Copenhagen Planks: Leistenprobleme bei FuĂballern sinken um 41 Prozent
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:20 Uhr | Redaktion boerse-global.deHĂŒftsteifheit und Schmerzen im Beckenbereich betreffen lĂ€ngst nicht nur Ă€ltere Menschen. Neben Sportlern aus dynamischen Disziplinen wie FuĂball, Basketball oder Eishockey sowie LĂ€ufern klagen zunehmend auch Personen mit sitzender TĂ€tigkeit ĂŒber funktionelle Probleme.
Selbst hypermobile Athleten aus dem Tanz-, Turn- oder Yogabereich sind hĂ€ufig betroffen. Medizinische Fachleute betonen dabei zunehmend, dass BewegungseinschrĂ€nkungen der HĂŒfte oft kein reines FlexibilitĂ€tsproblem darstellen, sondern auf mangelnde Kraft und muskulĂ€re Dysbalancen zurĂŒckzufĂŒhren sind.
Kraft und Kontrolle als Basis der Beweglichkeit
Wie Dr. Markes und Dr. Chan von California Pacific Orthopaedics betonen, kann der menschliche Körper BewegungsspielrĂ€ume, ĂŒber die er keine aktive muskulĂ€re Kontrolle besitzt, oft nicht sicher nutzen und blockiert diese durch Verspannungen. Gegen Steifheit und Dysbalancen empfehlen Fachleute daher gezielte Einheiten zwei- bis dreimal pro Woche.
Neben Dehnungen, die fĂŒr 10 bis 15 Sekunden gehalten werden, und Contract-Relax-Intervallen von fĂŒnf Sekunden stehen funktionelle Ăbungen im Fokus. Dazu gehören 90/90-Rotationen, rumĂ€nisches Kreuzheben sowie Copenhagen Planks. Letztere konnten bei semiprofessionellen FuĂballern das Auftreten von Leistenproblemen um 41 Prozent senken.
Gleichzeitig weisen Experten auf deutliche Warnsignale hin, die eine fachĂ€rztliche AbklĂ€rung erfordern: Hierzu zĂ€hlen anhaltende Schmerzen in der Leiste oder HĂŒfte, KlickgerĂ€usche im Gelenk, nĂ€chtliche Ruheschmerzen sowie Beschwerden, die ĂŒber mehr als sechs Wochen hinweg ohne Besserung anhalten.
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Als Ursachen kommen neben muskulÀren Problemen unter anderem Sehnenreizungen, Beschwerden im Bereich der LendenwirbelsÀule oder arthrotische VerÀnderungen infrage.
Gezielte Dehnungen und KrÀftigung im Alltag
FĂŒr die Entlastung nach langen Sitzphasen empfiehlt der Physiotherapeut Raj Suppiah von Foundation Physiotherapy & Wellness drei spezifische DehnĂŒbungen:
- den knienden HĂŒftbeuger-Stretch (Half-Kneeling Hip Flexor Stretch) mit fĂŒnf bis sechs Wiederholungen pro Seite bei einer Haltedauer von zehn Sekunden,
- die Figur-Vier-Dehnung des GesĂ€Ăes (Figure-Four Glute Stretch) mit fĂŒnf bis sechs DurchgĂ€ngen pro Seite fĂŒr jeweils zehn Sekunden,
- sowie die Adduktorendehnung im VierfĂŒĂlerstand (All-Fours Adductor Stretch) mit acht bis zehn Wiederholungen pro Seite fĂŒr jeweils sechs Sekunden.
Suppiah unterstreicht jedoch, dass passives Dehnen kein adĂ€quater Ersatz fĂŒr Krafttraining ist und die AusfĂŒhrung bei akutem Schmerz sofort beendet werden sollte.
Zur weitergehenden KrĂ€ftigung empfiehlt der Fitnesstrainer Maxwell Thompson ein Set aus fĂŒnf GrundĂŒbungen: Goblet Squats, LiegestĂŒtze, rumĂ€nisches Kreuzheben, vorgebeugtes Rudern und die klassische Plank. Diese Auswahl stĂ€rke insbesondere die HĂŒftbeuger und die hintere Muskelkette, um Dysbalancen durch langes Sitzen auszugleichen.
Die Ăbungen lassen sich fĂŒr Einsteiger und Fortgeschrittene wahlweise mit dem eigenen Körpergewicht oder einer Kettlebell ausfĂŒhren, wobei Thompson zu Beginn leichte Gewichte und eine saubere Technik anrĂ€t.
Bewegung statt Schonung
Laut Veröffentlichungen im Deutschen Ărzteblatt ist langes Sitzen zwar nicht direkt mit Rauchen gleichzusetzen, der damit verbundene Bewegungsmangel schadet der Gesundheit jedoch spĂŒrbar durch fortschreitenden Muskelabbau und eine BeeintrĂ€chtigung der Gelenkfunktion.
Gegen Steifheit hilft leichte AktivitĂ€t meist deutlich besser als vollstĂ€ndige Ruhe: RegelmĂ€Ăige Bewegung verteilt die GelenkflĂŒssigkeit, verbessert die Durchblutung und trĂ€gt dazu bei, dass das Nervensystem Schmerzreize dĂ€mpft. BewĂ€hrt hat sich, lĂ€ngeres Sitzen alle 45 bis 60 Minuten fĂŒr mindestens zwei Minuten zu unterbrechen.
Um den im Artikel beschriebenen Muskelabbau durch Bewegungsmangel effektiv zu stoppen, empfehlen Experten ein gezieltes Training fĂŒr zu Hause. Dieser kostenlose Guide stellt sechs einfache Ăbungen vor, die Gelenkschmerzen lindern und die VitalitĂ€t steigern können. Kostenlosen PDF-Ratgeber fĂŒr Krafttraining sichern
ErgĂ€nzend unterstĂŒtzen ein- bis zweimal tĂ€glich fĂŒnf bis zehn Minuten moderates Gehen oder Gelenkkreisen die Erholung. Auch die klassische RICE-Regel (Ruhe, Eis, Kompression, Hochlagern) weicht in der modernen Praxis zunehmend Konzepten der aktiven Erholung und einer optimal dosierten Belastung, solange kein scharfer oder zunehmender Schmerz auftritt.
Dass allgemeine körperliche AktivitĂ€t maĂgeblich zur Besserung beitrĂ€gt, bestĂ€tigt auch die PhysioFIRST-Studie unter Leitung von Prof. Joanne Kemp von der La Trobe University zum femoroazetabulĂ€ren Impingement (FAI): Bei diesem Syndrom steigert bewegungsbasierte Physiotherapie die LebensqualitĂ€t insgesamt, unabhĂ€ngig von einer spezifischen Ăbungsvariante.
