Copilot, Microsoft

Copilot: Microsoft integriert O1-Modell kostenlos für alle

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 14:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft integriert OpenAIs O1-Modell kostenlos in Copilot und erweitert das KI-Angebot um Claude sowie eigene Agenten.

Microsoft Copilot: Kostenloses O1-Modell und neue KI-Strategie
Moderner Laptop-Bildschirm mit komplexer neuronaler Netzwerkvisualisierung, die KI-Denkfähigkeiten darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Wettlauf verschärft sich: Microsoft stattet seinen Copilot mit dem leistungsstarken O1-Modell von OpenAI aus – und das kostenlos für alle Nutzer.

Der Schritt ist eine direkte Antwort auf die wachsende Konkurrenz durch Anbieter wie DeepSeek. Ab sofort können Anwender von fortschrittlichen Denkfähigkeiten profitieren, die bisher zahlenden Kunden vorbehalten waren. Das Update bringt zudem eine sichtbare Gedankenkette (Chain-of-Thought) und die Integration von GPT-5.5 Thinking mit sich.

Multi-Modell-Strategie und mehr Auswahl

Microsoft setzt künftig auf ein Ökosystem verschiedener KI-Modelle. Neben OpenAIs O1 können Nutzer im Copilot Chat nun auch Anthropics Claude AI auswählen – je nachdem, welches Modell für die jeweilige Aufgabe am besten geeignet ist. Ein neuer Modell-Auswahlknopf und ein Agenten-Store erleichtern die Orientierung.

Für Unternehmen besonders relevant: Das O1-Modell ist direkt in SharePoint integriert. Das bedeutet, dass komplexe logische Analysen auf Unternehmensdaten angewendet werden können. Gleichzeitig hat Microsoft die Standardeinstellungen für Microsoft 365 Declarative Agents angepasst – sie nutzen nun das GPT-5.1-Modell.

Autonome Helfer und neue Lizenzmodelle

Ein zentrales Element des Juli-Updates ist die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot Cowork. Dieser autonome Agent erledigt komplexe, mehrstufige Aufgaben eigenständig. Mit dem aktualisierten Agent Builder können Unternehmen solche Helfer selbst erstellen. Neu ist auch eine KI-Wasserzeichenfunktion für Audio- und Videoinhalte, die Transparenz über KI-generierte Inhalte schaffen soll.

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Um auch kleine und mittlere Unternehmen anzusprechen, führt Microsoft neue Lizenzstufen ein: Die Business Standard- und Premium-Pakete enthalten Copilot nun als Standardfunktion. Ab dem 1. August 2026 dürfen Microsoft Cloud Solution Provider kostenlose 30-Tage-Testversionen für bis zu 25 Nutzer pro Organisation anbieten. Flankiert wird dies durch eine milliardenschwere Initiative: Die Microsoft Frontier Company soll mit 2,5 Milliarden Dollar die KI-Adoption vorantreiben.

Kostendruck und Infrastruktur-Offensive

Die hohen Kosten für den Betrieb moderner KI-Modelle treiben Microsoft zur Optimierung. Berichten zufolge testet der Konzern das Kimi K3-Modell von Moonshot AI, das am 16. Juli 2026 veröffentlicht wurde. Würde Microsoft bestimmte Aufgaben von OpenAI oder Anthropic auf das offene Kimi K3 verlagern, könnten Einsparungen von rund 600 Millionen Euro möglich sein.

Parallel dazu baut Microsoft seine europäische Infrastruktur aus. Mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral wurde ein Milliarden-Deal geschlossen, der die KI-Rechenkapazität in Europa erhöhen soll. Die Modelle Mistral Medium 3.5 und OCR 4 werden in Microsoft Foundry integriert – mit flexiblen Bereitstellungsoptionen für regulierte Branchen, inklusive vollständig offlinefähiger Umgebungen.

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Hardware-Upgrade und Ausblick

Die Rechenleistung für die kommende KI-Generation soll von AMD kommen: Im zweiten Halbjahr 2026 plant Microsoft, AMD Helios Rack-Scale-Systeme in Azure zu deployen. Diese Systeme verfügen über 72 Instinct MI455X-GPUs und 500-Core-EPYC-Prozessoren. Neue virtuelle Maschinen der HDv2-Serie mit bis zu 4 Terabyte Arbeitsspeicher sollen die nötige Skalierbarkeit für die nächste KI-Entwicklungsstufe bieten.

Im August folgt ein weiteres Update: Das klassische Outlook für Windows erhält einen dauerhaften Copilot-Einstiegspunkt – ein Schritt zur Vereinheitlichung der Benutzeroberfläche, weniger ein neues Feature.

Die Expansion von Microsoft fällt zeitlich mit OpenAIs eigenem Launch von Presence am 22. Juli 2026 zusammen. Die Plattform für Unternehmens-Sprach- und Chat-Agenten bearbeitet eigenen Angaben zufolge bereits 75 Prozent der englischsprachigen Telefon-Supportanfragen von OpenAI.

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