COPD-Therapie, Tozorakimab

COPD-Therapie: Tozorakimab senkt Exazerbationen um bis zu 34%

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 11:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tozorakimab reduzierte COPD-Exazerbationen in zwei Phase-III-Studien. AstraZeneca wartet in den USA noch auf die mögliche Zulassung.

AstraZeneca: Tozorakimab senkt COPD-Exazerbationen in Studien
Moderne, sterile Laborumgebung mit Glasgefäßen auf einem Edelstahltisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Erforschung neuer Therapieoptionen für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hat mit der Vorstellung aktueller Studiendaten zu Tozorakimab neue Impulse erhalten.

Im Rahmen des ERS-Kongresses in Barcelona wurden detaillierte Ergebnisse der Phase-III-Studien OBERON und TITANIA präsentiert, die zudem im New England Journal of Medicine (DOI 10.1056/NEJMoa2606998) veröffentlicht wurden. Die Daten untersuchen die Wirksamkeit eines neuartigen Ansatzes zur Reduktion von Exazerbationen bei betroffenen Patienten.

Ergebnisse der Phase-III-Studien OBERON und TITANIA

Die klinische Bewertung von Tozorakimab stützt sich auf die zwei großangelegten Studien OBERON (NCT05166889) und TITANIA (NCT05158387), an denen insgesamt 2.306 Probanden über einen Zeitraum von 52 Wochen teilnahmen. In den Untersuchungen wurde die Gabe von 300 mg des Wirkstoffs alle vier Wochen mit einem Placebo verglichen.

Dabei zeigte sich eine deutliche Senkung moderater bis schwerer COPD-Exazerbationen. Bei der Gruppe der ehemaligen Raucher betrug die Reduktion 29 % in der OBERON-Studie und 34 % in der TITANIA-Studie.

Betrachtet man die Gesamtpopulation der Studien, lagen die Rückgänge bei 30 % beziehungsweise 29 % im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Die konkreten Ereignisraten für moderate oder schwere Exazerbationen wurden mit 1,41 beziehungsweise 1,44 unter Tozorakimab angegeben, während sie in den Placebo-Gruppen bei 2,00 und 2,03 lagen.

Einfluss von Biomarkern und therapeutische Besonderheiten

Ein wesentlicher Aspekt der Analyse betrifft die Wirksamkeit in Abhängigkeit von der Anzahl der Eosinophilen im Blut (BEC). Den Daten zufolge profitierten Patienten mit höheren BEC-Werten stärker von der Behandlung.

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Während die Reduktion bei einem Wert von unter 150 Zellen/µl bei 23 % lag, stieg dieser Wert bei einer BEC von mindestens 150 auf 34 % an. Bei Patienten mit Werten von 300 oder mehr konnte eine Senkung der Exazerbationsrate um 43 % beobachtet werden.

Technisch handelt es sich bei Tozorakimab um einen IL-33-Inhibitor. Das Präparat wird als erste Biotherapie eingeordnet, die eine Reduktion des sogenannten Schleimpfropf-Scores (Mucus Plug Score) bewirkt. In Bezug auf die Verträglichkeit wurde berichtet, dass schwere unerwünschte Ereignisse zu Abbruchraten von 3,1 % in der OBERON-Studie und 3,7 % in der TITANIA-Studie führten.

Regulatorischer Status und wirtschaftliche Erwartungen

Bereits im April 2026 erreichte die Phase-III-Studie MIRANDA mit 1.454 Patienten ihren primären Endpunkt. Derzeit befindet sich der Zulassungsprozess in einer entscheidenden Phase. Für den US-Markt liegt der Zulassungsantrag (BLA) der FDA vor und wird im Rahmen eines Priority Reviews geprüft.

Eine Entscheidung (PDUFA) wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Parallel dazu laufen Prüfverfahren in der Europäischen Union sowie in China. Aktuell verfügt Tozorakimab noch über keine Marktzulassung.

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AstraZeneca hat die Prognose für den jährlichen Spitzenumsatz des Medikaments auf über 5 Milliarden US-Dollar angehoben. In Branchenberichten wird das Potenzial teils auf 3 bis 5 Milliarden US-Dollar taxiert, womit das Präparat zum bedeutendsten Atemwegsprodukt des Konzerns avancieren könnte. Der gesamte COPD-Markt wird laut Prognosen bis zum Jahr 2034 in den sieben wichtigsten Märkten ein Volumen von über 30 Milliarden US-Dollar erreichen.

An den Finanzmärkten wurde die Entwicklung zuletzt verhalten aufgenommen. Die Aktie von AstraZeneca verzeichnete Anfang September 2026 einen Rückgang um 1,01 % auf 161,05 US-Dollar, wobei sich das Papier innerhalb einer 52-Wochen-Spanne von 145,80 bis 212,71 US-Dollar bewegte.

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