Chirurgie-Roboter, Samsung

Chirurgie-Roboter: Samsung zeigt humanoide Assistenten im OP

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Samsung Medical Center erprobt humanoide OP-Assistenten mit hohen Erkennungsraten; klinische Studien sind ab 2029 an vier Kliniken vorgesehen.

Samsung Medical Center testet humanoide Roboter im OP
Ein steriler Operationssaal mit moderner medizinischer Infrastruktur und glänzenden Edelstahloberflächen. Illustration mit AI erstellt.

Am 16. September 2026 präsentierte das Samsung Medical Center in Seoul eine technologische Premiere in der computergestützten Chirurgie. Im Rahmen einer Demonstration arbeiteten erstmals weltweit humanoide Roboter direkt mit einem Chirurgen zusammen, um eine Gallenblasen-Operation an einer Ziegenleber zu simulieren.

Das Samsung Medical Center (SMC) führte den Eingriff als Teil einer Machbarkeitsstudie durch, bei der die Integration menschenähnlicher Roboterassistenten in den Operationssaal im Fokus stand. Während der Demonstration am 16. September 2026 assistierten zwei humanoide Roboter einem Chirurgen.

In einem erweiterten Versuchsaufbau wurde zudem eine Konstellation bestehend aus einem Chirurgen und drei Robotereinheiten dargestellt. Die gesamte simulierte Operation an der Ziegenleber nahm eine Zeitspanne von rund 10 Minuten in Anspruch.

Präzision und Reaktionszeiten im Testlauf

Die technischen Leistungswerte der eingesetzten Systeme wurden detailliert erfasst. Den Berichten zufolge erreichten die humanoiden Assistenten bei der Handhabung von fünf verschiedenen chirurgischen Instrumenten eine Greifrate von 100 Prozent.

Die sogenannte Anlieferrate, welche die präzise Bereitstellung der Werkzeuge beschreibt, lag bei 98,7 Prozent. Im Bereich der Sprach- und Aktionserkennung wurde ein Wert von über 95 Prozent erzielt, was dem gesetzten Ziel der ersten Projektphase entspricht.

Hinsichtlich der Reaktionsgeschwindigkeit starteten die Bewegungsabläufe der Roboter in weniger als 2 Sekunden. Für die kommenden Entwicklungsphasen werde eine Reduzierung dieser Zeit auf unter 1 Sekunde angestrebt. Die physische Übergabe eines Werkzeugs dauerte während der Simulation rund 5 Sekunden, während die Rücknahme des Instruments durch den Roboter mehr als 10 Sekunden in Anspruch nahm.

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Die erste simulierte Team-OP aus einem Chirurgen und zwei humanoiden Assistenten zeigt, wohin die computergestützte Chirurgie steuert — die klinischen Studien dazu sind erst für 2029 geplant. Wer heute Investitionsentscheidungen für den OP vorbereitet, braucht eine belastbare Einordung der Technologie-Reifegrade und der Förderlogik. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern

Projektrahmen und finanzielle Förderung

Die Entwicklung der robotischen Assistenten ist Teil des Korea-ARPA-H-Programms, bei dem das Samsung Medical Center seit dem Projektstart im Jahr 2025 als Leitinstitution fungiert. Das Vorhaben ist auf eine Gesamtlaufzeit von 54 Monaten ausgelegt, die sich von Juli 2025 bis Dezember 2029 erstreckt. Für diesen Zeitraum steht eine Fördersumme in Höhe von 13,835 Milliarden Won zur Verfügung, was etwa 10,1 Millionen US-Dollar entspricht.

Über den Fortgang des Projekts und den Übergang in die zweite Phase soll eine Wettbewerbsprüfung entscheiden, die für Ende 2026 angesetzt ist. Ziel des Einsatzes dieser Technologie ist es vorrangig, bestehende Personalengpässe in Operationssälen auszugleichen und das medizinische Fachpersonal durch automatisierte Assistenzsysteme zu entlasten.

Roadmap für klinische Studien und Vermarktung

Für den weiteren Verlauf der Entwicklung sind konkrete Meilensteine definiert. Erste klinische Studien sind für das Jahr 2029 geplant. Diese Versuchsreihen sollen an insgesamt vier Kliniken durchgeführt werden und konzentrieren sich zunächst auf risikoarme Aufgaben in der Endoskopie sowie auf Eingriffe an der Gallenblase und die Behandlung von Hypophysentumoren.

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Für die spätere wirtschaftliche Verwertung und Kommerzialisierung der Technologie sind Partnerschaften mit spezialisierten Unternehmen vorgesehen. Die Planungen sehen hierfür eine Zusammenarbeit mit Rainbow Robotics und AIDIN ROBOTICS vor, um die Systeme zur Marktreife zu führen und in den medizinischen Regelbetrieb zu integrieren.

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