Cologuard, Plus

Cologuard Plus: Abbott erhĂ€lt CE-Kennzeichnung fĂŒr Darmkrebs-FrĂŒhtest

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 16:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der nicht-invasive DNA-Test darf in Europa vermarktet werden; Abbott plant einen schrittweisen Start in ausgewÀhlten LÀndern.
Modernes klinisches Labor mit medizinischer Diagnostik-AusrĂŒstung in heller, steriler Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Gesundheitsunternehmen Abbott hat fĂŒr Cologuard Plus die CE-Kennzeichnung gemĂ€ĂŸ der europĂ€ischen Verordnung ĂŒber In-vitro-Diagnostika (EU-IVDR) erhalten.

Wie aus Berichten vom 20. Oktober 2026 hervorgeht, handelt es sich bei dem Verfahren um einen nicht-invasiven, stuhlbasierten DNA-Test zur FrĂŒherkennung von Darmkrebs sowie fortgeschrittenen prĂ€kanzerösen LĂ€sionen. Eine Arzneimittelzulassung der EuropĂ€ischen Arzneimittel-Agentur (EMA) liegt fĂŒr das Produkt nicht vor, da die behördliche Freigabe ĂŒber das europĂ€ische Medizinprodukterecht erfolgte.

MarkteinfĂŒhrung und operative Voraussetzungen

Abbott beabsichtigt, Cologuard Plus schrittweise in ausgewĂ€hlten europĂ€ischen MĂ€rkten einzufĂŒhren. Der konkrete Zeitplan und die VerfĂŒgbarkeit richten sich nach Unternehmensangaben nach den jeweiligen Gegebenheiten der einzelnen LĂ€nder, den nationalen Gesundheitssystemen, bestehenden Erstattungsregelungen und der operativen Einsatzbereitschaft.

Angaben zu bestimmten europĂ€ischen StartmĂ€rkten, EinfĂŒhrungsterminen, geplanten Volumina oder Kooperationen mit etablierten Screening-Programmen machte Abbott bislang nicht.

Das Diagnostikverfahren ist fĂŒr Erwachsene ab einem Alter von 45 Jahren mit durchschnittlichem Erkrankungsrisiko bestimmt. Die Analyse erfolgt anhand einer zu Hause entnommenen Stuhlprobe, die im Labor auf spezifische DNA-Marker und okkultes Blut untersucht wird.

Anzeige

Wer sich mit Vorsorgeuntersuchungen und modernen Diagnoseverfahren befasst, sollte auch die Bedeutung seiner restlichen Blutwerte kennen. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, was Ihre Laborwerte wirklich ĂŒber Ihre Gesundheit aussagen. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

Der Test erfordert weder eine vorbereitende Darmreinigung noch ErnĂ€hrungsumstellungen oder eine Sedierung. Im Fall eines positiven Testergebnisses ist eine anschließende Koloskopie zur weiteren AbklĂ€rung erforderlich.

Die Technologie hinter Cologuard Plus stammt aus der 21 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Exact Sciences im Vorjahr, die am 23. MĂ€rz abgeschlossen wurde. Das VorgĂ€ngermodell Cologuard ist in den USA bereits seit 2014 verfĂŒgbar und wurde dort mehr als 23 Millionen Mal im Screening eingesetzt. Die Weiterentwicklung Cologuard Plus erhielt in den Vereinigten Staaten im Jahr 2024 die Marktzulassung.

Daten der klinischen BLUE-C-Studie

Die Validierung des Tests basiert auf der groß angelegten BLUE-C-Studie, deren Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. In der US-Screening-Population mit mehr als 20.000 Teilnehmern zeigte Cologuard Plus eine SensitivitĂ€t von 95 Prozent fĂŒr Darmkrebs bei einer SpezifitĂ€t von 94 Prozent.

Die SensitivitĂ€t fĂŒr fortgeschrittene prĂ€kanzeröse LĂ€sionen betrug 43 Prozent und erreichte 74 Prozent bei hochgradigen Dysplasien. GegenĂŒber der ersten Version des Tests traten bis zu 40 Prozent weniger falsch-positive Resultate auf.

Anzeige

Viele Menschen verlassen sich bei der Vorsorge ausschließlich auf die Interpretation ihrer Ärzte, doch Laborwerte werden hĂ€ufig falsch gedeutet. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie Ihre Vitalstoff-Werte selbst richtig einordnen und Fehldiagnosen vermeiden. Kostenlosen Report zur Laborwert-Analyse sichern

Die im New England Journal of Medicine publizierten Detaildaten zu 20.176 Personen mit vorliegenden Koloskopiebefunden wiesen eine Darmkrebs-SensitivitĂ€t von 93,9 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall: 87,1–97,7) und eine SensitivitĂ€t fĂŒr fortgeschrittene Vorstufen von 43,4 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall: 41,3–45,6) aus.

Die SpezifitĂ€t fĂŒr fortgeschrittene Neoplasien lag bei 90,6 Prozent, wĂ€hrend der herkömmliche fĂ€kale immunchemische Test (FIT) eine SensitivitĂ€t fĂŒr Darmkrebs von 67,3 Prozent erzielte.

Nach am 20. Oktober 2026 bekannt gewordenen weiteren Auswertungen mit 18.911 Teilnehmern wurden 81 von 85 DarmkrebsfÀllen erkannt (95,3 Prozent SensitivitÀt) sowie 849 von 1.962 fortgeschrittenen Vorstufen detektiert (43,3 Prozent SensitivitÀt). Die SpezifitÀt ohne Befund von Krebs oder Vorstufen belief sich dabei auf 90,7 Prozent und lag altersgewichtet ohne Neoplasien bei 93,8 Prozent.

Relevanz fĂŒr das europĂ€ische Screening

Die Zulassung erfolgt vor dem Hintergrund relevanter epidemiologischer Kennzahlen: Nach Daten der GLOBOCAN-Erhebung aus dem Jahr 2022 wurden in Europa rund 538.000 DarmkrebsfÀlle diagnostiziert, davon mehr als 356.000 Neuerkrankungen in der EuropÀischen Union, was etwa 13 Prozent aller neuen KrebsfÀlle entsprach.

Dem Bericht „Health at a Glance: Europe 2024“ zufolge lag die Beteiligung an Screening-Untersuchungen in der EU im Jahr 2022 bei durchschnittlich 42 Prozent der Zielgruppe innerhalb von zwei Jahren.

Abbott kĂŒndigte darĂŒber hinaus an, die GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das dritte Quartal 2026 an einem Mittwoch vor Eröffnung der US-Börsen vorzulegen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70385473 |