Chronische, Entzündungen

Chronische Entzündungen: 50g Ballaststoffe und Bewegung senken Risiko

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung zeigt: Essenszeitpunkt, Mikrobiom und Bewegung sind zentrale Hebel gegen chronische Entzündungen. Studien belegen Wirksamkeit von Probiotika und Physiotherapie.

Chrononutrition, Probiotika & Bewegung: Neue Erkenntnisse gegen stille Entzündungen
Gesunde, nährstoffreiche Mahlzeit mit frischem Gemüse und Vollkornprodukten in natürlichem Morgenlicht auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bedeutung von Lebensstilfaktoren zur Unterstützung des Körpers bei chronischen Entzündungsprozessen rückt verstärkt in den Fokus der medizinischen Forschung. Wie aktuelle wissenschaftliche Auswertungen von Mitte August 2026 zeigen, bilden ausreichende Flüssigkeitszufuhr, gezielte Bewegung und eine probiotikareiche Ernährung zentrale Säulen präventiver Maßnahmen gegen systemische Entzündungen.

Chrononutrition: Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme entscheidet

Ein wesentlicher Aspekt der modernen Präventionsforschung ist die sogenannte Chrononutrition. Prof. Olga Ramich vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) weist darauf hin, dass der Zeitpunkt der Mahlzeiten den Stoffwechsel maßgeblich beeinflusst.

Den Untersuchungen zufolge weist der menschliche Körper am Morgen eine höhere Insulinsensitivität auf. Im Gegensatz dazu könne fettreiches Essen in den Abendstunden entzündungsfördernde Gene aktivieren.

In Bezug auf den biologischen Rhythmus lassen sich etwa 50 bis 70 Prozent der Bevölkerung dem mittleren Chronotyp, den sogenannten Tauben, zuordnen. Als gesundheitsfördernd gilt die Empfehlung, den Großteil der täglichen Kalorienaufnahme in die erste Tageshälfte zu verlegen und Tageslicht als natürlichen Taktgeber für den Stoffwechsel zu nutzen.

Antientzündliche Ernährung und Mundgesundheit

Die Ernährung spielt zudem eine Schlüsselrolle bei der Vermeidung von Entzündungen im Mundraum, wobei die Mundgesundheit oft als Spiegel für den allgemeinen körperlichen Zustand fungiert. Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Gemüse und Vollkornprodukten ist, kann Zahnfleischentzündungen aktiv entgegenwirken.

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Während Zucker und Säuren den Zahnschmelz durch Demineralisierung angreifen und so Karies fördern, unterstützen Nährstoffe wie Kalzium, Vitamin D, Vitamin C und Omega-3 die Gesunderhaltung des Gebisses.

Experten raten im Rahmen einer antientzündlichen Strategie zu einer Ballaststoffzufuhr von mindestens 50 Gramm täglich. Fermentierte Lebensmittel fördern zudem ein gesundes Mikrobiom, was eng mit den Prinzipien der mediterranen Ernährung korrespondiert.

Mikrobiom und spezifische therapeutische Ansätze

Die Forschung zum Darm-Mikrobiom liefert zudem neue Erkenntnisse über den Einsatz von Probiotika. Eine in der Fachzeitschrift „Food Bioscience“ veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung des Stammes Lactobacillus plantarum LH36. Bei Mäusen mit Typ-2-Diabetes führte dieses Probiotikum zu einer verbesserten Blutzuckerregulation und einer Reduktion der Insulinresistenz sowie der Blutfettwerte.

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Die Darmflora veränderte sich dabei positiv durch eine Erhöhung der Bacteroidetes-Anteile bei gleichzeitiger Senkung der Firmicutes. Ob sich diese Ergebnisse eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen, müssen künftige Humanstudien bestätigen.

Auch bei der Behandlung von Multipler Sklerose (MS) scheint der Darm eine wichtige Rolle zu spielen. Eine Studie in „Science Translational Medicine“ belegt, dass eine B-Zell-Depletionstherapie die Wanderung schützender Darm-B-Zellen in das Blut und das zentrale Nervensystem fortfördert. Höhere Konzentrationen dieser regulierenden Faktoren sind laut den Untersuchungen mit besseren Behandlungsergebnissen assoziiert.

Bewegung als Schutzfaktor für das Herz-Kreislauf-System

Neben der Ernährung bleibt körperliche Aktivität ein entscheidender Faktor zur Senkung von Entzündungswerten und Krankheitsrisiken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die European Society of Cardiology (ESC) empfehlen eine wöchentliche moderate Aktivität von 150 bis 300 Minuten. Bewegungsmangel gilt weiterhin als einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Vor dem Hintergrund des Welt-Physiotherapie-Tages am 8. September 2026 wird die Rolle der Physiotherapie betont. Diese unterstütze insbesondere Menschen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko dabei, ein angemessenes Aktivitätsniveau zu erreichen und langfristig beizubehalten.

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