Copilot und Azure: Unwetter legen Microsofts KI-Dienste lahm
29.05.2026 - 19:18:06 | boerse-global.deDie Folge: Massive Störungen beim KI-Assistenten Copilot und der Cloud-Plattform Azure. Zahlreiche Unternehmen waren von erhöhten Latenzzeiten und zeitweiligen Verbindungsabbrüchen betroffen.
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Stromausfälle legen Cloud-Infrastruktur lahn
Gewitterstürme verursachten am Morgen Stromausfälle in zentralen Rechenzentren von Microsoft. Das bestätigte der Konzern gegenüber der Presse. Die wetterbedingten Probleme trafen die zugrundeliegende Azure-Infrastruktur, was wiederum die Leistungsfähigkeit von Copilot beeinträchtigte.
Laut Auswertungen des Portals Downdetector meldeten mehr als 600 Nutzer Störungen bei Copilot. Die Probleme begannen gegen 16:00 Uhr MEZ. Der technische Ausfall beschränkte sich nicht auf den KI-Assistenten: Auch Azure Functions, MySQL, PostgreSQL, Databricks, Redis, SQL und Kubernetes waren betroffen.
Rund 66 Prozent der gemeldeten Probleme betrafen die Copilot-Anwendung selbst, während 33 Prozent der Nutzer Schwierigkeiten über die Weboberfläche hatten.
Neugestaltung und Leistungsversprechen
Die Störung kommt nur einen Tag nach einem großen Update für Microsoft 365 Copilot. Am Donnerstag hatte der Konzern eine überarbeitete Version vorgestellt – mit schlichterem Design und einer um 50 Prozent verkürzten Ladezeit.
Die Neuerung führt „progressive Disclosure"-Elemente ein sowie ein aufgabenbewusstes Eingabefeld, das Arbeitsabläufe in Word und PowerPoint optimieren soll. Nutzer können künftig auch manuell zwischen verschiedenen KI-Modellen wählen – darunter Anthropics Opus-Modelle als Alternative zu OpenAIs GPT-Architektur.
Trotz der aktuellen Pannen betont Microsoft das starke Wachstum bei Copilot: Die Nutzung stieg demnach in Word um 27 Prozent, in Excel um 33 Prozent, in PowerPoint um 43 Prozent und in Outlook um 30 Prozent.
Sicherheitslücken und wiederkehrende Stabilitätsprobleme
Der heutige Ausfall reiht sich in eine Serie von Stabilitätsproblemen bei Microsofts KI-Diensten ein. Erst Anfang Mai hatte der Konzern eine Störung in Europa behoben, bei der Nutzer keine eingebetteten Copilot-Agenten in SharePoint Online verwenden konnten. Ursache war eine Überlastung der Infrastruktur zur Texteinbettung durch einen plötzlichen Traffic-Anstieg.
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Neben der Infrastruktur bleibt auch die Sicherheit ein Thema. Das FBI warnte kürzlich vor einer Phishing-as-a-Service-Plattform namens Kali365, die seit April 2026 aktiv ist. Die Plattform zielt auf Microsoft-365-Konten ab, indem sie legitime Gerätecodes versendet. Geben Nutzer diese ein, übernehmen Angreifer die Kontrolle über die beruflichen Accounts.
Die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) setzte zudem den heutigen Tag als Frist für Bundesbehörden, um eine spezifische Sicherheitslücke im LiteSpeed-cPanel-User-End-Plugin zu schließen. Angreifer nutzen diese Schwachstelle über Redis-Funktionen aus.
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