COSAI: Drei Bundesländer bauen gemeinsame KI-Infrastruktur für Hochschulen
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen haben eine gemeinsame Initiative für den Aufbau einer länderübergreifenden Infrastruktur für Künstliche Intelligenz an wissenschaftlichen Einrichtungen ins Leben gerufen.
Das Verbundvorhaben firmiert unter dem Namen COSAI, was für die Zusammenarbeit für eine souveräne und effiziente KI-Infrastruktur steht. Dies geht aus Berichten des Landes Baden-Württemberg sowie des Portals ki-expertisezentrum.nrw vom 5. Oktober 2026 hervor.
Ziel der Kooperation ist es, den Hochschulen eine verlässliche und voneinander unabhängige technologische Basis bereitzustellen. Für die Finanzierung des Vorhabens bündeln die Wissenschaftsministerien der drei Bundesländer ihre Mittel. Über eine Laufzeit von drei Jahren stellen die Ressorts eine Fördersumme von insgesamt knapp 3 Mio. Euro bereit. Das Land Baden-Württemberg steuert dazu rund 1 Mio. Euro bei.
Ausfallsicherheit durch vernetzte Rechenzentren
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Verteilung von Rechenkapazitäten über Landesgrenzen hinweg. Das System ist so konzipiert, dass entsprechende KI-Anfragen flexibel an einem beliebigen Standort innerhalb des Verbunds verarbeitet werden können. Sollte ein einzelnes Rechenzentrum ausfallen, kann eine andere beteiligte Einrichtung im Netzwerk die Rechenlast übernehmen und den laufenden Betrieb aufrechterhalten.
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Um diese verteilte Architektur in der Praxis umzusetzen, sieht die Planung einheitliche Schnittstellen vor, die für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Standorten sorgen. Zudem soll die Weiterleitung eingehender KI-Anfragen automatisiert erfolgen, um Rechenressourcen effizient zuzuteilen.
Ergänzend dazu ist der Aufbau eines Portals vorgesehen. Über diese zentrale Plattform sollen Hochschulen die Möglichkeit erhalten, eigene Modelle einzubinden und für den Verbund bereitzustellen.
Beteiligte Partner und bundesweite Öffnung
An der Umsetzung sind mehrere universitäre und wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt. Aus Baden-Württemberg wirken das Karlsruher Institut für Technologie sowie die Universität Tübingen an dem Verbund mit. Für Nordrhein-Westfalen übernimmt das KI:Expertisezentrum.nrw eine tragende Rolle bei der Umsetzung; die Einrichtung entwickelt in diesem Rahmen unter anderem die technische Komponente KI:connect weiter.
Der Verbund soll dabei nicht auf die drei Gründungsmitglieder beschränkt bleiben. Nach Angaben der Beteiligten ist die Struktur so ausgelegt, dass weitere Bundesländer dem Projekt zu einem späteren Zeitpunkt beitreten können.
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Mit der Initiative reagieren die Bundesländer auf strategische Vorgaben zur Stärkung der akademischen Digitalisierung: COSAI setzt eine offizielle Empfehlung des Wissenschaftsrats um, die das Gremium im Rahmen seiner Veröffentlichungen im Juli 2026 vorgelegt hatte.
