CRISPR-Therapie, Charité-Patient

CRISPR-Therapie: 19-jÀhriger Charité-Patient braucht keine Transfusionen mehr

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr als vier Monate nach der Behandlung zeigt der 19-JĂ€hrige normale HĂ€moglobinwerte; Langzeitrisiken bleiben zu beobachten.

Charité-Patient lebt nach CRISPR-Therapie ohne Bluttransfusionen
Ein steriler, modern ausgestatteter klinischer Laborraum mit medizinischen GerÀten in einer hellen, professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die klinische Nutzung der Genom-Editierung hat die medizinische Regelversorgung in Deutschland erreicht. An der Berliner CharitĂ© erhielt am 28. Mai 2026 der 19-jĂ€hrige Patient Mohammad das CRISPR-Therapeutikum Exagamglogene Autotemcel, bekannt unter den Bezeichnungen Exa-cel und Casgevy. Es handelte sich um die erste Verabreichung dieser Genschere im Rahmen der Standardversorgung hierzulande nach der EU-Zulassung des Mittels im Jahr 2024. Die Behandlung zielt auf die Heilung der erblichen Blutkrankheit Beta-ThalassĂ€mie ab, bei der Betroffene zuvor lebenslang auf regelmĂ€ĂŸige Bluttransfusionen angewiesen waren.

Erste klinische Befunde und Regeneration des Patienten

Nach Berichten vom 6. Oktober 2026 zeichnet sich der bisherige Therapieverlauf positiv ab. Bereits 40 Tage nach der Zellinfusion bildete der Körper des Patienten fötales HĂ€moglobin. Nach Angaben der behandelnden Ärztin macht dieser Anteil inzwischen 85 Prozent seines gesamten HĂ€moglobins aus.

Mehr als vier Monate nach dem Eingriff weist der Patient laut der Charité normale HÀmoglobinwerte auf. Er benötigt keine Transfusionen mehr, sein Immunsystem hat sich regeneriert und er kann seinen Alltag ohne transfusionsbedingte EinschrÀnkungen bestreiten.

Die vollstĂ€ndige HĂ€moglobinproduktion wird voraussichtlich nach etwa sechs Monaten erreicht sein. Der gesamte Behandlungszyklus erstreckt sich ĂŒber einen Zeitraum von rund zwölf Monaten. Vor der Verabreichung der genetisch verĂ€nderten körpereigenen Stammzellen muss das Knochenmark der Behandelten durch eine Chemokonditionierung vorbereitet werden.

Dieser Vorbereitungsschritt birgt erhebliche Risiken, darunter mögliche LeberschĂ€den sowie Unfruchtbarkeit. Zudem fehlen in der klinischen Praxis bislang verlĂ€ssliche Langzeitdaten ĂŒber viele Jahre.

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Was bislang nur in Studien möglich war, erreicht jetzt die Regelversorgung: Ein 19-JĂ€hriger an der Berliner CharitĂ© lebt nach einer CRISPR-Therapie gegen Beta-ThalassĂ€mie ohne Transfusionen. FĂŒr Familien bedeutet das neue Hoffnung — und viele offene Fragen zu Risiken, Kosten und Nachbeobachtung. Unser kostenloser Leitfaden ordnet ein, was heute schon möglich ist und wie Sie sich darauf vorbereiten. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Regulatorischer Rahmen und weltweite Perspektiven

Die europĂ€ische Arzneimittelbehörde hatte Exa-cel im Jahr 2024 fĂŒr bestimmte Patientinnen und Patienten ab zwölf Jahren zugelassen, die unter einer transfusionsabhĂ€ngigen Beta-ThalassĂ€mie oder einer schweren Verlaufsform der Sichelzellkrankheit leiden.

An die bedingte EU-Zulassung ist eine engmaschige Nachbeobachtung ĂŒber 15 Jahre geknĂŒpft, um mögliche SpĂ€tfolgen systematisch zu erfassen. Die Kosten fĂŒr die hochpreisige Therapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernommen.

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Die Chemokonditionierung vor einer Gentherapie birgt erhebliche Risiken — mögliche LeberschĂ€den und Unfruchtbarkeit — und verlĂ€ssliche Langzeitdaten fehlen bislang. Wer sich fĂŒr sein Kind mit einer seltenen Bluterkrankung orientieren will, braucht einen klaren Fragenkatalog fĂŒr das ArztgesprĂ€ch und einen Überblick ĂŒber den aktuellen Zulassungsstatus. Genau das liefert unser kostenloser Leitfaden. Leitfaden jetzt kostenlos sichern

Vor der Behandlung an der Berliner UniversitÀtsklinik hatten laut der Charité weltweit erst rund 100 Patientinnen und Patienten das neuartige PrÀparat verabreicht bekommen. Der globale medizinische Bedarf ist gleichzeitig betrÀchtlich: Nach Angaben der Klinik kommen weltweit jedes Jahr rund 60.000 Kinder mit einer schweren Form der Beta-ThalassÀmie auf die Welt.

Die therapeutische Methode geht auf die Entdeckung der CRISPR-Genschere zurĂŒck, fĂŒr deren Entwicklung die Forscherinnen Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna im Jahr 2020 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden waren.

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