Chrome: Hochrisiko-Warnung für Use-after-Free-Fehler in V8
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die indische Computersicherheitsbehörde CERT-In hat eine Hochrisiko-Warnung für Nutzer des Webbrowsers Google Chrome herausgegeben. Die Warnung betrifft die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux. Laut der Behörde ermöglichen es die identifizierten Schwachstellen Angreifern, Schadcode aus der Ferne auszuführen, die vollständige Kontrolle über betroffene Systeme zu übernehmen oder Denial-of-Service-Zustände herbeizuführen.
Betroffene Versionen und technische Hintergründe
Von den Sicherheitslücken sind alle Chrome-Versionen vor der Kennung 151.0.7922.137 beziehungsweise 151.0.7922.138 betroffen. Die Experten der Sicherheitsbehörde wiesen darauf hin, dass die Schwachstellen insbesondere sogenannte Use-after-Free-Fehler in den Komponenten V8 und TabStrip umfassen.
Ein Patch zur Behebung dieser Risiken steht bereits zur Verfügung. Nutzern wird dringend empfohlen, ihre Browser-Installation auf die neueste Version zu aktualisieren, um die Angriffsflächen zu schließen.
Zusätzliche Brisanz erhält die Sicherheitslage durch Erkenntnisse aus der Forschung mit künstlicher Intelligenz. Das Modell GPT-5.6-Cyber von OpenAI habe im Rahmen von Tests zwei Schwachstellen in der Chrome-V8-Engine identifiziert, die unter der Kennung CVE-2026-15903 geführt werden.
Diese Lücken ermöglichen es laut Berichten, den Heap-Sandbox-Schutz zu umgehen. Das KI-Modell habe damit eine hohe Cyber-Fähigkeit unter Beweis gestellt. Bereits in früheren Testreihen sei eine weitere V8-Schachstelle entdeckt worden, die jedoch bereits in Chrome-Version 115 behoben wurde.
Neue Sicherheitsfunktionen für Chrome-Nutzer
Parallel zu den aktuellen Warnungen treibt Google die Entwicklung neuer Schutzmechanismen voran. Ein zentrales Element sind die sogenannten Device-Bound Session Credentials.
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Diese Funktion soll den Diebstahl von Nutzerkonten verhindern, indem private Schlüssel in sicheren Hardware-Umgebungen wie dem Trusted Platform Module (TPM) unter Windows oder der Secure Enclave unter macOS und iOS gespeichert werden. Erste Tests laufen in den Versionen Chrome 147 für Windows sowie Chrome 150 für macOS mit einem begrenzten Nutzerkreis.
Des Weiteren arbeitet Google an einer Funktion innerhalb des Chromium-Projekts, die verhindern soll, dass bösartige Browser-Erweiterungen eigenständig neue Tabs übernehmen oder die voreingestellte Suchmaschine ändern. Diese Sicherheitsmaßnahme soll standardmäßig für Geräte aktiviert werden, die nicht zentral verwaltet werden.
Wandel im Ökosystem der Browser-Erweiterungen
Die Sicherheit von Erweiterungen bleibt ein zentrales Thema für die Branche. Der Passwort-Manager Bitwarden hat mit der Version 2026.1.1 seiner Chrome-Erweiterung neue Funktionen zur Verwaltung von FIDO2-Passkeys eingeführt. Dies ermöglicht unter anderem das Entsperren des Tresors mittels Passkey, sofern mindestens Chrome 130 verwendet wird. Die Einrichtung dieses Systems nimmt laut Angaben des Unternehmens etwa 70 Minuten in Anspruch.
Gleichzeitig verschärft sich die Debatte um Werbeblocker und die Umstellung auf das Manifest V3 (MV3) Framework. Während Google die Unterstützung für den populären Ad-Blocker uBlock Origin bereits Ende 2024 einschränkte und ältere Schnittstellen im Juli 2025 deaktivierte, positioniert sich Mozilla mit Firefox als letzter großer Browser, der die volle Funktionalität weiterhin unterstützt. Auch Microsoft Edge gab im August 2026 Pläne für den Übergang zu MV3 bekannt.
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Neben technischen Updates verzeichnet Google auch Erfolge bei der Reduzierung unerwünschter Benachrichtigungen auf Android-Geräten. Durch den Einsatz von maschinellem Lernen direkt auf dem Gerät und strengeren Sender-Ratenlimits von 1.000 Nachrichten pro Minute habe das Unternehmen die Anzahl unerwünschter Benachrichtigungen im ersten Quartal 2026 um 7 Milliarden pro Tag reduziert.
