Codex Micro: OpenAIs 230-Euro-Keypad für autonome KI-Agenten
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 12:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI hat seine Entwicklerplattform Codex grundlegend neu erfunden. Aus einem einfachen Programmier-Assistenten wird ein System, das stundenlang eigenständig arbeiten kann.
Die Neuerung fällt mit der breiten Einführung der GPT-5.6-Modellfamilie zusammen. Erstmals bringt OpenAI auch ein spezielles Hardware-Gerät auf den Markt, das für die Steuerung autonomer KI-Agenten entwickelt wurde. Für deutsche Entwickler und Unternehmen eröffnen sich damit völlig neue Einsatzmöglichkeiten – von der automatisierten Code-Erstellung bis zur eigenständigen Datenanalyse.
Drei Modelle für unterschiedliche Anforderungen
Die neue Codex-Plattform basiert auf der GPT-5.6-Architektur, die in drei Varianten daherkommt: Sol, Terra und Luna. Die US-Handelsbehörde CAISI hatte die Modelle zuvor auf Cybersicherheitsrisiken geprüft und freigegeben.
Das Spitzenmodell Sol erreicht beeindruckende 88,8 Prozent auf dem Terminal-Bench 2.1 und einen Wert von 80 im Artificial-Analysis-Coding-Index. Terra bietet ausgewogene Leistung, während Luna als kosteneffiziente Option für schnelle Aufgaben dient. Alle Modelle verarbeiten Kontexte von bis zu einer Million Token – der Wissensstand endet im Februar 2026.
Die Preisgestaltung folgt dem Token-Volumen: Sol kostet fünf Dollar pro Million Input-Token und 30 Dollar für Output-Token. Terra liegt bei 2,50 beziehungsweise 15 Dollar, Luna bei einem beziehungsweise sechs Dollar.
Codex Micro: Hardware für KI-Steuerung
Am 19. Juli 2026 brachte OpenAI das Codex Micro auf den Markt – ein mechanisches Keypad für 230 Euro, entwickelt mit dem Hersteller Work Louder. Das Gerät verfügt über 13 mechanische Schalter, einen Drehregler, einen Joystick und einen kapazitiven Touch-Sensor.
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Die RGB-Beleuchtung zeigt den Status aktiver KI-Agenten an. Vorbestellungen sind ab sofort möglich, der Versand soll Ende Juli beginnen. Bereits Mitte Juli nutzten acht Millionen Menschen wöchentlich die Codex-Plattform.
Autonome Entwicklung ohne menschlichen Eingriff
Die neue Autonomie des Systems zeigt ein bemerkenswertes Experiment: Codex entwickelte eigenständig ein komplettes 16-Bit-x86-Assembly-Spiel für DOS. Die KI generierte 18 Quelldateien mit rund 2.500 Zeilen Code in 25 Minuten aktiver Arbeitszeit. Dabei identifizierte und behob das System zwei Programmierfehler – ohne menschliches Eingreifen.
Über eine Million Nutzer setzen Codex inzwischen für nicht-programmiertechnische Aufgaben ein, etwa für Datenaufbereitung und Berichtserstellung. Virgin Atlantic nutzte die Plattform für Wettbewerbsanalysen und reduzierte einen Prozess, der normalerweise Wochen dauert, auf wenige Stunden.
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Desktop-App und Führungswechsel
Am 18. Juli aktualisierte OpenAI die ChatGPT-App für Mac. Die neue Version stellt die Codex- und Projektschnittstellen sowie den Verlauf leichter zugänglich – eine Reaktion auf Nutzerkritik am vorherigen Redesign.
Parallel zu diesen Entwicklungen gibt es einen Wechsel in der Führungsetage: Fidji Simo, die zweithöchste Führungskraft des Unternehmens, tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück.
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