Chrome 152: Google schließt 327 Sicherheitslücken auf einmal
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 05:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologieriese Google hat am 26. August 2026 die neue Version des Webbrowsers Chrome 152 veröffentlicht. Mit diesem Update adressiert das Unternehmen eine ungewöhnlich hohe Anzahl von 327 Sicherheitslücken. Der Patch gilt als einer der umfangreichsten der letzten Monate und verdeutlicht die zunehmende Geschwindigkeit bei der Identifizierung und Behebung von Schwachstellen in moderner Web-Software.
KI-gestützte Fehlererkennung dominiert den Patch-Prozess
Ein wesentliches Merkmal des aktuellen Sicherheitsupdates ist der Einsatz automatisierter Systeme zur Fehlersuche. Laut Angaben des Unternehmens wurden 299 der insgesamt 327 Schwachstellen intern durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz entdeckt. Dies unterstreicht den Trend in der Softwareentwicklung, bei dem automatisierte Sicherheitsanalysen eine immer größere Rolle spielen, um komplexe Code-Basen abzusichern.
Die Gesamtzahl der behobenen Fehler in Chrome 152 unterteilt sich in verschiedene Schweregrade. Neben 10 als kritisch eingestuften Sicherheitslücken wurden 61 Schwachstellen mit einem hohen Risiko identifiziert. Des Weiteren umfasst das Update Korrekturen für 184 mittlere und 72 niedrige Severity-Einstufungen. Bisher sind keine Berichte über eine aktive Ausnutzung dieser spezifischen Schwachstellen im produktiven Einsatz bekannt geworden.
Kritische Schwachstellen und hohe Prämien für externe Forscher
Die 10 kritischen Sicherheitslücken betreffen vor allem sogenannte Use-after-free-Fehler, bei denen Speicherbereiche nach ihrer Freigabe fälschlicherweise erneut angesprochen werden können.
Diese Fehler traten in verschiedenen Komponenten wie dem WebGL-Backend ANGLE, der Benutzeroberflächen-Bibliothek Views, der Sicherheitsfunktion SafeBrowsing sowie den Systemen Aura und Chromecast auf. Eine der kritischen Lücken betraf zudem einen Input-Validierungsfehler in Chromecast.
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Obwohl der Großteil der Fehler intern gefunden wurde, profitierte Google auch von der Zusammenarbeit mit der globalen Sicherheits-Community. Externe Sicherheitsforscher erhielten für ihre Hinweise im Rahmen des Bug-Bounty-Programms insgesamt 38.000 US-Dollar.
Die höchste Einzelprämie in Höhe von 25.000 US-Dollar wurde an den Forscher Goodluck für die Entdeckung von CVE-2026-79282 ausgezahlt, einem kritischen Use-after-free-Fehler im WebGL-Backend ANGLE.
Auswirkungen auf das Browser-Ökosystem und neue Update-Zyklen
Das Update auf die Version 152.0.7977.64 steht für Linux-Nutzer zur Verfügung, während für Windows und MacOS die Versionen 152.0.7977.64/.65 als geschützt gelten. Die Veröffentlichung hat unmittelbare Auswirkungen auf andere Browser, die auf der Chromium-Engine basieren.
So aktualisierte Vivaldi seinen Browser im Snapshot 4133.29 ebenfalls auf die Chromium-Basis 152.0.7977.69 und korrigierte dabei zusätzliche Fehler bei Erweiterungssymbolen und Media-Komponenten unter Linux.
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Parallel dazu hat Microsoft am 27. August 2026 den Browser Edge 152 veröffentlicht. Damit leitet das Unternehmen einen neuen Veröffentlichungsrhythmus ein: Edge wird künftig in einem 2-Wochen-Zyklus erscheinen. Auch für WebView2 ist ein Wechsel auf diesen kürzeren Takt ab September geplant. Der Support für den Enterprise-Stable-Channel verkürzt sich damit auf etwa sechs Wochen.
Branchenexperten beobachten eine allgemeine Zunahme der Sicherheitsaktivitäten. Im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 wurden bereits über 2.000 Schwachstellen in Chrome behoben.
Flankiert wird die aktuelle Patch-Welle durch Warnungen von Sicherheitsbehörden wie der CISA, die kürzlich auf die aktive Ausnutzung einer älteren V8-Sandbox-Schwachstelle (CVE-2026-11645) hinwies, sowie durch Warnmeldungen der Linux-Distribution Gentoo, die vor Sicherheitsrisiken in älteren Versionen von Chromium, Chrome, Edge, Opera und Vivaldi warnt. Ein Upgrade auf die jeweils aktuellsten Versionen wird daher dringend empfohlen.
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