CISOs unter Dauerbelastung: 90 Prozent leiden unter Dauerstress
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 06:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das neue Gesetz sorgt für scharfe Kritik aus der Branche.
GKV-Reform verschärft Engpässe
Anfang Juli wurde das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Kern der Reform: eine striktere Budgetierung der Leistungen und der Wegfall der bisherigen Angemessenheitsprüfung für Honorare. Branchenexperten warnen vor einem spürbaren Rückgang der Behandlungsplätze.
Berechnungen zufolge könnten pro halbem Kassensitz etwa sieben Therapieplätze pro Woche wegfallen. Die Reduktion von 25 auf 18 wöchentliche Sitzungen droht die Wartezeiten für Patienten mit Burnout oder Depressionen weiter zu verlängern.
Die angehende Therapeutin Sophie Julia Seeholzer kritisierte die Kürzungen öffentlich. Ihre Argumentation: Die Psychotherapie mache lediglich rund ein Prozent der Gesamtausgaben der GKV aus.
Studie belegt: Dauerstress schadet der Karriere
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Eine Untersuchung der City St George's University of London liefert neue Argumente gegen die „Hustle Culture“. Die Forscher werteten Daten von 51.000 Beschäftigten aus 36 Ländern aus. Ihr Ergebnis: Dauerhafte Überstunden und extrem hohe Arbeitsintensität schaden dem langfristigen Karriereerfolg eher als sie nutzen.
Die Studie zeigt auch: Hohe Entscheidungsfreiheit am Arbeitsplatz wirkt als Puffer gegen Stress. Werden Prioritäten jedoch falsch gesetzt und herrscht permanenter Zeitdruck, steigt das Burnout-Risiko massiv an.
CISOs unter Dauerbelastung
Besonders stark betroffen: IT-Sicherheitsverantwortliche. Aktuelle Marktbeobachtungen deuten darauf hin, dass rund 90 Prozent dieser Führungskräfte unter anhaltendem Stress leiden. Die durchschnittliche Verweildauer in dieser Position beträgt in Europa lediglich 18 bis 26 Monate.
Die Hauptursachen: Alleinverantwortung bei Cybervorfällen und zu geringer Einfluss auf strategische Unternehmensentscheidungen. Als Lösungsansätze werden geteilte Verantwortung und KI-gestützte Automatisierung diskutiert.
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Eltern-Burnout und die Folgen des Masking
Neben dem Job rückt auch das Phänomen des Eltern-Burnouts in den Fokus. Schätzungen zufolge sind rund fünf Prozent der Eltern betroffen. Die Symptome reichen von anhaltender Erschöpfung bis hin zu emotionaler Distanz gegenüber den Kindern. Fachleute betonen die Abgrenzung zur klinischen Depression – der Fokus liegt spezifisch auf der Erziehungssituation.
Ein weiterer Aspekt: das sogenannte „Masking“ bei neurodivergenten Menschen mit Autismus oder ADHS. Das bewusste oder unbewusste Verbergen neurodivergenter Merkmale zur sozialen Anpassung kann langfristig zu tiefer Erschöpfung führen. Psychotherapie wird hier als unterstützende Maßnahme empfohlen.
Internationale Gegenbewegung
Während Deutschland kürzt, setzen andere Länder auf Expansion. In Australien investiert die Regierung rund 267 Millionen AUD in den Ausbau von Medicare Mental Health Centres. Diese haben bereits zehntausende kostenlose Sitzungen ermöglicht.
In den USA forciert die FDA die Prüfung bestimmter psychedelischer Substanzen zur Behandlung von Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD).
Auch die Grundlagenforschung liefert neue Ansätze: Eine in „Frontiers in Neuroscience“ veröffentlichte Studie untersuchte das glymphatische System – die Abfallentsorgung des Gehirns – bei Patienten mit chronischem Fatigue-Syndrom (CFS/ME). Die Forscher identifizierten Veränderungen in der rechten Gehirnhälfte sowie biologische Marker in Blut und Darmmikrobiom. Das könnte künftig eine präzisere Diagnose dieser komplexen Erschöpfungszustände ermöglichen.
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