CNN, Perplexity

CNN verklagt Perplexity: 17.000 Artikel ohne Lizenz kopiert

29.05.2026 - 20:36:08 | boerse-global.de

CNN reicht Klage gegen Perplexity AI ein wegen massenhafter Urheberrechtsverletzung. Gescheiterte Lizenzverhandlungen gingen dem Rechtsstreit voraus.

CNN verklagt Perplexity: 17.000 Artikel ohne Lizenz kopiert - Foto: ĂĽber boerse-global.de
CNN verklagt Perplexity: 17.000 Artikel ohne Lizenz kopiert - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Der Vorwurf: massenhafter Diebstahl urheberrechtlich geschĂĽtzter Inhalte.

Klage eingereicht – Vorwurf der systematischen Ausbeutung

Die Klage wurde am 28. Mai 2026 beim Bundesgericht für den Südbezirk von New York eingereicht. Es ist das erste Mal, dass ein großer Fernsehsender ein KI-Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt. CNN wirft Perplexity vor, mehr als 17.000 Artikel, Fotos und Videos ohne Lizenz kopiert und für seine KI-Dienste genutzt zu haben – darunter den Chatbot, die API und den Comet-Browser.

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Die 54-seitige Klageschrift spricht von einer industriellen Aneignung geistigen Eigentums. Konkret soll Perplexity technische Schutzmechanismen wie Robots.txt-Dateien umgangen haben, die automatisierte Zugriffe verhindern sollen. Zudem wirft CNN dem Startup Markenrechtsverletzung vor: Perplexity habe fälschlicherweise den Eindruck einer Partnerschaft erweckt. In einigen Fällen habe die KI zudem falsche Informationen unter der Marke CNN ausgegeben – ein klassisches Halluzinationsproblem.

Gescheiterte Verhandlungen – Lizenzdeal geplatzt

Der juristische Konflikt ist das Ende einer gescheiterten Geschäftsbeziehung. Laut Gerichtsdokumenten verhandelten CNN und Perplexity im Herbst 2025 über einen Lizenzvertrag. Am 1. Oktober 2025 lag ein Term Sheet für eine mögliche Partnerschaft namens Comet Plus auf dem Tisch. Doch die Gespräche scheiterten – am 24. November 2025 war Schluss.

CNN schickte am 10. Dezember 2025 eine förmliche Unterlassungsaufforderung. Perplexity ignorierte sie. Der Sender betont, durchaus bereit für KI-Partnerschaften zu sein – etwa mit Meta. Aber Unternehmen mit Milliardenbewertungen dürften nicht einfach journalistische Inhalte nutzen, ohne zu zahlen.

Perplexity verteidigt sich – Experten zweifeln

Perplexity-Sprecher Jesse Dwyer erklärte am 29. Mai 2026: „Fakten unterliegen nicht dem Urheberrechtsschutz.“ Das Unternehmen sieht seine Nutzung öffentlicher Daten als transformativ und legal an. Juristen widersprechen: Zwar seien Fakten an sich nicht geschützt, sehr wohl aber die spezifische Darstellung, Struktur und Anordnung journalistischer Berichterstattung.

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Die Kanzlei Roth Figg Ernst & Manbeck, die CNN vertritt, hat bereits mehrere Klagen gegen Perplexity eingereicht. Der Ausgang dieses Verfahrens könnte wegweisend sein – für die Anwendung des Fair-Use-Prinzips auf KI-Suchmaschinen und die wirtschaftliche Zukunft des digitalen Journalismus.

Rechtslage bleibt unklar

Die juristische Landschaft für generative KI ist weiterhin in Bewegung. Erst am 28. Mai 2026 ließ ein Bundesrichter das KI-Unternehmen Anthropic bestimmte Vorwürfe der mittelbaren Urheberrechtsverletzung abweisen – direkte Verstöße durch Trainingsdaten bleiben aber weiterhin Gegenstand des Verfahrens. Frühere Klagen gegen Plattformen wie Reddit zeigen: Immer mehr Content-Ersteller versuchen, traditionelle Schutzrechte gegen KI-Entwickler durchzusetzen.

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