Chronische, Entzündungen

Chronische Entzündungen: Vollkorn steht bei über 2.225 Menschen mit niedrigeren Biomarkern in Verbindung

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Pflanzenreiche Kost, Bewegung, guter Schlaf und Stressabbau unterstützen den Körper im Umgang mit lang anhaltenden Entzündungsprozessen.
Frische, unverarbeitete Lebensmittel wie Grünkohl, Beeren und Ingwer auf einem Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine gezielte Ernährung kann Entzündungen im Körper zwar nicht vollständig löschen, den Organismus jedoch wirksam bei deren Regulierung unterstützen. Darauf weisen Fachleute wie Dr. Tchaikovski sowie Vertreter der französischen Forschungsinstitutionen Inserm und Santé publique France hin.

Statt auf kurzfristige Diäten oder angebliche Wundermittel zu setzen, komme es auf langfristige Gewohnheiten an: den Verzicht auf stark verarbeitete Produkte, eine pflanzenbetonte Kost sowie die Kombination mit Bewegung und ausreichendem Schlaf.

Chronische Prozesse statt akuter Abwehr

Grundsätzlich stellt eine akute Entzündung eine überlebenswichtige und normale Abwehrreaktion des Körpers dar. Zur gesundheitlichen Belastung wird jedoch die sogenannte chronische niedriggradige Entzündung, für die es meist keine einzelne Ursache gibt. Diese schleichenden Prozesse entstehen oft über Jahre hinweg und stehen in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und neuronalen Veränderungen.

Als wesentliche Treiber dieser dauerhaften Entzündungsaktivität gelten Bewegungsmangel, Schlafmangel, Tabakkonsum, anhaltender Stress sowie Übergewicht, insbesondere vermehrtes viszerales Fettgewebe. Während Fettgewebe chronische Entzündungen begünstigt, schütten aktiv beanspruchte Muskeln entzündungshemmende Botenstoffe aus.

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Gesamtmuster statt einzelner Lebensmittel

In der wissenschaftlichen Einordnung wird betont, dass kein einzelnes Lebensmittel eine chronische Entzündung allein auslösen oder kurieren kann. Ebenso ersetzt eine Ernährungsumstellung keine notwendige medizinische Therapie. Es existiert kein starres Menü, das Entzündungen im Alleingang beseitigt.

Einzelne Zutaten wie Kurkuma, Ingwer, Chia-Samen, Blaubeeren oder Knoblauch können einen Beitrag leisten, entfalten ihre Wirkung jedoch nicht isoliert.

Entscheidend bleibt das Zusammenspiel der täglichen Nährstoffaufnahme. Fachleute empfehlen, den Konsum von ultraverarbeiteten Erzeugnissen mit hohem Zuckeranteil sowie gesättigten Fetten und Transfetten deutlich zu reduzieren.

Stattdessen sollten pflanzliche Nahrungsmittel im Mittelpunkt stehen:
- reichlich Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst,
- Ballaststoffe und Vollkornprodukte,
- Nüsse, Samen sowie pflanzliche Öle aus Oliven, Raps oder Walnüssen,
- regelmäßige Portionen Fisch als Quelle ungesättigter Fettsäuren.

Dass Vollkornprodukte metabolische Vorteile bieten, stützen wissenschaftliche Erhebungen: Eine Untersuchung in der Fachzeitschrift Current Developments in Nutrition mit Daten von über 2.225 Teilnehmenden zeigte eine Tendenz zu geringeren Entzündungsbiomarkern bei Personen, die Vollkorn bevorzugten.

Zudem deuten Ergebnisse einer Studie der brasilianischen Universität UFV darauf hin, dass Nüsse wie Paranüsse und Cashews über Mikronährstoffe wie Selen die Darmgesundheit positiv beeinflussen können.

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Die Rolle von Lebensstil und Darmgesundheit

Ernährungswissenschaftliche Empfehlungen zielen darauf ab, Blutzuckerspitzen zu vermeiden und dem Darm mikrobielle Vielfalt zu bieten. Eine ausgewogene Zufuhr von Ballaststoffen unterstützt die Darmbarriere und kann indirekt systemische Entzündungen dämpfen.

Gleichzeitig verweisen Experten darauf, dass Ernährungsfaktoren immer im Verbund mit dem gesamten Lebensstil gesehen werden müssen. Regelmäßige körperliche Aktivität, der Abbau von chronischem Übergewicht, erholsame Ruhephasen und ein bewusster Umgang mit Stress bilden das Fundament, auf dem eine nährstoffreiche Ernährung ihre regulierende Wirkung im Körper entfalten kann.

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