Chip-Swapping, Vietnams

Chip-Swapping: Vietnams Staatsbank warnt vor Kartenbetrug

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 07:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die vietnamesische Zentralbank warnt vor Chip-Swapping-Betrug und fordert Banken zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen auf. Bereits 4,5 Millionen Kunden wurden gewarnt.

Vietnam: Chip-Swapping-Betrug mit Kreditkarten – Zentralbank fordert härtere Maßnahmen
Nahaufnahme eines goldenen Sicherheitschips auf einer Kreditkarte als Symbol für digitale Zahlungsbetrugsrisiken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die vietnamesische Staatsbank schlägt Alarm: Kriminelle entfernen Sicherheitschips aus echten Kreditkarten und übertragen sie auf präparierte Kartenrohlinge. Mit dieser als Chip-Swapping bekannten Methode erstellen die Täter gefälschte Karten und autorisieren damit unberechtigte Zahlungen.

Die Zentralbank veröffentlichte Ende Juli ein offizielles Schreiben an alle Kreditinstitute und Zahlungsdienstleister. Darin heißt es, die Täter nutzten gezielt Sicherheitslücken bei Bezahlvorgängen in Restaurants und Ladengeschäften aus.

Banken unter Druck

Die Staatsbank fordert die Finanzinstitute auf, ihre Sicherheitsmaßnahmen massiv zu verschärfen. Konkret verlangt sie eine konsequente Prüfung der bestehenden Dekrete zur Sicherheit im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Auch ausländische Zahlungsdienstleister sollen strenger kontrolliert werden.

Ein zusätzliches Problem: Auf einigen im Umlauf befindlichen Karten fehlt der Name des Inhabers. Das erhöhe die Missbrauchsgefahr erheblich, kritisiert die Zentralbank.

Die Institute sollen nun technische Lösungen erforschen, die das Entfernen der Chips verhindern oder zumindest deutlich erschweren. Gleichzeitig müssen die Kontrollen an physischen Zahlungsakzeptanzstellen verstärkt werden.

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Was Kunden jetzt beachten sollten

Die Staatsbank ruft Karteninhaber dazu auf, ihre Karten regelmäßig auf Manipulationen zu prüfen. Transaktionen sollten engmaschig überwacht und sensible Informationen wie CVV- oder CVC-Codes konsequent geschützt werden.

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Blick auf das Risikowarnsystem SIMO: Bis Ende Juni verschickte es Warnmeldungen an mehr als 4,5 Millionen Kunden. Über 1,5 Millionen davon stoppten daraufhin ihre Transaktionen proaktiv. Das verhinderte Schadensvolumen liegt bei über 5,1 Billionen Vietnamesische Dong – umgerechnet rund 190 Millionen Euro.

Betrug auch in Deutschland

Die Betrugsmaschen rund um Bankkarten nehmen nicht nur in Vietnam zu. In den vergangenen Tagen häuften sich Vorfälle, bei denen sich Täter als Bankmitarbeiter oder Polizeibeamte ausgaben. Ihre Masche: Sie klingeln an der Haustür der Opfer und lassen sich Debitkarten samt PIN aushändigen.

Auch Phishing-Angriffe über Messengerdienste bleiben ein großes Problem. In einem aktuellen Fall in Deutschland versuchten Täter, einen Nutzer unter dem Vorwand einer Verifizierung zur Preisgabe seiner Kreditkartendaten zu bewegen. Nur das interne Sicherheitssystem der Bank verhinderte einen finanziellen Schaden, indem es die verdächtige Zahlung rechtzeitig blockierte.

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Die Polizei rät generell: Niemals auf Links in Kurznachrichten klicken, die auf angebliche Zahlungsseiten führen.

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