Copilot Cowork startet: Microsoft baut KI-Assistent autonom um
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 04:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Copilot Cowork markiert den Übergang von reaktiver Hilfe zu autonomer Aufgabenverwaltung.
Microsoft hat am heutigen Samstag die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot Cowork bekanntgegeben. Der KI-Assistent kann künftig eigenständig komplexe Arbeitsabläufe übernehmen – ein Quantensprung für Unternehmen. Die Neuerung ist Teil einer massiven KI-Offensive, die auch die Integration von OpenAIs GPT-5.6 und spezialisierte Werkzeuge für Juristen und Vertriebsteams umfasst.
Von der Hilfe zur Autonomie
Bisher reagierte Copilot nur auf direkte Befehle. Mit Cowork ändert sich das grundlegend: Der Assistent plant, priorisiert und führt Aufgaben eigenständig aus. Microsoft führte dazu zwei neue Werkzeuge ein: „Critique" ermöglicht rechercheübergreifende Analysen mit mehreren KI-Modellen. „Council" erlaubt den direkten Vergleich verschiedener Modelle nebeneinander.
Für die Rechtsbranche integrierte Microsoft einen Legal Agent direkt in Word. Er unterstützt bei der Vertragsprüfung und -erstellung. Bereits gestern erweiterte der Konzern seine KI-Angebote für Vertriebsteams über Dynamics 365 und Microsoft 365 Copilot – mit dem Ziel, Verkaufsprozesse deutlich zu beschleunigen.
GPT-5.6: Das neue Kraftpaket
Nach einer US-Cybersicherheitsprüfung startete OpenAI am 9. Juli das Modell GPT-5.6. Microsoft setzt es nun als bevorzugtes Modell für Microsoft 365 Copilot ein – in Word, Excel, PowerPoint und dem neuen Cowork. Die Integration für Unternehmenskunden begann gestern.
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Die technischen Daten können sich sehen lassen: GPT-5.6 arbeitet 20 bis 30 Prozent schneller als sein Vorgänger. Das Modell erscheint in drei Varianten: Sol, Terra und Luna. In standardisierten Tests erreichte die Sol-Version 53,6 Punkte im „Agents' Last Exam" und eine Erfolgsquote von 73,5 Prozent bei der Cybersicherheitsprüfung ExploitBench.
Parallel dazu brachte OpenAI ChatGPT Work auf den Markt – eine agentische Plattform, die das Modell mit Codex kombiniert und komplexe, mehrstufige Aufgaben bewältigt.
Milliarden-Investitionen fordern ihren Tribut
Microsofts KI-Fokus hat personelle Konsequenzen: Rund 4.800 Stellen werden gestrichen – etwa 2,1 Prozent der globalen Belegschaft. Betroffen sind vor allem die Bereiche Commercial und Xbox. Der Konzern spricht von einer strategischen Neuausrichtung hin zu KI-Infrastruktur und -Entwicklung.
Die Zahlen zeigen, warum Microsoft diesen Weg geht: Allein der Markt für generative KI im Versorgungssektor soll 2026 auf 1,92 Milliarden Euro wachsen – angetrieben durch erneuerbare Energien und intelligente Stromnetze.
Während Microsoft auf autonome KI-Agenten setzt, sollten Unternehmen die damit verbundenen Risiken wie Kennzeichnungspflichten und Risikodokumentation nicht unterschätzen. Erfahren Sie im kostenlosen Experten-Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was jetzt konkret zu tun ist. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Hardware-Offensive und Börsenrallye
Auch bei der Hardware legt Microsoft nach: Am 23. Juli kommen Surface Pro und Surface Laptop in Malaysia auf den Markt. Die Geräte sind mit dem Snapdragon X2-Chip ausgestattet, dessen Neural Processing Unit 80 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) leistet. Die Akkulaufzeit beträgt bis zu 20 Stunden bei Videowiedergabe.
Die Anleger reagierten positiv: Microsoft-Aktien stiegen um 1,09 Prozent auf 339,75 Euro. Am 29. Juli legt der Konzern seine Quartalszahlen für das vierte Quartal vor – dann zeigt sich, ob sich die Milliarden-Investitionen in KI und Hardware bereits auszahlen.
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