Cookie-Banner, BfDI

Cookie-Banner: BfDI fordert maschinenlesbare Datenschutzpräferenzen

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 16:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der BfDI plädiert für EU-weite maschinenlesbare Datenschutzeinstellungen. Eine forsa-Studie zeigt hohe Zustimmung der Nutzer zu zentralen Lösungen.

BfDI-Präsidentin fordert EU-weite Lösung gegen Cookie-Banner-Flut
Eine Person sitzt an einem Schreibtisch vor einem Laptop in einem hellen, modernen Heimbüro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) hat sich für eine verbindliche EU-Regelung ausgesprochen, um die Flut an Cookie-Bannern im Internet einzudämmen.

Im Zentrum der Empfehlung steht die Einführung maschinenlesbarer Datenschutzpräferenzen, die als zentrales Management-Werkzeug fungieren sollen. Ziel der Initiative ist es, dem sogenannten „Klick-Wahnsinn“ ein Ende zu setzen und die Privatsphäre der Nutzer effizienter zu schützen.

Vorstoß im Rahmen des Digital Omnibus

Die BfDI-Präsidentin Louisa Specht-Riemenschneider drängt in diesem Zusammenhang auf eine Lösung auf europäischer Ebene. Diese solle idealerweise im Rahmen des sogenannten „Digital Omnibus“ verankert werden. Ein entsprechender EU-Vorschlag mit der Kennung COM(2025) 837 liege bereits vor, sei jedoch in den parlamentarischen Abstimmungsprozessen noch offen.

Der Kern des Vorschlags sieht vor, dass Nutzer ihre Datenschutzeinstellungen einmalig zentral festlegen können. Diese Präferenzen würden dann automatisch an die besuchten Websites übermittelt, sodass individuelle Zustimmungsabfragen für jeden einzelnen Dienst entfallen könnten. Dies würde nicht nur die Nutzererfahrung verbessern, sondern auch sicherstellen, dass datenschutzrechtliche Entscheidungen konsistent umgesetzt werden.

Umfrage belegt Unzufriedenheit der Nutzer

Unterstützt wird die Forderung der Behörde durch aktuelle Daten aus der Marktforschung. Eine Untersuchung des Instituts forsa, die im Sommer des vergangenen Jahres unter 1.002 Befragten durchgeführt wurde, verdeutlicht die Problematik der aktuellen Cookie-Handhabung.

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Laut der Erhebung geben lediglich 43 % der Internetnutzer an, dass sie die Funktion und Bedeutung von Cookies tatsächlich verstehen. Gleichzeitig herrscht eine deutliche Skepsis gegenüber der derzeitigen Praxis: 60 % der Befragten lehnen die Datenspeicherung ab, sofern eine einfache Ein-Klick-Lösung zur Verweigerung angeboten wird.

Die Erwartungen an den Gesetzgeber sind demnach hoch. Insgesamt 83 % der Umfrageteilnehmer äußerten den Wunsch nach einheitlichen Einstellungen, die systemübergreifend gültig sind.

Für eine überwältigende Mehrheit von 91 % ist der Schutz der eigenen Daten im Netz ein wichtiges Anliegen. Zudem fordern 78 % der Befragten eine staatliche Prüfung für die Anbieter solcher zentralen Management-Lösungen, um Missbrauch und technische Mängel auszuschließen.

Juristischer Druck durch den Europäischen Datenschutzausschuss

Die Notwendigkeit einer klaren Regelung wird zudem durch die aktuelle Rechtsprechung und Aufsichtstätigkeit auf europäischer Ebene unterstrichen. Vor wenigen Wochen traf der Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) eine Entscheidung, die den Druck auf nationale Behörden erhöht.

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In einem Verfahren bezüglich einer Beschwerde der Organisation NOYB gegen Cookie-Banner des belgischen Rundfunks VRT wurde klargestellt, dass die zuständige belgische Aufsichtsbehörde die Vorwürfe umfassend behandeln muss.

Solche Einzelfallentscheidungen verdeutlichen nach Ansicht von Experten die Fragmentierung der aktuellen Aufsichtspraxis. Eine EU-weite Regelung für maschinenlesbare Präferenzen könnte hier eine Brücke schlagen und sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher Rechtssicherheit schaffen.

Ob sich der Vorschlag COM(2025) 837 in seiner jetzigen Form durchsetzt, bleibt abzuwarten, doch die Positionierung der deutschen Datenschutzbehörde erhöht das politische Gewicht der Initiative deutlich.

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