Copilot+ PC: Neue KI-Laptops mit 40 TOPS und 16 GB RAM
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 18:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Computerbranche erlebt einen tiefgreifenden Wandel: Immer mehr Hersteller setzen auf künstliche Intelligenz in neuen Geräten. Doch die steigende Nachfrage nach KI-fähiger Hardware treibt die Kosten für Speicherbauteile in die Höhe – mit spürbaren Folgen für Verbraucher. Erste Hersteller kündigen bereits Preiserhöhungen an.
Halbleiterbranche mit gemischten Quartalszahlen
Am 30. Juli legten zwei Schwergewichte der Branche ihre Geschäftszahlen vor – mit gegensätzlichen Ergebnissen. Die Aktie von AMD schoss nach den über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen um mehr als 13 Prozent nach oben. Besonders das Rechenzentrumsgeschäft wuchs kräftig, und der Chiphersteller hob seine Umsatzprognose für KI-Produkte an. Analysten sehen für die AMD-Aktie im Schnitt ein Kursziel von rund 567 Dollar, einzelne Prognosen reichen sogar bis 1.250 Dollar.
Ganz anders bei Qualcomm: Die Aktie verlor im regulären Handel über vier Prozent und gab nach Börsenschluss weiter nach. Dabei meldete das Unternehmen mit 1,6 Milliarden Dollar einen Rekordumsatz im Automobilgeschäft – ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Gesamtumsatz von 9,9 Milliarden Dollar kann sich sehen lassen. Doch steigende Speicherkosten drücken die Margen. Qualcomm kündigte an, ab dem 1. September die Preise zu erhöhen, um den Inflationsdruck auszugleichen.
Der neue Standard für KI-PCs
Die Branche einigt sich zunehmend auf die Bezeichnung „Copilot+ PC“ als Gütesiegel für KI-fähige Computer. Die Anforderungen sind klar definiert: Eine Neural Processing Unit (NPU) mit mindestens 40 Tera Operationen pro Sekunde (TOPS), 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte Speicherplatz.
Die Hersteller rüsten ihre Produktpaletten entsprechend auf. ASUS brachte am 31. Juli den ExpertBook Ultra auf den Markt – ausgestattet mit dem Intel Core Ultra Series 3 und einer NPU mit 50 TOPS. Mit einem Gewicht von 0,99 Kilogramm und einer Dicke von 10,9 Millimetern setzt das Gerät auf maximale Mobilität. Auch der HP ProBook 4 G2a überzeugt in ersten Tests: Der AMD Ryzen AI 7 450 liefert starke Leistung, die Akkulaufzeit von zehn bis zwölf Stunden dürfte Vielflieger freuen.
Während die Hardware-Leistung für KI-Anwendungen rasant steigt, rücken auch die regulatorischen Anforderungen für Unternehmen in den Fokus. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten und Fristen, die der EU AI Act für den Einsatz von KI-Systemen vorschreibt. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Im High-End-Bereich setzen ACEMAGIC und ASRock auf kompakte Systeme mit dem AMD Ryzen AI MAX+ 395. Die Mini-Workstation ACEMAGIC F9A bietet bis zu 126 TOPS Gesamtleistung und unterstützt bis zu 128 Gigabyte LPDDR5X-8000-Speicher.
Speicherknappheit treibt Preise
Die Ursache der Preisrallye liegt in der Produktion: Die Wafer-Kapazitäten werden zunehmend für KI-Rechenzentren genutzt, wodurch Speicher und SSDs für Endverbraucher knapp werden. Marktbeobachter von TrendForce und IDC sehen hier den Haupttreiber der Preisentwicklung.
Die Folgen sind bereits im Handel spürbar. Große Hersteller wie Lenovo und HP horten Speicherkomponenten, um ihre Produktion abzusichern. Bei Grafikkarten wird die Lage besonders deutlich: Die RTX 5090 hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.999 Dollar, wird wegen der Knappheit aber häufig für über 4.000 Dollar gehandelt. Selbst Microsofts Surface Laptop mit Snapdragon X2 Plus, ursprünglich für 1.600 Dollar gelistet, ist aktuell für 999 Dollar zu haben – ein deutliches Zeichen für den Preisdruck im Markt.
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Führungswechsel und Zukunftsvisionen
Die Branche bereitet sich zudem auf einen Generationenwechsel vor. Apple meldete für das Juni-Quartal einen Mac-Umsatz von 10,4 Milliarden Dollar – ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nicht zuletzt dank des erfolgreichen MacBook Neo. Tim Cook bezeichnete die steigenden Speicherpreise in einer Telefonkonferenz am 30. Juli als „Besorgnis erregend“. Das Unternehmen prüft neue Chip-Lieferanten. Es war Cooks letzte Bilanzpressekonferenz als CEO: Im September übernimmt John Ternus das Ruder.
Nvidia-Chef Jensen Huang hat derweil eine kühne Vision: Die Halbleiterindustrie müsse um das Zehnfache wachsen, um eine Zukunft mit 100 Milliarden KI-Agenten zu ermöglichen. Mit SK Group geht Nvidia eine 500-Milliarden-Dollar-Partnerschaft für den Bau von KI-Fabriken ein. Die nächste Architektur „Vera Rubin“ soll 2027 debütieren. Bis dahin läuft das Geschäft prächtig: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 setzte Nvidia 81,6 Milliarden Dollar um – 75,2 Milliarden davon allein mit Rechenzentrums-Technik.
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