Chronische Hautentzündung: Forscher finden molekularen Schalter GBP1
05.06.2026 - 00:13:22 | boerse-global.de
Forscher aus Jena und Köln haben jetzt den entscheidenden molekularen Schalter gefunden.
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Zellatmung als Krankheitstreiber
Ein Team um Prof. Mario Fabri von den Unikliniken Jena und Köln untersuchte die Rolle von Fresszellen bei granulomatösen Hauterkrankungen. Die Ende Mai in Science Advances veröffentlichte Studie zeigt: Das Zytokin Interferon-gamma versetzt Makrophagen in einen „Marathonmodus". Dabei steigt die Zellatmung in den Mitochondrien massiv an.
Im Zentrum des Geschehens steht der Signalweg STAT1/ETC/GBP1. Besonders das Protein GBP1 (Guanylat-bindendes Protein 1) treibt den veränderten Stoffwechsel an. Die Folge: Makrophagen schließen sich zu knotenartigen Gewebeneubildungen zusammen – den typischen Granulomen bei Sarkoidose oder Granuloma annulare.
Alte Medikamente, neue Wirkung
Die Entdeckung eröffnet völlig neue Perspektiven für Therapien. In Gewebekulturen konnten die Forscher die Granulombildung durch gezielte GBP1-Hemmung reduzieren.
Noch spannender: Bereits zugelassene Wirkstoffe zeigen ähnliche Effekte. Sowohl JAK-Inhibitoren als auch das Diabetes-Medikament Metformin bremsten die Granulombildung in den Versuchsreihen. Die Forscher sehen in der pharmakologischen Beeinflussung der Zellatmung einen vielversprechenden Weg gegen chronische Entzündungen.
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Zellen im Austausch
Mitte Mai gab es weitere Neuigkeiten aus der Immunforschung. Dr. Konstantinos Katsoulis-Dimitriou von der Universitätsmedizin Magdeburg erhielt den „GC-I3 Paper of the Year Award". Er entschlüsselte einen bisher unbekannten Kommunikationsweg zwischen Mastzellen und Makrophagen.
Mittels Multiphotonen-Mikroskopie wies er nach: Makrophagen nehmen Granula von Mastzellen auf. Das verändert ihre Fähigkeit zur Phagozytose und ihr entzündliches Profil grundlegend. Die klinische Relevanz ist enorm: Allergische Kontaktdermatitis betrifft rund 20 Prozent der Bevölkerung, Psoriasis weltweit etwa 125 Millionen Menschen. Solche zellulären Interaktionen zu verstehen, ist der Schlüssel zu präziseren Behandlungen.
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