China plant 100.000 humanoide Roboter: Angriff auf Weltmarkt
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
000 humanoide Roboter produzieren. Das gab der stellvertretende Direktor der Abteilung für Wissenschaft und Technologie im Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT), Gan Xiaobin, am Dienstag bekannt. Die Ankündigung unterstreicht Pekings ehrgeiziges Ziel, den globalen Robotermarkt anzuführen.
Bereits heute durchdringt Künstliche Intelligenz die chinesische Industrie in hohem Tempo. Laut Ministeriumsdaten setzen mittlerweile über 30 Prozent der großen Industrieunternehmen KI-Technologien ein. Unterstützt wird diese Entwicklung durch den Nationalen KI-Industrieinvestitionsfonds, der seine Aktivitäten zuletzt ausgeweitet hat. Im Fokus steht die sogenannte „verkörperte KI" – Roboter, die physisch mit ihrer Umgebung interagieren können.
Shanghai als Epizentrum der Roboterrevolution
Shanghai hat sich zum Zentrum dieser industriellen Offensive entwickelt. Auf die Metropole entfallen rund ein Drittel der gesamten chinesischen Roboterindustrie. Der 15. Fünfjahresplan der Stadt für die Jahre 2026 bis 2030 stellt den Ausbau von Roboteranwendungen ganz oben auf die Agenda. Allein im Bezirk Pudong sind mehr als 100 Unternehmen angesiedelt, in einem spezialisierten Park im Stadtteil Baoshan weitere rund 300 Firmen.
Die Produktionszahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von Januar bis Mai 2026 erreichten die Roboterexporte über die Häfen Shanghais einen Wert von 8,36 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro. Die Lieferungen gingen in 113 Länder und machen mehr als 40 Prozent der gesamten chinesischen Roboterexporte aus. Damit liegt Shanghai landesweit an der Spitze.
AgiBot durchbricht die 15.000er-Marke
Ein Vorzeigeunternehmen ist der in Shanghai ansässige Hersteller AgiBot. Ende Juni 2026 lief der 15.000ste universell einsetzbare Roboter vom Band. Die Entwicklung verlief rasant: 2023 startete das Unternehmen mit sechs Prototypen, erreichte im März 2026 die 10.000er-Marke und legte in nur drei Monaten weitere 5.000 Einheiten drauf.
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AgiBot hat 2026 zum Jahr der großflächigen Einführung verkörperter KI erklärt. Ein Praxistest unterstreicht die Leistungsfähigkeit: Zwischen dem 23. und 28. Juni führte das Unternehmen eine Prototypen-Validierung auf einer Tablet-Fertigungslinie bei Longcheer Technology in Nanchang durch. Acht Roboter arbeiteten rund um die Uhr mit einer Präzision von unter einem Millimeter und einer 100-prozentigen Erfolgsquote bei der Erkennung fehlerhafter Produkte.
Besonders bemerkenswert: Während die erste Arbeitsstation noch vier Monate für die Inbetriebnahme benötigte, verkürzte sich die Zeit für Folgestationen auf ein bis zwei Wochen. Bis Jahresende rechnet AgiBot mit Gesamtauslieferungen zwischen 40.000 und 50.000 Einheiten.
Startups und Lieferketten im Aufwind
Der rasante Hochlauf wird sowohl von etablierten Playern als auch von jungen Startups getrieben. Simplexity Robotics, vor weniger als einem Jahr gegründet, lieferte kürzlich die erste Charge von 100 i7 Pro Robotern aus. Die Einheiten wurden bei Leaderdrive in Betrieb genommen, einem Hersteller von Harmonischen Getrieben, der rund 40 Prozent des chinesischen Marktes für Roboter-Gelenke kontrolliert. Simplexity hat in fünf Finanzierungsrunden rund zwei Milliarden Yuan eingesammelt und wird bereits mit über einer Milliarde Euro bewertet.
Auch die Zulieferkette professionalisiert sich zunehmend. 2025 stellten Unternehmen aus der Automobilindustrie und börsennotierte Firmen rund 60 Prozent der neuen Lieferanten für die Branche. Spezialisierte Startups wie LinkerBot und Wuji Technology konzentrieren sich auf geschickte Roboterhände. Sie nutzen Teleoperation und tragbare Datenhandschuhe, um die Präzision für Aufgaben in der Gesundheitsversorgung, Altenpflege und im Haushalt zu verbessern.
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Weltweite Bühne für die Branche
Die Fortschritte der Branche werden auf der Welt-KI-Konferenz 2026 in Shanghai vom 17. bis 20. Juli präsentiert. Die Veranstaltung erwartet mehr als 1.100 Aussteller und 3.000 Exponate, darunter über 300 globale Produktpremieren. Humanoide Roboter aus heimischer Produktion sollen während der Konferenz als Helfer zum Einsatz kommen.
Die internationale Zusammenarbeit bleibt ein wichtiger Faktor. Am 4. Juli endete in Shanghai ein internationales Schulungsprogramm für industrielle KI mit Teilnehmern aus Partnerländern der „Neuen Seidenstraße" – darunter Ungarn, Russland, Usbekistan und Vietnam. Das vom Ministerium für Wissenschaft und Technologie ausgerichtete Programm vermittelte Wissen zu KI-Politik und intelligenter Fertigung, um globale Partnerschaften zu fördern.
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