physical AI Center und plant die Vorstellung eines humanoiden Roboters namens „Billlie" für Logistik und Fertigung.
USA: Drohnen und E-Bikes im Kommen
Auch in Nordamerika beschleunigt sich die Entwicklung. Wonder und Zipline kündigten eine Partnerschaft für Drohnen-Lieferungen in Texas an. Der Betrieb soll im Januar 2027 in Dallas starten. Wonder erwartet, dass bis Ende 2027 die meisten seiner Standorte in Texas Drohnen-Services anbieten. Zipline hat bereits über 2,5 Millionen autonome Lieferungen weltweit absolviert.
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Im bodengebundenen Bereich hat Carziqo seinen A-DS-Service auf Austin, Texas, ausgeweitet – nach Los Angeles und Atlanta. Das System ist für Kurzstrecken optimiert und nutzt zentrales Flottenmanagement.
Rivian wiederum steigt stärker in die letzte Meile ein. Der E-Auto-Hersteller unterstützt das E-Bike-Startup Also und arbeitet mit DoorDash an autonomen Lieferrädern. Rivians Aktie notierte zuletzt bei 17,31 Euro – ein Plus von 35,8 Prozent im Jahresvergleich, aber ein Minus von 10,8 Prozent seit Jahresbeginn.
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