Claude Cowork: Anthropic startet EDR-Beta für KI-Agenten auf Mac und Windows
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnthropic startet eine Beta-Phase für die Integration von Endpoint Detection and Response (EDR) in Claude Cowork. Die neue Sicherheitsüberwachung steht Unternehmenskunden mit Team- und Enterprise-Abonnements auf macOS und Windows zur Verfügung.
Unterstützt wird die Funktion zudem für Claude Desktop in Kombination mit den Cloud-Diensten Amazon Bedrock, Google Cloud Vertex AI sowie Microsoft Foundry. Das System überwacht KI-Agenten innerhalb der lokalen virtuellen Maschine (VM). Cloud-gehostete Cowork-Sitzungen sind von dieser Überwachungslösung ausgenommen.
Technische Umsetzung und Systemanforderungen
Für den Testbetrieb hat Anthropic sieben Sicherheitsanbieter freigegeben: CrowdStrike, Evoke Security, Neo (Security), Palo Alto Networks, Pluto Security, SentinelOne sowie Tanium. Bei jedem Systemstart der virtuellen Maschine kopiert Claude Desktop das jeweilige Sensorpaket, prüft die Signatur und führt das Installationsskript maximal einmal pro Start aus.
Die zugrunde liegenden Signaturen sind höchstens zwei Jahre gültig und decken spätere Updates nicht ab. Eine Deinstallation der Sicherheitskomponenten ist durch das reine Entfernen der Konfiguration nicht möglich.
Die Bereitstellung steuern IT-Administratoren auf macOS-Geräten über Mobile Device Management (MDM). Unter Windows erfolgt die Konfiguration über die Windows-Registrierung, Gruppenrichtlinien oder Microsoft Intune mithilfe der Richtlinienschlüssel coworkEDRIntegration und coworkEDRIntegrationVendor.
Zu den Voraussetzungen gehört mindestens die Version Claude Desktop 4.4212.0. Unter Windows sind zudem ein MSIX-Build, Windows 10 oder Windows 11 sowie Hardware-Virtualisierung und die Virtual Machine Platform erforderlich.
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Die EDR-Sensoren erfassen während des Betriebs eingegebene Prompts, verarbeitete Dateien sowie die generierten Claude-Antworten. Diese Informationen werden an den jeweiligen Sicherheitsanbieter übermittelt und gelangen nicht an Anthropic. Dabei können die Datenströme auch die interne Netzwerkfreigabeliste von Cowork verlassen.
Anthropic stellt die Beta-Integration ohne zusätzlichen Aufpreis bereit, während die beteiligten Sicherheitsanbieter für ihre Dienste Gebühren berechnen können.
Anbieter erweitern Schutzmaßnahmen für Agenten
Begleitend zur Freigabe stellten mehrere Sicherheitspartner spezifische Anbindungen vor. CrowdStrike kündigte auf der Fachkonferenz Fal.Con Europe 2026 in Barcelona die Integration von Falcon Guardian AI Detection and Response in Claude Cowork an. Die Plattform überwacht den Lebenszyklus von KI-Agenten von der Erstellung bis zur Ausführung von Aufgaben.
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Der Sensor operiert direkt in der Cowork-VM, um Prozess-, Paket- und Netzwerkaktivitäten zu analysieren, potenzielle Datenabflüsse zu erkennen und die Datenströme im CrowdStrike Agent Graph zusammenzuführen. Während die Lösung auf macOS bereits als Beta verfügbar ist, soll die Windows-Unterstützung im weiteren Verlauf des Novembers 2026 folgen.
SentinelOne gab am 2. November 2026 bekannt, einen Sicherheitsagenten in der Cowork-VM bereitzustellen. Das Programm setzt auf verhaltensbasierte KI-Erkennung, um anomale Aktivitäten aufzudecken und Angriffe automatisiert abzuwehren.
Die Integration der Singularity-Plattform soll bisherige Überwachungslücken bei Agentenaktivitäten schließen und ergänzt die auf der Konferenz OneCon 2026 präsentierten Funktionen für Agentic Detection and Response sowie Cloud Workload Security.
Auch Evoke Security kündigte eine Anbindung an Claude Cowork an, um Aktivitäten von KI-Agenten einschließlich Einsätzen nach regulären Arbeitszeiten abzusichern. Das System überwacht das Verhalten der Agenten und unterbindet unautorisierte Aktionen.
Evoke-Chef Jason Rebholz erklärte dazu, die wesentliche Herausforderung bei der Absicherung bestehe nicht darin, ob ein Agent aktiv sei, sondern welche Handlungen er konkret ausführe und welche Risiken daraus entstünden.
