China TCM: 800–850 Millionen RMB Verlust im ersten Halbjahr
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 17:26 Uhr, Redaktion boerse-global.deDer traditionsreiche Pharmakonzern China Traditional Chinese Medicine Holdings (China TCM) steckt tief in den roten Zahlen. Für das erste Halbjahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Verlust zwischen 800 und 850 Millionen Renminbi (RMB). Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Gewinn von 141,76 Millionen RMB ausgewiesen.
Politische Reformen und Abschreibungen belasten
Als Hauptgrund für den massiven Einbruch nennt China TCM weitreichende politische Veränderungen. Die Reformen hätten zu einem branchenweiten Abschwung geführt. Zusätzlich drücken Goodwill-Abschreibungen auf die Bilanz.
Die Aktie des Unternehmens steht unter Druck. Analysten raten zum Verkauf der Papiere und setzen ein Kursziel von 1,60 Hongkong-Dollar. Die negative Stimmung trifft auf einen ohnehin schwachen Gesamtmarkt: Der Shanghai Composite Index verzeichnete Mitte Juli deutliche Verluste.
Chinas Wirtschaft verliert an Fahrt
Die Krise im TCM-Sektor ist kein Einzelfall. Die gesamte chinesische Wirtschaft schwächelt. Im zweiten Quartal 2026 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 4,3 Prozent – nach 5 Prozent im ersten Quartal. Das ist das schwächste Quartalsergebnis seit Ende 2022. Für das erste Halbjahr ergibt sich ein Plus von 4,7 Prozent.
Besonders auffällig: Die Investitionen brechen ein. Im ersten Halbjahr sanken sie um 5,7 Prozent. Der Immobiliensektor verzeichnete sogar ein Minus von 18 Prozent. Einziger Lichtblick: Die Exporte legten im Juni um satte 27 Prozent zu. Der Binnenkonsum bleibt dagegen mau – die Einzelhandelsumsätze stiegen nur um 1 Prozent.
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2026 mit einem Gesamtwachstum von 4,6 Prozent. Im kommenden Jahr könnte es auf 4,1 Prozent abkühlen.
Milliardenverluste bei Airlines, Exportverbot fĂĽr Helium
Auch andere Branchen ächzen unter den schwierigen Rahmenbedingungen. Die großen staatlichen Fluggesellschaften China Southern, Air China und China Eastern meldeten für das erste Halbjahr kombinierte Milliardenverluste. Grund sind unter anderem gestiegene Kerosinpreise infolge des Nahostkonflikts.
Die Regierung greift zunehmend regulierend ein. Anfang Juli trat ein Exportverbot für Helium in Kraft. Das Edelgas wird für strategisch wichtige Industrien wie die Chipproduktion benötigt – die Versorgung im Inland soll gesichert werden.
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Im Hochtechnologiebereich gibt es aber auch positive Signale: Der Speicherchiphersteller CXMT erlöste Mitte Juli bei seinem Börsengang in Shanghai rund 8,5 Milliarden Euro. Das zeigt das anhaltende Interesse an technologischer Autarkie.
Für die Chemie- und Pharmaindustrie bleibt die Lage angespannt. Während chinesische TCM-Anbieter unter politischem Druck stehen, leidet auch die deutsche Branche. Die Produktion sank im ersten Halbjahr um 3 Prozent. Viele Unternehmen fürchten eine Deindustrialisierung.
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