Corona-Folgen, Hirnvolumen

Corona-Folgen: Hirnvolumen schrumpft messbar nach Infektion

21.06.2026 - 23:40:12 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt messbare HirnverĂ€nderungen nach COVID-19. BlutwĂ€sche als Therapie enttĂ€uscht, Impfung schĂŒtzt auch das Herz.

Corona-Infektion: Neue Studien zu HirnschÀden und Therapie
Corona-Folgen - Eine stilisierte, leuchtende menschliche Kopfkontur mit sichtbaren neuronalen Pfaden und Gehirnregionen, umgeben von einem Hauch von blauer Energie. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Strukturelle VerÀnderungen, anhaltende kognitive Defizite und die Frage nach wirksamen Therapien stehen im Fokus aktueller Studien.

Hirnvolumen schrumpft nach Infektion

Eine Untersuchung in den European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience zeigt das Ausmaß neurologischer SchĂ€den. Forscher beobachteten 51 Patienten 15 Monate nach ihrer akuten Erkrankung. Ergebnis: Das Volumen der grauen Substanz war verringert – besonders in Arealen, die fĂŒr die Sprachverarbeitung zustĂ€ndig sind. Auch die neuronale AktivitĂ€t fiel vermindert aus.

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Weitere Studien deuten darauf hin, dass SARS-CoV-2 Reservoirs im Knochenmark bilden kann. Das beeintrĂ€chtigt die angeborene ImmunitĂ€t durch eine Fehlfunktion der Mitochondrien. Biomarker fĂŒr Hirnverletzungen und ein reduziertes Hirnvolumen wurden ebenfalls identifiziert. Schwindel zĂ€hlt zu den hĂ€ufigen Long-COVID-Symptomen und wird oft in spezialisierten Ambulanzen diagnostiziert.

BlutwÀsche als Therapie? Studie enttÀuscht

Die IAMPOCO-Studie, veröffentlicht im Lancet Regional Health Europe, prĂŒfte die Immunadsorption – eine Form der BlutwĂ€sche. 40 Teilnehmer mit Post-COVID-Syndrom sollten so von Autoantikörpern befreit werden.

Das Verfahren eliminierte die Antikörper zwar zuverlĂ€ssig. Eine signifikante Verbesserung der Symptome blieb jedoch aus. Weder ErschöpfungszustĂ€nde, KonzentrationsfĂ€higkeit noch körperliche Belastbarkeit verbesserten sich messbar. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Nephrologie stellt klar: Die Immunadsorption eignet sich nicht als allgemeine Therapie. Zudem traten bei der echten Behandlung mehr Nebenwirkungen auf.

Impfung schĂŒtzt auch das Herz

Eine großangelegte Studie mit ĂŒber einer Million US-Veteranen, publiziert in JAMA Internal Medicine, untersuchte die Auffrischungsimpfungen aus der Saison 2024/25. Die Daten zeigen: Die Impfung senkt das Risiko fĂŒr schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz um 38 Prozent.

Besonders ausgeprĂ€gt war der Effekt bei Menschen ĂŒber 75 Jahren und Patienten mit Vorerkrankungen. Zwar handelt es sich um eine Beobachtungsstudie ohne direkten Kausalnachweis. Dennoch diskutieren Forscher die Impfung als relevanten Faktor fĂŒr zusĂ€tzlichen Herzschutz – was indirekt auch die neurologische StabilitĂ€t unterstĂŒtzen kann.

Weitere Risikofaktoren fĂŒr die Hirngesundheit

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Auch andere Faktoren beeinflussen die kognitive Gesundheit. Eine Studie in Nature Metabolism warnt vor regelmĂ€ĂŸiger Glucosamin-Einnahme bei leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung. Das Alzheimer-Risiko stieg hier um 25 Prozent.

Das Journal of the American Heart Association berichtet von einem Blutdruck-Paradox: Niedriger Blutdruck ist statistisch stĂ€rker mit Alzheimer-Risiko verknĂŒpft (2,74-fach) als Bluthochdruck (1,57-fach). Eine japanische Studie in PLOS One zeigt zudem: Niedrige Vitamin-C-Spiegel hĂ€ngen mit geringerer Dichte der grauen Substanz und schwĂ€cherer KonnektivitĂ€t in GedĂ€chtnis- und Aufmerksamkeitsarealen zusammen.

Diese Erkenntnisse erweitern das VerstĂ€ndnis darĂŒber, wie physiologische Parameter die kognitive Reserve beeinflussen – eine Reserve, die nach einer COVID-19-Infektion oft reduziert ist.

de | wissenschaft | 69599035 |