ClickFix-Malware: Angriffe um 108% gestiegen, jetzt auch macOS
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gefälschte Fehlermeldungen werden zur größten Malware-Gefahr für Unternehmen und Privatanwender. ClickFix-Angriffe haben sich in den letzten Monaten rasant entwickelt – und treffen jetzt sogar Mac-Nutzer.
KI treibt die Welle an
Die Erkennungszahlen von ClickFix-Angriffen sind zwischen der zweiten Jahreshälfte 2025 und dem ersten Halbjahr 2026 um 108 Prozent gestiegen. Das belegen Daten von ESET. Haupttreiber: Künstliche Intelligenz. Sie ermöglicht den Angreifern eine schnelle Skalierung ihrer Kampagnen.
Die Masche ist simpel, aber effektiv: Nutzer sehen gefälschte Fehlermeldungen im Browser oder in Anwendungen. Sie werden aufgefordert, manuell Code auszuführen. Das öffnet die Tür für Schadsoftware.
Inzwischen gibt es Varianten wie „AI-fix“. Diese missbrauchen gezielt legitime Seiten von KI-Tools.
Die rasante Verbreitung von KI-gesteuerten Angriffen stellt Unternehmen vor völlig neue Herausforderungen bei der IT-Sicherheit. Dieser kostenlose Report klärt darüber auf, welche neuen rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken durch die KI-Verordnung und veränderte Bedrohungslagen jetzt auf Sie zukommen. Hier den kostenlosen Cyber-Security-Report herunterladen
ConsentFix trifft Microsoft-365-Nutzer
Ein neuer Ableger namens „ConsentFix“ hat es auf Microsoft-365-Anwender abgesehen. Kaspersky-Experten beschreiben die Methode: Nutzer werden manipuliert, ein OAuth-Token auf eine Angreifer-Seite zu ziehen.
Die Folge: Die Hintermänner erhalten Zugriff auf Outlook, Teams, OneDrive und SharePoint. Parallel warnte Microsoft vor erhöhter Aktivität des ACR Stealers zwischen April und Juni 2026. Auch dieser nutzt ClickFix-Methoden, um Anmeldedaten und Cloud-Dateien zu stehlen.
Nordkoreaner jagen Krypto-Wallets
Besonders professionelle Web3-Anwender sind im Visier staatlicher Akteure. Die nordkoreanische Gruppe Famous Chollima führt die „ClickFake“-Kampagne. Sie nutzt vorgetäuschte Vorstellungsgespräche auf LinkedIn oder Discord.
Die Malware PylangGhost (Windows) und GolangGhost (macOS) stiehlt Daten aus über 80 Browser-Erweiterungen. Dazu gehören Krypto-Wallets wie MetaMask und Phantom.
Auch die russische Gruppierung UAC-0145 aus dem Sandworm-Umfeld ist aktiv. Sie setzt gefälschte CAPTCHA-Abfragen ein, um Ziele in der Ukraine anzugreifen. Zwischen Juni und Juli identifizierten Forscher mehr als zehn kompromittierte Websites. Dort verbreiteten die Angreifer Schadsoftware wie GHETTOVIBE oder verschiedene Loader.
Die Steuerungsbefehle übertragen sie über Smart Contracts in der Ethereum-Blockchain – eine Methode namens EtherHiding.
Phishing-Methoden wie gefälschte Fehlermeldungen oder CEO-Fraud nutzen gezielt psychologische Schwachstellen aus, um Sicherheitsbarrieren zu umgehen. Erfahren Sie im kostenlosen Anti-Phishing-Paket, wie Sie Ihr Unternehmen in vier Schritten effektiv vor solchen manipulativen Angriffen schützen. Kostenloses Anti-Phishing-Paket jetzt anfordern
macOS jetzt auch im Visier
ClickFix galt lange als Windows-Problem. Das hat sich geändert. Die Lazarus-Gruppe setzt das Mach-O Man-Kit ein, das über ClickFix-Lockvögel macOS-Systeme infiziert.
Eine weitere Schadsoftware namens „ClickLock“ erzwingt auf Apple-Rechnern durch Endlosschleifen die Eingabe des Systempassworts.
Regional begrenzte Kampagnen zeigen die Anpassungsfähigkeit der Täter. Der Ousaban-Trojaner nutzt Geofencing, um gezielt Bankkunden in Spanien und Portugal anzugreifen. Gefälschte Fehlermeldungen lokaler Finanzinstitute provozieren die Installation bösartiger MSI-Dateien.
Sicherheitsexperten warnen: Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht. ClickFix basiert auf der aktiven Mitwirkung der Nutzer. Wer PowerShell-Befehle manuell ausführt oder URLs auf Aufforderung in Browser-Fenster verschiebt, sollte sofort misstrauisch werden. Schulungen sind der beste Schutz.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
