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Claude Code verboten: Alibaba, Meta und Microsoft ziehen Konsequenzen

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 06:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Alibaba stuft Claude Code als Hochrisiko-Software ein und setzt auf eigenen KI-Assistenten. Auch Meta und Microsoft schränken Drittanbieter-KI-Tools ein.

Alibaba verbietet Anthropic Claude Code: Eskalation im KI-Konflikt
Person arbeitet an Laptop mit abstraktem Code und Datenfluss, symbolisiert KI-Einschränkungen und Datensicherheit im Unternehmensumfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der chinesische Tech-Konzern Alibaba hat die Nutzung von Anthropics Claude Code intern untersagt – ein weiterer Höhepunkt im Technologiekonflikt zwischen den USA und China.

Die Maßnahme tritt am 10. Juli 2026 in Kraft. Alibaba stuft das KI-Tool als Hochrisiko-Software ein und ordnete die sofortige Deinstallation aller Anthropic-Produkte von Firmengeräten an. Stattdessen sollen die Mitarbeiter auf Qoder umsteigen, Alibabas eigenen KI-Assistenten für Programmierer.

Hinter verschlossenen Türen: Spionagevorwürfe und Gegenanklagen

Auslöser des Verbots sind Berichte über eine angebliche Überwachungsfunktion in Claude Code. Anthropic habe demnach einen Mechanismus integriert, der Nutzer in China erkennt und meldet. Alibaba-Quellen sprechen von einer „versteckten Hintertür“ oder gar Spionagesoftware. Anthropic selbst bezeichnet die Funktion als Experiment, das im März startete – gedacht zur Verhinderung von Missbrauch und unbefugtem Zugriff.

Doch die Sache hat eine zweite Seite. Anthropic wirft Alibaba im Gegenzug Model Distillation vor: Rund 25.000 Fake-Konten sollen 28,8 Millionen Interaktionen mit Claude durchgeführt haben – mutmaßlich, um die Ergebnisse zum Training eigener Modelle zu nutzen.

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Branchenweite Abschottung: Meta, Microsoft und andere ziehen nach

Alibaba steht mit dieser Entscheidung nicht allein. Ein regelrechter Trend zeichnet sich ab: Immer mehr Tech-Giganten schränken den Zugang zu KI-Tools von Drittanbietern ein.

Meta verbot bereits am 29. Juni 2026 seinen Ingenieuren in der Sparte Applied AI die Nutzung von Claude Code und OpenAI Codex. Grund: Sorge vor Model Distillation. Interne Überwachung hatte zuvor einen Verbrauch von 60 Billionen Tokens innerhalb von 30 Tagen registriert.

Microsoft kündigte zum 30. Juni 2026 die Mehrheit seiner Claude-Code-Lizenzen. Der Konzern begründete den Schritt mit exzessivem Token-Verbrauch.

Explodierende Kosten: KI wird zum teuren Pflaster

Neben Sicherheitsbedenken treiben vor allem die Kosten die Unternehmen zur Umkehr. Was einst als vielversprechende Technologie galt, entpuppt sich zunehmend als finanzieller Brocken.

Ein Beispiel: Bei Atlassian stiegen die KI-Ausgaben von rund fünf Millionen Euro monatlich im August 2025 auf über 15 Millionen Euro im Mai 2026. Die Hochrechnung für das Gesamtjahr liegt bei über 120 Millionen Euro.

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Weitere Unternehmen haben ähnliche Schritte eingeleitet:

  • Adobe kündigte den unbegrenzten Zugang zu Claude zum 30. Juni 2026
  • Amazon führte strikte Token-Limits für Mitarbeiter ein
  • Citi blockierte vorübergehend neuere Modelle von Anthropic und OpenAI

Die anfängliche Euphorie um generative KI weicht einer nüchternen Realität: Datensouveränität, Schutz geistigen Eigentums und explodierende Betriebskosten zwingen die Branche zum Umdenken. Der Kampf um die Vorherrschaft in der KI-Welt wird nicht nur technologisch, sondern zunehmend auch politisch und wirtschaftlich ausgetragen.

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