CMA, Kartellverfahren

CMA eröffnet Kartellverfahren gegen Microsoft wegen Windows-Office-Bündelung

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 16:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Britische Wettbewerbsbehörde prüft Bündelung von Windows, Office und Teams. Zugleich wird Microsofts Cloud-Sparte als kritischer Anbieter eingestuft.

Microsoft: Kartellverfahren in UK und Cloud-Regulierung verschärft
Stilisierte Darstellung digitaler Regulierung mit Union-Jack-Überlagerung, abstrakten Datenflüssen und einer Regulierungs-Silhouette. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Fokus steht die Praxis des Software-Riesen, sein Betriebssystem Windows, die Office-Suite und die Kommunikationsplattform Teams als Paket zu verkaufen. Die Untersuchung läuft seit dem 14. Mai 2026 und ist Teil einer Reihe verschärfter regulatorischer Maßnahmen gegen den Konzern in Großbritannien.

Die Behörde prüft, ob diese Bündelung den Wettbewerb behindert, indem sie es Konkurrenzprodukten erschwert, Marktanteile zu gewinnen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Microsoft Wettbewerbern im Bereich der künstlichen Intelligenz den Zugang zu seinem Software-Ökosystem gewährt. Die CMA rechnet mit einem Abschluss der Ermittlungen bis Februar 2027. Microsoft hat angekündigt, mit der Untersuchung zu kooperieren.

Direkte Aufsicht über Cloud-Dienste

Parallel zum Kartellverfahren hat sich die Regulierung der Microsoft-Cloud-Aktivitäten in Großbritannien grundlegend geändert. Das britische Finanzministerium stufte Microsoft Ireland Operations am heutigen Montag als kritischen Drittanbieter ein – gemeinsam mit Amazon Web Services, Google Cloud und Oracle.

Diese Einstufung unterstellt die Anbieter der direkten gemeinsamen Aufsicht von Bank of England, Prudential Regulation Authority und Financial Conduct Authority. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die Konzentration von Cloud-Diensten auf wenige Anbieter ein systemisches Risiko für die Finanzstabilität darstellt. Die Unternehmen müssen nun sechs grundlegende Regeln zu Integrität, Risikomanagement und regulatorischer Zusammenarbeit einhalten. Dazu gehören Belastungstests, Selbstbewertungen und die Meldung schwerwiegender Vorfälle, um großflächige Störungen durch technische Ausfälle oder Cyberangriffe zu verhindern.

Rückschlag vor Gericht

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Eine weitere Niederlage musste Microsoft vor dem britischen Berufungsgericht hinnehmen – und zwar im Streit um den Weiterverkauf von Softwarelizenzen. Der Konzern hatte versucht, den Zweitmarkt für lokale Windows- und Office-Lizenzen zu unterbinden. Seine Argumentation: Urheberrechtlich geschützte Elemente wie Programmsymbole und Hilfedateien machten die Software zu einem kreativen Werk, das ohne Erlaubnis nicht weiterverkauft werden dürfe.

Das Gericht wies diese Argumentation zurück und bestätigte das Recht auf Weiterverkauf gebrauchter Lizenzen. Das Urteil könnte Microsoft Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe einbringen. Beobachter werten die Entscheidung als wichtigen Sieg für Unternehmen, die mit Softwarelizenzen handeln – und als klare Absage an den Versuch, mit Urheberrecht ein geschlossenes Lizenzmodell durchzusetzen.

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Das aktuelle Bündelungsverfahren ist nicht der erste Zusammenstoß zwischen Microsoft und der CMA. Bereits die geplante 69-Milliarden-Dollar-Übernahme von Activision Blizzard sorgte für intensive Prüfungen. Um die britischen Bedenken zur Marktmacht im Cloud-Gaming auszuräumen, schlug Microsoft einen umstrukturierten Deal vor: Die Cloud-Gaming-Rechte für Activision-Titel wurden für 15 Jahre an Ubisoft verkauft.

Die CMA leitete daraufhin eine neue Untersuchung dieser speziellen Vereinbarung ein. Der Druck auf Microsofts Marktposition bleibt hoch. Die Frist für den Abschluss des umstrukturierten Activision-Deals läuft am 18. Oktober 2026 aus. Die Regulierungsbehörden prüfen weiterhin, welche langfristigen Auswirkungen die Expansion des Konzerns auf die Wettbewerbslandschaft in Großbritannien hat.

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