Cisco Secure Email: Zwei ungepatchte Lücken ermöglichen Entschlüsselung
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cisco hat zwei ungepatchte Schwachstellen in seiner Secure-Email-Lösung offengelegt, die Angreifern das Abfangen und Entschlüsseln von verschlüsselter Kommunikation ermöglichen könnten. Die Sicherheitslücken CVE-2026-20354 und CVE-2026-20355 betreffen die S/MIME-Implementierung des Produkts und wurden von Cisco mit einem CVSS-Wert von 5,9 als mittelschwer eingestuft.
Man-in-the-Middle-Angriffe möglich
Wie Cisco mitteilte, könnten die beiden Schwachstellen von Angreifern für Man-in-the-Middle-Angriffe genutzt werden, um Klartext aus verschlüsselten E-Mails wiederherzustellen. Betroffen ist AsyncOS in Versionen bis 16.5.0, sofern S/MIME aktiviert ist.
Für die Lücken existiert bislang kein Workaround, wie aus dem Advisory des Herstellers hervorgeht. Eine aktive Ausnutzung der Schwachstellen in freier Wildbahn ist Cisco zufolge derzeit nicht bekannt.
Die Offenlegung erfolgte im Rahmen eines umfassenderen Sicherheitshinweises, den Cisco veröffentlichte. Für Unternehmen, die S/MIME zur Absicherung ihrer E-Mail-Kommunikation einsetzen, bedeutet das Fehlen eines Workarounds, dass sie bis zur Bereitstellung eines Patches erhöhte Vorsicht bei der Übertragung sensibler Inhalte walten lassen müssen.
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Weitere kritische Patches parallel veröffentlicht
Die S/MIME-Warnung reiht sich in eine größere Reihe von Sicherheitsmeldungen Ciscos ein. Parallel veröffentlichte der Netzwerkausrüster Patches für mehrere als kritisch eingestufte Schwachstellen in anderen Produktlinien.
Dazu zählen die Lücken CVE-2026-20274 und CVE-2026-20279 in IOS XR sowie CVE-2026-20212 in der Nexus-9000-Serie, jeweils mit einem CVSS-Wert von 9,8. Zusätzlich schloss Cisco eine Denial-of-Service-Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-20281 im Desk Phone 9800.
Die Nexus-9000-Lücke CVE-2026-20212 betrifft Geräte mit Silicon-One-ASIC und erlaubt laut Cisco eine unauthentifizierte Remote-Code-Ausführung mit root-Rechten über die TCP-Ports 43210 und 43211. Betroffen sind unter anderem die Modelle N9324C-SE1U, N9348Y2C6D-SE1U, N9364E-SG2-O, N9364E-SG2-Q, N9396T12C-SE1, N9348Y12C-SE1, N9396Y12C-SE1, N9336C-SE1, N9K-C9804 und N9K-C9808. Im Gegensatz zu den S/MIME-Lücken steht für diese Schwachstelle laut Cisco ein Workaround zur Verfügung. Auch hier liegen dem Unternehmen keine Hinweise auf eine öffentliche Ausnutzung vor.
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Kein Zusammenhang zu Fire-Ant-Kampagne
Die aktuellen IOS-XR-Updates stehen nach bisherigem Kenntnisstand nicht im Zusammenhang mit einem Bericht des Sicherheitsunternehmens Sygnia über eine mutmaßlich China-verbundene Gruppe namens Fire Ant.
Die Gruppe soll Cisco-Router kompromittiert, ihre Aktivitäten verschleiert, Netzwerkverkehr aufgezeichnet und über eine als „TacTap" bezeichnete TACACS-Malware Admin-Zugangsdaten entwendet haben. Ein öffentlich bekanntes Opfer in den USA gibt es dem Bericht zufolge bislang nicht.
Für Cisco-Kunden ergibt sich aus der aktuellen Häufung von Sicherheitshinweisen die Notwendigkeit, sowohl die kritischen Patches für Nexus-9000- und IOS-XR-Systeme zeitnah einzuspielen als auch die S/MIME-Konfiguration ihrer Secure-Email-Umgebungen zu überprüfen, bis Cisco einen Fix für die Entschlüsselungs-Schwachstellen bereitstellt.
