Cushing-Syndrom, Hund

Cushing-Syndrom beim Hund: Cortisol fördert Diabetes bei 10–20%

18.06.2026 - 04:09:21 | boerse-global.de

Immer mehr Hunde leiden unter Hormonstörungen. Cushing-Syndrom und Diabetes treten häufig gemeinsam auf und erfordern eine spezielle Behandlung.

Cushing-Syndrom und Diabetes bei Hunden: Gefährliche Verbindung
Cushing-Syndrom - Ein Tierarzt untersucht sanft einen älteren Golden Retriever, der möglicherweise Symptome des Cushing-Syndroms zeigt. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders das Cushing-Syndrom und Diabetes mellitus bereiten Tierärzten Kopfzerbrechen. Die Krankheiten hängen enger zusammen als gedacht.

Was steckt hinter dem Cushing-Syndrom?

Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel – das ist der Kern des Cushing-Syndroms. Die Ursachen sind unterschiedlich. In 80 bis 85 Prozent der Fälle löst ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse die Erkrankung aus. Bei 15 bis 20 Prozent der Hunde sind Tumoren der Nebennieren verantwortlich. Eine dritte Form entsteht durch langfristige, hochdosierte Cortison-Therapien.

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Die Symptome entwickeln sich schleichend. Betroffene Hunde trinken und urinieren häufiger, fressen mehr, bauen aber gleichzeitig Muskeln ab. Typisch ist ein Hängebauch. Dünnes Fell, Haarausfall und schlechte Wundheilung kommen dazu.

Die Diagnose ist aufwendig. Tierärzte setzen Bluttests, Urinanalysen und spezielle Verfahren wie den ACTH-Stimulationstest ein. Ultraschall oder MRT helfen bei der genauen Lokalisierung der Tumoren.

Medikamente und Ăśberlebenschancen

Der Wirkstoff Trilostan hat sich als Standard-Therapie etabliert. Behandelte Hunde leben im Schnitt zwei bis vier Jahre nach der Diagnose. Alternativ kommt Mitotan zum Einsatz – ein Medikament, das Nebennierentumoren schrumpfen lässt.

Die Daten sprechen für sich: Bei ACTH-abhängigen Formen erreichen Hunde unter Mitotan eine mittlere Überlebenszeit von rund 1.000 Tagen. Die Prognose variiert stark je nach Behandlungsprotokoll. Ein aktueller Fallbericht zeigt die Risiken: Eine Hündin entwickelte trotz Therapie ein hepatisches Lymphosarkom. Regelmäßige Kontrollen sind überlebenswichtig.

Diabetes: Eine wachsende Bedrohung

Auch Diabetes mellitus breitet sich aus. In Italien liegt die Inzidenz bei 30 bis 40 Fällen pro 10.000 Tiere. In den USA sind es mit 120 Fällen pro 10.000 Tiere deutlich mehr. Beim Hund dominiert Typ-1-Diabetes – ein absoluter Insulinmangel.

Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung treiben die Zahlen. Die Krankheit tritt meist ab dem fünften Lebensjahr auf, mit einem Höhepunkt zwischen sieben und neun Jahren. Nur etwa ein Drittel der Hundehalter kennt die Symptome. Aufklärung ist dringend nötig.

Ein neuer Insulin-Pen von MSD Animal Health, speziell für Tiere entwickelt, soll die tägliche Gabe erleichtern.

Die gefährliche Verbindung

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Cushing und Diabetes sind keine isolierten Krankheiten. Rund 10 bis 20 Prozent der Hunde mit Hyperadrenokortizismus entwickeln einen sekundären Diabetes. Der Grund: Das dauerhaft erhöhte Cortisol wirkt als Gegenspieler von Insulin und fördert die Insulinresistenz.

Tierärzte müssen bei Diabetes-Patienten daher immer nach Grunderkrankungen wie Cushing oder Pankreatitis suchen. Neben der Insulintherapie ist eine strikt angepasste Fütterung entscheidend.

Die Forschung blickt jetzt auf oxidative Prozesse und die Darmflora. Erste Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Wirkstoffe über das Mikrobiom den Stoffwechsel verbessern könnten. Die Ergebnisse sind noch nicht praxisreif – aber sie zeigen, wohin die Reise geht.

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