Copilot-Wurm: Microsoft-KI durch Word-Dokumente angreifbar
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Sicherheitsforscher Håkon Måløy hat am 28. Juli 2026 Details zu einer neuartigen Bedrohung für die KI-Anwendung Microsoft Copilot veröffentlicht. Bei dem als „Copilot-Wurm“ bezeichneten Schadprogramm handelt es sich um eine Sicherheitslücke, die bösartige Anweisungen innerhalb von Microsoft-Word-Dokumenten ausnutzt. Diese manipulierten Instruktionen sind in der Lage, die Ausgabewerte des KI-Assistenten zu verändern und eine selbstständige Weiterverbreitung des Schadcodes zu initiieren.
Langwieriger Koordinationsprozess ohne vollständige Lösung
Wie aus den Berichten hervorgeht, steht Måløy bereits seit März 2026 in engem Austausch mit Microsoft, um die Problematik zu adressieren. Trotz einer Koordinationsphase von insgesamt 144 Tagen sei es dem Softwarekonzern bislang nicht gelungen, die Bedrohung durch den Copilot-Wurm vollständig zu entschärfen. Die Veröffentlichung der Schwachstelle durch den Forscher erfolgte somit zu einem Zeitpunkt, an dem das Risiko für Anwender weiterhin besteht.
Besonders kritisch für Unternehmen ist der umstand, dass derzeit kein kundenorientierter Fix zur Verfügung steht. Damit fehlt es den Endanwendern an Möglichkeiten, die Sicherheitslücke auf ihrer Seite durch Patches oder Konfigurationsänderungen eigenständig zu schließen. Die Verantwortung für eine umfassende Lösung der Problematik verbleibt damit weiterhin primär beim Hersteller.
Risiken für die Integrität von Unternehmensdaten
Die Funktionsweise des Wurms verdeutlicht neue Herausforderungen im Bereich der Cybersecurity für Enterprise-Software. Da Microsoft Copilot tief in die Erstellung und Analyse von Dokumenten eingebunden ist, kann eine Manipulation der KI-Ergebnisse weitreichende Konsequenzen für betriebliche Abläufe haben. Bösartige Instruktionen, die in scheinbar gewöhnlichen Word-Dokumenten verborgen sind, könnten dazu führen, dass der KI-Assistent falsche Zusammenfassungen erstellt, Daten innerhalb von Dokumenten verfälscht oder im Hintergrund Aktionen ausführt, die nicht vom Nutzer autorisiert wurden.
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Die Fähigkeit zur Propagation, also der automatisierten Weitergabe des Schadcodes, erhöht das Gefährdungspotenzial innerhalb von Organisationsnetzwerken erheblich. Sobald ein infiziertes Dokument von der künstlichen Intelligenz verarbeitet wird, besteht die Gefahr, dass der Wurm auf andere Prozesse oder Dokumente übergreift und so die Integrität des gesamten digitalen Arbeitsplatzes gefährdet.
Einordnung der Bedrohungslage für IT-Verantwortliche
Die Entdeckung dieses Wurms fällt in eine Zeit, in der die Integration von Large Language Models in Standardanwendungen massiv zunimmt. IT-Verantwortliche stehen vor der Aufgabe, die Nutzung von KI-Werkzeugen abzusichern, während gleichzeitig neue Angriffsvektoren wie bösartige Instruktionen (Prompt Injections) in Dokumenten entstehen.
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Solange keine vollständige Entschärfung durch Microsoft erfolgt ist, raten Experten zur erhöhten Vorsicht beim Umgang mit Dokumenten aus externen oder unbekannten Quellen, die mittels KI-Assistenten verarbeitet werden. Die Schwachstelle zeigt, dass die Absicherung von KI-gestützten Workflows eine komplexe Herausforderung darstellt, die über klassische Malware-Erkennung hinausgeht. Der Fall unterstreicht zudem die Bedeutung transparenter Koordinationsprozesse zwischen Sicherheitsforschern und Softwareherstellern, um zeitnahe Lösungen für kritische Infrastrukturkomponenten zu gewährleisten.
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