CMD-Therapie, Startup

CMD-Therapie: Leipziger Startup JawBuddy sammelt 818.000 Euro ein

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Leipziger Startup finanziert seine App zur Kiefertherapie und bereitet eine klinische Studie mit 130 Patienten vor.
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer modernen medizinischen Einrichtung mit Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Digitale Therapieansätze gewinnen bei der Behandlung von Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) zunehmend an Bedeutung. Wie ein Bericht vom 4. November 2026 verdeutlicht, investieren Wagniskapitalgeber verstärkt in softwaregestützte Methoden zur Linderung von Kiefergelenkbeschwerden. Das in Leipzig ansässige Medizintechnik-Startup JawBuddy hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 818.000 Euro eingeworben.

Angeführt wurde die Runde von HALBZEIT, während sich zudem die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG) sowie Dr. Siegfried Marquardt und Dr. Guido Sigron beteiligten.

Ebenfalls investierten die Business Angels Christophe Barriolade, Aldrich Huang, Jens Kosche und Marc Scheidegger. Die Gesamtsumme schließt zudem einen Business-Angel-Bonus der Sächsischen Aufbaubank ein. Angaben zu Einzelbeteiligungen sowie zur Unternehmensbewertung blieben ungenannt.

Medizinprodukt auf Basis von Smartphone-Kameradaten

JawBuddy wurde im Jahr 2025 von Leon Rauch, Moritz Scherer und Benjamín Cádiz de Gracia gegründet und hat seinen Sitz am Leipziger Gründerzentrum SpinLab. Das Unternehmen entwickelte eine App, die bereits als Medizinprodukt der Klasse I gemäß der europäischen Medizinprodukteverordnung (EU-MDR) registriert ist.

Die Software erfasst den Therapiefortschritt der Anwender über die Kamera des Smartphones. Das Übungsprogramm der Anwendung wurde von dem Physiotherapeuten Scherer gemeinsam mit Dr. Christian Wolf vom Kantonsspital Aarau konzipiert.

Um die Wirksamkeit digital gestützter Selbsttherapien wissenschaftlich zu untermauern, laufen derzeit klinische Pilotprojekte an fünf Standorten, darunter an der Uniklinik RWTH Aachen.

Für Dezember 2026 ist zudem eine multizentrische, randomisierte kontrollierte Studie mit 130 Patienten angesetzt. Parallel dazu laufen Verhandlungen mit einer großen gesetzlichen Krankenkasse über einen Versorgungsvertrag, dessen Beginn für Anfang 2027 angestrebt wird.

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Einbindung in regionale Innovationsprogramme

Die Weiterentwicklung der digitalen Selbsttherapie bei CMD erfolgt auch im Rahmen regionaler Förderstrukturen. Bei der zweiten Jurysitzung der Initiative „Care for Sustainable Innovation“ der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT) wurde JawBuddy mit der Uniklinik RWTH Aachen als eine von drei Innovationspartnerschaften ausgewählt.

Weitere Projekte der Runde umfassen CLARAPLAN mit den Partnern St. Gereon Seniorendienste gGmbH und Franziskusheim gGmbH für KI-gestützte Pflegeplanung sowie die MediSync GmbH mit der Hausarztpraxis von Prof. Dr. Mücke für Dokumentationslösungen.

Getragen wird das Programm von einem Netzwerk regionaler Partner wie der Stadt Aachen, der RWTH Aachen University und dem digitalHUB Aachen, gefördert aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union.

Komplexes Krankheitsbild und therapeutischer Bedarf

Die Notwendigkeit strukturierter Behandlungsansätze spiegelt sich im Versorgungsalltag wider. Bei Kiefergelenkbeschwerden greifen Patienten häufig auf Netzwerke aus Ärzten und Therapeuten zurück, wie etwa in Koblenz, wo Physiotherapeuten wie Timo Schall entsprechende Beschwerden behandeln.

CMD geht oft mit diffuser Symptomatik einher, die von Rauschen im Ohr über Schwindel, Gliederschmerzen und tägliche Kopfschmerzen bis hin zu extremem Druck auf dem Kiefer reicht.

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Berichte über Betroffene, wie eine Patientin aus Koblenz mit ursprünglichem Verdacht auf einen Gehörsturz, zeigen, dass langwierige Arztbesuche typisch sind, bevor therapeutische Maßnahmen wie Aufbissschienen oder gezielte Übungen eine Linderung der Beschwerden ermöglichen.

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