Connected Cars: ASIO warnt vor Abhörgefahr in vernetzten Autos
01.06.2026 - 06:37:44 | boerse-global.deVernetzte Fahrzeuge sammeln täglich riesige Datenmengen – und werden zur Gefahr für die Privatsphäre.
Der australische Inlandsgeheimdienst ASIO hat am heutigen Montag eine ungewöhnliche Warnung ausgesprochen: Politiker sollen vertrauliche Gespräche nicht in vernetzten Autos führen. Der Grund: Die Fahrzeuge könnten als Abhörinstrumente missbraucht werden. Experten für Cybersicherheit teilen die Besorgnis und verweisen auf das enorme Ausmaß der Datensammlung moderner Fahrzeuge.
Neue Technologien bringen oft ungeahnte Cyberrisiken mit sich, die weit über das Fahrzeugcockpit hinausgehen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken entdecken
Datenflut aus dem Cockpit
Moderne Connected Cars sind wahre Datenschleudern. Branchenkenner zufolge sammeln sie täglich ein bis zwei Terabyte an Informationen – vom Standort über das Fahrzeuggewicht bis hin zu biometrischen Daten wie Gesichtsausdrücken. Waren 2021 erst etwa die Hälfte aller Autos vernetzt, soll dieser Anteil bis 2030 auf 95 Prozent steigen.
Die Mozilla Foundation stufte Fahrzeuge kürzlich als die schlechteste Produktkategorie für den Datenschutz ein. Kein einziger Hersteller habe ihre Sicherheits- und Datenschutztests bestanden. Ein besonders alarmierender Vorfall aus dem Jahr 2023 untermauert die Kritik: Damals sollen Mitarbeiter eines großen Elektroautoherstellers intime Aufnahmen von Kunden geteilt haben.
US-Behörden greifen durch
Die amerikanischen Aufsichtsbehörden haben bereits Konsequenzen gezogen. General Motors zahlte in Kalifornien umgerechnet rund 11,5 Millionen Euro Strafe – wegen des unerlaubten Verkaufs von Fahr- und Standortdaten an Drittanbieter zwischen 2020 und 2024. Auch gegen Unterhaltungsanbieter wird juristisch vorgegangen: Texas verklagte Firmen wegen der Aufzeichnung von Milliarden von Verhaltensdaten und deren Weitergabe an Datenmakler.
Sicherheitslücken und Stalking-Gefahr
Forscher der belgischen KU Leuven Universität entdeckten zudem physische Schwachstellen. Bestimmte Tesla Model S aus der Zeit vor Juni 2018 ließen sich mit einem 600 Euro teuren Gerät knacken – per Key-Fob-Klon. Ein Software-Update aus dem Jahr 2026 führte daraufhin eine PIN-Pflicht ein.
Noch dramatischer ist die Entwicklung bei GPS-Trackern. Die Zahl der Stalking-Fälle mit AirTags und ähnlichen Geräten stieg zwischen 2018 und 2024 um 896 Prozent. Berichte über missbräuchliche Überwachung in Beziehungen legten sogar um über 1.000 Prozent zu. Ermittler warnen, dass die kleinen Sender weiterhin häufig in Autos, Taschen und Kleidung versteckt werden – trotz Anti-Stalking-Funktionen der Hersteller.
Ob im vernetzten Fahrzeug oder am heimischen Schreibtisch – die Sicherheit sensibler Daten ist im digitalen Zeitalter ständig bedroht. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken effektiv schließen und Ihr Unternehmen proaktiv schützen. Gratis-E-Book zur Cyber Security herunterladen
Milliardenmarkt für Auto-Sicherheit
Die wachsende Bedrohungslage treibt die Branche zu strategischen Investitionen. Erst im Mai 2026 übernahm der indische Konzern KPIT Technologies für 108 Millionen Euro die Mehrheit am israelischen Cybersecurity-Start-up Cymotive. Das Unternehmen, das von einem ehemaligen Geheimdienstchef mitgegründet wurde und mit europäischen Autobauern zusammenarbeitet, erzielte 2025 einen Umsatz von rund 17 Millionen Euro.
Parallel dazu versuchen Regierungen, Sicherheitsstandards für das Internet der Dinge zu vereinheitlichen. Seit heute gilt ein Abkommen zwischen Singapur und Japan zur gegenseitigen Anerkennung von Cybersicherheits-Labeln für vernetzte Geräte.
Überwachung per Gesetz
Bleibt die Frage: Wer darf auf die Fahrzeugdaten zugreifen? Moderne Telematiksysteme zeichnen Geschwindigkeit, Bremsverhalten und Standort auf – für Ermittler ein gefundenes Fressen, sofern sie einen richterlichen Beschluss vorweisen können.
In Oakland und Oklahoma City entbrannte zuletzt eine Bdrebatte über automatisierte Kennzeichenscanner. Befürworter verweisen auf erfolgreiche Fahndungen, etwa die Aufklärung von Entführungsfällen. Kritiker hingegen warnen auf Bürgerversammlungen Ende Mai vor der langfristigen Speicherung und möglichem Missbrauch der Bewegungsprofile. Ein Streit, der sich in den kommenden Jahren wohl noch verschärfen dürfte.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
