Coldcard-Hack, Bitcoin

Coldcard-Hack: 1.596 Bitcoin im Wert von 140 Millionen gestohlen

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 12:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine seit 2021 bestehende Schwachstelle gefährdete Coldcard-Nutzer. Coinkite veröffentlichte einen Fix, doch betroffene Schlüssel bleiben unsicher.

Coldcard-Wallets: Sicherheitslücke ermöglicht Bitcoin-Diebstahl
Eine Hardware-Wallet für Kryptowährungen liegt auf einer dunklen Schieferoberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine kritische Schwachstelle in der Generierung von Wiederherstellungsphrasen hat zu einem der bisher schwersten Sicherheitsvorfälle bei Hardware-Wallets geführt. Hacker entwendeten insgesamt 1.596 Bitcoin aus Coldcard-Wallets des Herstellers Coinkite.

Die Sicherheitslücke, die nach aktuellen Erkenntnissen bereits seit dem Jahr 2021 bestand, ermöglichte Angreifern die Ableitung privater Schlüssel. Basierend auf aktuellen Marktdaten wird der Wert der gestohlenen Kryptowährung auf über 140 Millionen US-Dollar geschätzt.

Details zum Ausmaß des Angriffs

Branchenanalysten von Galaxy Research beziffern den Gesamtschaden des Vorfalls auf 1.789,28 Bitcoin, was einem Gegenwert von etwa 114,7 Millionen US-Dollar entspricht. Den Daten zufolge sind insgesamt 8.865 Adressen von der Schwachstelle betroffen.

Eine detaillierte Auswertung der Opferzahlen ergab, dass allein 221 Nutzer zusammen 790,72 Bitcoin verloren haben. Der Medianwert des Verlusts pro geschädigter Adresse liegt laut den Analysten bei 1,04272 Bitcoin.

In einem dokumentierten Einzelfall verlor der Nutzer Jon Goodman 18 Bitcoin, was einem Marktwert von etwa 1,6 Millionen US-Dollar entspricht. Ein wesentlicher Teil der Beute wurde bisher nicht bewegt: Rund 87,3 Prozent der entwendeten Mittel, konkret 1.561 Bitcoin, befinden sich nach wie vor auf den Adressen der Angreifer und wurden seit dem Diebstahl nicht weiter transferiert.

Ursache und technischer Hintergrund

Die Schwachstelle betrifft Single-Key-Seeds der Coldcard-Wallets. Ursächlich waren schwache Zufallszahlengeneratoren bei der Erzeugung der Seed-Phrasen.

Der eigentliche Diebstahl vollzog sich in mehreren Wellen zwischen Ende Juli und Anfang August 2026. Dabei nutzte der Angreifer die "Replace-by-Fee"-Funktion des Bitcoin-Netzwerks, um Transaktionen effizient zu steuern. Seit Ende Juli seien so mehr als 1.800 Bitcoin von über 5.200 Adressen abgezogen worden.

Coinkite hat auf den Vorfall reagiert und einen Firmware-Fix veröffentlicht, um die Sicherheitslücke für die Zukunft zu schließen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass bereits kompromittierte Schlüssel durch ein Software-Update allein nicht geschützt werden können und Nutzer ihre Bestände auf neue, sicher generierte Adressen übertragen müssen.

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Marktreaktion und Branchenumfeld

Trotz des massiven Sicherheitsvorfalls verzeichnete der Bitcoin-Kurs seit dem 24. August einen Anstieg um 21 Prozent. Innerhalb der Krypto-Gemeinschaft hat das Ereignis eine Debatte über die Risiken und Standards der Selbstverwahrung ausgelöst. Ein Rückzug von der Hardware-basierten Sicherung ist jedoch nicht zu beobachten.

Stattdessen verzeichnen Konkurrenzanbieter wie Trezor, Bitbox und Onekey seit dem Bekanntwerden der Coldcard-Krise im August 2026 signifikante Umsatzsteigerungen. Nutzer scheinen ihre Bestände vermehrt auf alternative Hardware-Lösungen umzuziehen.

Auch in Russland zeigt sich ein Trend zu verstärkten Käufen von Hardware-Wallets. Der Händler M.Video verzeichnete im zweiten Quartal ein Absatzplus von 107 Prozent, während die Plattform Wildberries im ersten Halbjahr 2026 ein Wachstum von 84 Prozent meldete. Dies steht auch im Zusammenhang mit neuen regulatorischen Anforderungen, die ab September greifen und bis Juli 2027 eine Übergangsfrist vorsehen.

Zusätzlich zur Coinkite-Problematik bleibt die Cybersicherheit im Sektor ein kritisches Thema. Ledger behob am 12. August 2026 eine Schwachstelle in seiner Ethereum-App, die theoretisch Wallet-Diebstähle während Transaktionen ermöglicht hätte.

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Ngrave brachte am 25. August ein Firmware-Update für sein Modell ZERO heraus, das unter anderem ein quelloffenes Protokoll integriert. Gleichzeitig warnen Sicherheitsforscher vor 77 manipulierten Firefox-Erweiterungen, die gezielt Anmeldedaten und Geheimnisse von Krypto-Wallets ausspähen.

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