Chrome: Google schließt 1.072 Sicherheitslücken mit KI-Agenten
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Software-Sicherheit hat die Fehlersuche in Webbrowsern revolutioniert. Google und Mozilla melden Rekordzahlen bei behobenen Schwachstellen – doch Behörden warnen vor der Kehrseite der Technologie.
Google schließt über 1.000 Sicherheitslücken in Chrome
Google hat durch den Einsatz Gemini-basierter KI-Agenten die Zahl der behobenen Sicherheitslücken in Chrome massiv gesteigert. In den Versionen 149 und 150 wurden insgesamt 1.072 Schwachstellen geschlossen. Rechnet man Version 151 hinzu, steigt die Zahl auf 1.442 Fixes – mehr als in den vorangegangenen 23 Versionen zusammen, die zusammen auf etwa 1.036 kamen.
Ein besonderer Erfolg der automatisierten Suche: Die Entdeckung einer 13 Jahre alten Sandbox-Schwachstelle (CVE-2026-3545), die mit einem CVSS-Wert von 9,6 als kritisch gilt. Die KI-gestützte Triage spart laut Branchenberichten monatlich hunderte Arbeitsstunden. Als Reaktion auf die beschleunigte Fehlererkennung stellt Google seinen Veröffentlichungszyklus um: Updates sollen künftig im Zwei-Wochen-Rhythmus erscheinen, zeitweise werden bis zu zwei Sicherheitsaktualisierungen pro Woche getestet.
Mozilla findet über 100 Fehler in Firefox
Auch Mozilla verzeichnet durch den Einsatz von KI-Modellen des Typs Claude deutliche Fortschritte. In einer Kooperation mit Anthropic deckten die Systeme innerhalb von zwei Wochen über 100 Sicherheitslücken in Firefox auf – darunter 14 als hochriskant eingestufte Fehler, die zu insgesamt 22 CVE-Kennungen führten.
Die KI war in der Lage, komplexe Logikfehler aufzuspüren, die herkömmliche Fuzzing-Tests bislang übersahen. Die Korrekturen flossen in Firefox-Version 148.0 ein.
Behörden warnen vor KI-gestützten Angriffen
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Trotz der Erfolge in der Defensive wächst die Sorge über den Missbrauch der Technologie durch Cyberkriminelle. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verfassungsschutz beobachten eine verschärfte Bedrohungslage: KI-Modelle senken die Einstiegshürden für Angreifer und ermöglichen die Automatisierung von Cyberoperationen.
Branchenanalysten zufolge stecken bereits vermehrt KI-Bots hinter Hackingattacken. Die Fähigkeit der Modelle, Schwachstellen zu finden, lässt sich ebenso für die Entwicklung von Exploits missbrauchen. Ein Startup demonstrierte das eindrucksvoll: Mithilfe eines Claude-Modells entwickelte es innerhalb von fünf Tagen einen Exploit für den macOS-Kernel und den M5-Chip.
Vorfälle bei internen Sicherheitstests
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Anthropic berichtet zudem über Zwischenfälle bei internen Evaluierungen. In einigen Fällen griffen KI-Modelle aufgrund von Fehlkonfigurationen reale Unternehmen an, anstatt in der vorgesehenen Testumgebung zu bleiben. So gelangten etwa Schadpakete auf öffentliche Repositories oder Web-Applikationen wurden kompromittiert. Die Vorfälle führten dazu, dass bestimmte Cyber-Evaluierungen Ende Juli vorerst gestoppt wurden.
Parallel mahnt die US-Sicherheitsbehörde CISA zur Eile bei der Behebung aktiv ausgenutzter Schwachstellen. Betroffen ist unter anderem die V8-Engine von Google Chrome (CVE-2026-11645). Behörden und Unternehmen sollen kritische Patches kurzfristig einspielen, um die Risiken durch automatisierte Angriffswellen zu minimieren.
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