CKM-Syndrom: Entzündungsmarker hs-CRP verdoppelt sich schon früh
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deEntzündungsprozesse spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Ostfinnland und der Rutgers University liefert neue Einblicke in den Verlauf des kardiorenal-metabolischen Syndroms (CKM-Syndrom).
Die im Fachblatt European Journal of Preventive Cardiology publizierte und auf dem ESC-Kongress 2026 präsentierte Arbeit zeigt, dass der Entzündungsmarker hs-CRP über die verschiedenen Stadien des Syndroms hinweg kontinuierlich ansteigt. Auffallend ist dabei vor allem die Dynamik zu Beginn der Erkrankung.
Signifikanter Anstieg bereits in frühen Krankheitsstadien
Nach den Ergebnissen der Autoren Douglas R. Corsi von der Rutgers University und der Universität Ostfinnland sowie Andrew Agbaje von der Universität Ostfinnland vollzieht sich der stärkste Anstieg des Entzündungsmarkers direkt beim Übergang von Stadium 0 auf Stadium 1. In dieser Phase habe sich der Wert für hs-CRP (hochsensitives C-reaktives Protein) nahezu verdoppelt und dabei den kardiovaskulären Risikoschwellenwert von 2 mg/L überschritten.
Ab Stadium 1 liege der Wert dauerhaft über diesem Schwellenwert, während in Stadium 2 nur noch ein mäßiger weiterer Anstieg folgt. Die Datengrundlage der Auswertung umfasst 4.315 US-Erwachsene aus dem Erhebungszeitraum NHANES 2015–2018 mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren, von denen die Hälfte Frauen waren. Da es sich um eine Querschnittsstudie handelt, belegen die Befunde eine statistische Assoziation, jedoch keinen kausalen Zusammenhang.
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Einordnung der Marker im Rahmen der kardiovaskulären Vorsorge
Die Studienergebnisse unterstreichen die Relevanz laborchemischer Entzündungsparameter für das Verständnis kardiorenal-metabolischer Wechselwirkungen. Das CKM-Syndrom beschreibt das Zusammenspiel zwischen Stoffwechselstörungen, Nierenleiden und dem Herz-Kreislauf-System, bei dem systemische Entzündungen als wesentlicher Treiber gelten.
Präventionsmediziner empfehlen vor diesem Hintergrund, zentrale Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Marker regelmäßig bestimmen zu lassen. Dazu gehören neben Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin – woraus sich über den HOMA-Index Hinweise auf eine beginnende Insulinresistenz ergeben – auch der Langzeitblutzucker HbA1c, Nieren- und Leberwerte sowie ein Lipidprofil mit LDL, HDL, Triglyceriden und Apolipoprotein B (ApoB).
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Ergänzend verweisen Fachleute auf Lipoprotein(a), das weitgehend genetisch determiniert ist und mindestens einmal im Leben gemessen werden sollte. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung weisen genetisch bedingt erhöhte Werte auf, was das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigert.
In Deutschland haben Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung ab einem Alter von 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up, der unter anderem die Kontrolle von Blutzucker und Blutfetten umfasst.
