Collabora, Productivity

Collabora Productivity 26.04: KI-Assistent für Office-Suite

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 19:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Collabora, Neo, Google und Microsoft treiben KI-Integration in Bürosoftware voran. Neue Wettbewerber fordern etablierte Anbieter heraus.

KI-Office-Revolution: Neue Player und Updates für 2026
KI-Assistent-Symbol auf Laptop-Bildschirm, Symbol für KI-Integration in Bürosoftware. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während etablierte Anbieter ihre Programme mit künstlicher Intelligenz nachrüsten, drängen neue Wettbewerber mit KI-nativen Architekturen auf den Markt. Das Ziel: Software, die eigenständig komplexe Arbeitsabläufe ausführt und Dateien verwaltet.

Open-Source-Sektor zieht nach

Collabora Productivity hat am 3. Juli 2026 die Version 26.04 seiner Office-Suite veröffentlicht. Der Clou: ein optionaler KI-Assistent, der in Writer, Calc und Impress integriert ist. Das Update bringt zudem eine verbesserte Microsoft-Office-Kompatibilität, einen Dark Mode und eine Mehrseitenansicht.

CEO Michael Meeks betont die Bedeutung der Datenkontrolle. Der Assistent hilft unter anderem beim Dokumentenvergleich und der Navigation durch native Menüs. Verfügbar ist die Software über den Microsoft Store, den Mac App Store sowie Linux-Repositories wie Flathub und Snap.

„Neo" setzt auf radikalen Neuanfang

Während die Platzhirsche KI-Funktionen in bestehende Software einbauen, fordern Neulinge einen grundlegenden Architekturwechsel. Der indische Unternehmer Bhavin Turakhia investierte 28 Millionen Euro in „Neo", eine KI-native Office-Suite. Das Projekt startete intern im April 2026 und vereint Projektmanagement, Dokumentenbearbeitung und Dateispeicherung auf einer Plattform.

45 Mitarbeiter arbeiten derzeit an Neo, darunter 18 Ingenieure. Turakhia vergleicht die nachträgliche KI-Integration in alte Software mit dem Bau moderner Hardware aus veralteten Komponenten – ineffizient und wenig zukunftstauglich. Neo ist modellunabhängig konzipiert und soll in den kommenden Monaten für mittelständische Unternehmen verfügbar sein.

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Google bringt Desktop-Agenten an den Start

Google hat seine Gemini-KI massiv ausgebaut. Am 30. Juni startete der Beta-Test von „Gemini Spark" für macOS. Der Desktop-Agent organisiert Dateien, erstellt Tabellen aus lokalen Dokumenten und führt geplante Aufgaben aus. Vorläufig ist das Tool nur für volljährige Nutzer in den USA verfügbar – und erfordert ein Google-AI-Ultra-Abo für rund 90 Euro monatlich.

Die Preisstruktur für andere KI-Stufen veröffentlichte Google am 4. Juli: Der „AI Plus"-Plan kostet 4,50 Euro monatlich mit einem Kontextfenster von 128.000 Tokens, „AI Pro" liegt bei 18 Euro und bietet eine Million Tokens. Beide Stufen enthalten tägliche Briefings und geplante Aktionen. Code-Uploads bleiben den kostenpflichtigen Versionen vorbehalten.

Die technische Basis lieferte Google bereits am 24. Juni: Gemini 3.5 Flash kann Bildschirme sehen, klicken und tippen. Sicherheitsfunktionen wie Nutzerbestätigung und Prompt-Injection-Erkennung sollen Missbrauch verhindern.

Microsoft rüstet Enterprise-Kunden auf

Im Unternehmenssektor hat sich Insight Enterprises als Startpartner für die Microsoft 365 E7 Frontier Suite positioniert. Die neue Stufe soll noch 2026 allgemein verfügbar sein und KI-Agenten für mehrstufige Geschäftsprozesse sowie zentrale Governance-Werkzeuge enthalten. Analysten rechnen mit einem Aufpreis von 20 bis 40 Prozent gegenüber dem E5-Plan, der bei rund 52 Euro pro Nutzer und Monat liegt.

Parallel arbeitet Microsoft an geplanten Prompts für deklarative Agenten in Microsoft 365 Copilot. Diese Funktionen, ebenfalls für 2026 angekündigt, automatisieren wiederkehrende Analysen – etwa tägliche Inventurzusammenfassungen oder wöchentliche Risikoberichte.

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Cloud-Boom und universelle Suche

Die Verlagerung in die Cloud beschleunigt sich. Brian Jones, Leiter der Excel-Produktgruppe, meldet eine Verzehnfachung der Sitzungen in Excel fürs Web innerhalb von sechs Jahren. Grundlage ist die strategische Neuausrichtung auf Cloud-Dienste seit 2018. Neue Finanzfunktionen über Integrationen mit Morningstar und PitchBook richten sich speziell an Finanzteams.

Dropbox hat seine KI-gestützte Dash-Universalsuche als kostenpflichtiges Add-on für Unternehmen eingeführt. Für 27 bis 36 Euro pro Nutzer indexiert das Tool Inhalte aus Google Workspace, Microsoft 365 und Slack – und schafft so ein zentrales Link-Organisationssystem.

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