Computerspiele: Strategie schlÀgt Shooter bei kognitiver Leistung
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 02:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch eine aktuelle Studie rÀumt mit pauschalen Vorurteilen auf: Nicht die Dauer des Spielens ist entscheidend, sondern die Art des Spiels und das Nutzungsverhalten.
Strategie statt Ballerei
Die Karl Landsteiner PrivatuniversitĂ€t hat 3.854 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren untersucht. Das Ergebnis: Reine Spielzeit allein sagt wenig ĂŒber die kognitive LeistungsfĂ€higkeit aus. Entscheidend ist, ob das Spielverhalten kontrolliert bleibt oder in eine dysregulierte Nutzung abrutscht.
Letztere â gekennzeichnet durch Kontrollverlust und zwanghaftes Verlangen â korrelierte durchgehend mit schlechteren Testergebnissen. Moderates, kontrolliertes Spielen zeigte dagegen sogar leichte positive Effekte. Besonders spannend: Die Spielgenres machen den Unterschied. Wer Strategie- und Rollenspiele bevorzugt, schnitt bei logischen und verbalen Tests besser ab. Bei Shooter-Fans beobachteten die Forscher ein höheres Risiko fĂŒr dysreguliertes Spielverhalten.
Lernen per App im OP
Spiele sind lĂ€ngst nicht mehr nur FreizeitbeschĂ€ftigung. Die Asklepios Kliniken haben im Juli gemeinsam mit der Curious Company das Mobile Game âNo Shit!â gestartet. Ziel: Medizinisches Fachpersonal in Notaufnahmen und OPs durch tĂ€gliche Micro-Lerneinheiten fit zu halten.
Das System setzt auf teambasierte Wettbewerbe und Ranglisten. Ein SaaS-Modell soll die Lösung kĂŒnftig auch anderen KrankenhĂ€usern zugĂ€nglich machen. Der Trend ist klar: Komplexe Lerninhalte werden direkt in den Arbeitsalltag integriert â genau dort, wo Wissen unter Druck schnell abrufbar sein muss.
Zipp-Zapp fĂŒrs Hirn
Die Karl Landsteiner Studie zeigt: Nicht die Spielzeit, sondern das Genre entscheidet ĂŒber kognitive Leistung. Wer Strategie- und Rollenspiele bevorzugt, schneidet bei Tests besser ab. Dieser Ratgeber liefert eine Checkliste mit den 5 besten Strategiespielen und zeigt, wie Sie dysreguliertes Spielverhalten frĂŒh erkennen. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Auch in der Grundschule halten spielerische Konzepte Einzug. Das Spiel âZipp-Zappâ trainiert ohne Materialeinsatz das ArbeitsgedĂ€chtnis, die InhibitionsfĂ€higkeit und den schnellen Informationsabruf. PĂ€dagogen setzen es ein, um die kognitive FlexibilitĂ€t zu steigern.
Durch Varianten in Mathematik oder Englisch ĂŒben Kinder den schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Denkaufgaben. Ein wesentlicher Baustein fĂŒr die intellektuelle Entwicklung in frĂŒhen Lernphasen.
Mars-Mission am Bildschirm
Wie komplex kognitive Anforderungen sein können, zeigt das Browserspiel âTerraforming Marsâ. Es basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Daten der Weltraumforschung und wurde im Juli im Fachjournal Nature veröffentlicht. Spieler mĂŒssen ökologische und physikalische ZusammenhĂ€nge koordinieren.
Die ernĂŒchternde Erkenntnis: Selbst theoretisch machbare Konzepte wie der Einsatz von Algen zur AtmosphĂ€renbildung wĂŒrden Jahrtausende dauern.
Hummeln als Denker
Bereits in der Grundschule trainieren PĂ€dagogen mit Zipp-Zapp ArbeitsgedĂ€chtnis und InhibitionsfĂ€higkeit â ganz ohne Material. Holen Sie sich die 3 Ăbungen fĂŒr zu Hause und erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind mit den richtigen Spielen fördern. Zipp-Zapp-Ăbungen jetzt sichern
Dass kognitive FlexibilitĂ€t keine Frage der GehirngröĂe ist, zeigt eine Studie der UniversitĂ€t Oulu aus dem Juni. Forscher beobachteten bei Dunklen Erdhummeln die spontane Nutzung von Werkzeugen. Die Insekten bewegten Objekte gezielt, um an Belohnungen zu gelangen.
Die These: Zielgerichtete Handlungen und komplexe Problemlösungsstrategien sind keine exklusive DomĂ€ne von Wirbeltieren. Sie scheinen eine grundlegende biologische FĂ€higkeit zur Anpassung zu sein â bei Mensch und Tier.
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